Sitzungsberi.., der

Bayerischen Akademie der Wissenschaf..

Bayerische Akademie der Wissenschaften

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As

Sitzungsberichte

der

philosophisch-philolögisclieu und historischeu Olasse

der

k b. Akademie der Wissenschaften

^

zu !M!ü.iicL.en.

Band I. Jahrgang 1871.

/

Mflnclieii.

TOD Stwib.

1871.

Conaititoa M Q.Vrsai.

bigiiizoü by CjüOgle

Uebersicht des Inhalte

Um mit * lMMkha«toB T«rtilc« tlaA «kB« Annnf .

Oeff entliehe Sitzung zur Feier des 11^. Stiftungstages am

28. Märe 187 L

» Yorwort Herni MsidmitMi d«r k Aktdani« 966

Nekrologe der Terttorbenen Mitglieder dar L CImm .... 960

OeffeniUche Siissung mr Vorfeier des GeburiS' und NamenS' fest€9 Seiner MqfeatM des Königs Ludwig IL am Siö, Juli,

Vorwort des H. Secrotars der ersten Ciasse 412,1

Neowahies der L imd III. Clasae 412, V

FkUaaepkisck'f^lologiache Glane.

Sitzung vom 4. Januar.

^•«rer: Dit EaUUbiiligneii der Uteren Onlapingolig.

MordimftBii: Die daoiiologt« der StenaidMi 8

Christ: Metriioha Bttnerknngen so don Outie» dee Plsotne 41

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IV

8«iU

Plath: Die 4 grossen chirto-gischen Encyclopadion der k. Staats-

bibliotbck. I. Der Wen-hien-tininp-kliao vonMa-tnan-lin ^3

Lauth: Die Zweitälteste Landkarte nebst Gräberplänen. Fort- setzung dea Vortrags vom 3. Pecember 1870 ... 190

Sitzung vom 4. Februar. *H a ug : üeber das Wesen und den Werth des wedischen Accents

Hofmann; Synkretismus im Litauischen 289

Sitzung vom 4. März.

Halm: Beitrage zur Literatur und Goachichte ans nngedruckten

D riefen 271

Ilofmann: l'eber den Ezzoleich 292

u üeber das Ilaager Fragment 328

Sitzung vom 6. Mai.

*P 1 a t h : Die chinesischen Encylopädien der k. Staatsbibliothek. IL San-tsai-thu-hoei.

E t h c : Alexander3 Zug zum Lebensguoll im Land der Finstornias 348

Hofmann: üeber Jonrdain deBlaivies, Apollonius von Tyrus.

Salomon und Marcolf 416

jj üeber neu aufgefundene Bruchstücke einer Hand- schrift des rary.Lval 449

y üeber einen oberdeutschen Johannessegen . . . 466

Sitzung vom 10. Juni.

Brunn: üeber die Chronologie der ältesten griechischen

Kün?)tlfT 617

Ilofmann: üeber die mittelhochdeutschen Gedichte Salomon

und Judith und Yerwaiidtes . . , . , ,

Sitzung vom I.Juli. *Hofmann: üeber stabreimende Metrik der Germanen.

Sitzung vom 4. November.

Seit»

Christ: üeber den Werth der überlieferten Kolometrie in den

griechischen Dramen 603

^Hofmann: Ueber eine confeesio Foldensis aus einer Göt- tinger Handachrift.

^ üeber einen ZauberBpruch gegen die Fallgucbt 661

jj Ueber die Clennonter Runen 666

Mordtmann: Chronologie der ältesten muhammedaniachen

Münzen 677

Sitzang vom 2. Deoember.

Kmil Schlagintweit: Bemerkungen über H. A. Jlschke's

Handwörterbuch der Tibetitcben Spwohe ... 702 Lanth: Ueber den Papyros Abbott 707

Historische Classe.

Sitzung vom 7. Januar.

Preger: Der altdeutsche Tractat von der wirkenden und

möglichen Vernunft 169

Sitzung vom 4. Februar.

*Ritter: Die Memoiren SuUys und der grosse Plan Hein- richs IV.

Friedrich: Ueber den authentiachen Text der IV. Sitzung

des Concils von Constanz 248

'Friedrich: Der Reichstag zu Worms im J. 1521, nach den Briefen des pibetlichen Nuntius Hieronymos Aleander.

*Bockioger: Magister Lorenz Fries zum fränkisch - wirz- burgiscben Hechts- und Gerichtswesen.

VI

Sitggng Tom 6. Mai.

Rockinger: Ueber die Grundlage des dem Ruprecht von

Preising beigelegten Landrecbtee 463

,j Die Stragsburger Handschriften des sogenannten

Schwabenspicgela 502

Sitzung vom 1. Jnli.

Ritter: Quellenbeiträgo zur Geschichte» König HelnrichB IV. 567

Sitzung vom 2. December.

»Mnffat: Tloher mittelalterliGheH MünzwftRon

*Biebl: Ueber eine für die Geschichte der Musik belang- reiche Sammhing musikalischer Compositionen aas dem XVIIl. Jahrhundert.

Siteuig fom 7. Januar 1671.

riiiloöopliiöch-^liiloiogibciie Classe.

Der Classensecretar legte vor eine Abhandlung des corresp. Mitglieds der k. Akademie Herrn Dr. D. Mordt- maaii:

,,Die Cbroaologid der Sassanideo."

Die Chronologie der Dynastie , welcbe Tom Jahre 226

bis 651 unserer Zeitrechnung den persischen Thron inne hatte, ist, abgesehen Ton der veralteten Arbeit Richter's, von SediUot, Patkanian, theilweise auch von Dulauiier bearbeitet wordeo, nnd die Resultate ihrer Untersudumgen dürften im gamen nnd grossen wohl als gesichert aoaEnsehen sein; aber eiiuelDe Sdiwieri^eiten , namentlich in der ersten Hälfte d«r angegebenen Periode, dann die seit 20 Jahren in grossen Maiden zum Vorschein gekommenen Sassanidenmünzen mit Daten, die sich zum Theil mit den anderweitig gewonnenen Resnltaten nicht vereinigen Hessen, mnssten nns übenseagen, daas in dieser Sache noch nidit das letzte Wort gesprochen «ar. Die Tbatsache, dass Monarehen, welche weniger als ein Jahr regiert hatten, Münzen mit der Jahreszahl zwei pr itren liessen, führte mich auf die Eoldecliung der Art und Weide, wie sie ihre Eegierung^ahre zählten, nämlich ähnlich

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4 Siteung der phüos.-phiioL Glosse vom 7. Januar 1871.

in» der Kanon des Ptolemäos, bo jedoch, dass das Frühliugs- Aequinoctium , welches noch heut zu Tage iu Persien das grobbte Nationalfest ist, den Jahresanfang bildet; die Zeit von der Thronbesteigang bis zum 20. Mnrz galt als erstes Jahr, aelbst wenn es auch nnr wenige Tage betrag, wie dieas der Fall bei Marmozd IV und Kobad II war; Tom 21« März begann ein neues Jahr, nnd so kam es, dass ein Jahr, in welchem eiu Thronwechsel stattfand, auf den nu- misiiiatibchen Denkmälern als 2 Jahre gezählt wurde. In meiner Abhandlung ,.Hekatompylos" , welche in den Denk- schriften dieser k. Akademie abgedruckt ist, habe ich diese Entdeckung zuerst veröffentlicht. Idi habe nun das ganze chronologische Material, welches iu den gteibbzeitigc n by- zantinischen, 6^1 isclien, persischen und armenischen Hisiünkcrn enthalten ist, mit den numisuiatischeu Angaben vergUchen and unter Zugrundelegung jener Eigenthümlichkeit noch einmal durdigearbeitet , und beehre mich jetzt das Resultat dieser Untersuchung der k. Akademie vorzulegen.

Die syrischen Schriftsteller, namentfa'ch Josue Stylites und die Edesseuische Chronik, rechneu nach der seleukidischen Acra, und zwar beginnt dort das Jahr allemal mit dem Monat Tischrin, d. b. Oktober; die palmyrenischen Inschriften bestätigen diese Rechnung, was für die vorliegende ünter- suchuag fortwMhreod zu beachten ist.

Ardeschir L

Agathias L. IV. c 24. Ardeschir 1 wird König im Jahre 538 nach Alexander dem Grossen (d. h. der seleu- kidischen Aera) . im vierten Jahre des Alezander Severus, und regiert 14 Jahre 10 Monate.

Die Münzen der ArsaMden, deren Herrsdiaft Ardeschir 1 ein Ende machte, reichen bei Mionnet, Longperrier, Lind« say u. s. w. bis zum Jahre 539, und zwar vom König Vulo- gesQfi YXi es ist wahrscheinlich, das« Vologeses sich noch

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MBfdiaumn: Ckrmillogie der Sassaniden.

5

eilüge Zeit in dea östHcbeD Theilen der Monarchie hielt, nachdem Ardesehir den im westlichen Persien regierenden

Artoban \ bereits besiegt iiatte, so dass dieser Umstand keinen Widerspnicli blMot.

Alexander Severus regierte vom Mära 222 bis Ende März 235; sein viertes Jahr reicht also vom März 225 bis März 226 ; das Jahr 538 der seieukidischen Aera beginnt 1. Oktober 22Q und reidit bis zum 30. September 227. In Srmangelung weiterer Angaben, die ans leiten könnten, durfte es daher am sichersten sein, das Jabr 226 als den Anfang der Sassaniden-Monarcbie anzusetzen.

Zur Bestimmung des Eudes der Regierung fehlt uns jeder Synchronismus, und wir müssen uns darauf beschränken, ans der Regiemngszeit das Jahr 240 als das Todesjahr Ar^ deacfair'a I ansuaetsen.

Schapur I.

JulioB Capitoh'nna. Gordianns III führte Krieg mit

Schapur I unter dem Consulat des Gordianus und Pom- pei:inus und unter dem Consulat des Praeteztatus und Atticus.

Kacl) den Consolarfaaten fallen diese Gonsalate in die Jahre 241 und 242.

Die Kriege Sehapnr's I gegen Valeriao und Odenath geben weitere Synohronismen für die Jahre 259, 260 und 261, die nns indessen wenig nützen. Da aber alle Historiker uariii einig sind, dass Schapur I über 30 Jahre regieite, bo können wir unbedenklich seinen Tod in's Jahr 270 setzen, um so mehr, da sonst kein Factum dieser Annahme entgegen- Btcbt. BiA verschiedenen Angaben über die Begiernngsdauer sind folgende:

30 Jahre Mouat 15 Tage, nach dem Modsciimel ül

Tevarich

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6 Sitmmg der |riltloi.-iMol. CIcum wm 7. ^mmt im,

80 Jahre 1 Monat Tage, nach EutjchioB

II II ^^oh dem Mirat ül Kiainat

31 ,1 Dach Agatliias , Syncellus,

MirohoDd, Lubb ül Xevarich dl 6 «, 18 n xuush MeaadL

Von hier ab fehlt uns jeder Synchronisnius bis anf die Zeiten des Nersi, und die Angaben, welche den letzteren betreffen, sind sdir adhwer mit emander zvl fereinigen.

lloriuuzd 1. Baiiram I. Bahram II. Baliiam III.

Nersi.

Nach Flavina Vopisoos (in Probo, e. 17) hat Probne mit Nmi verhandelt Prohns regierte 276«— 282.

Eutrop. IX, 22. Nersi erklärte dem rümischeu Reiclie Krieg, wodurch Diocletianus veraulasst wurde, den Maxi- mianus üerculius zum Cäsar zu ernennen ( cf. Euseb. Chronicon). Diese Ernennung fand im Jahre 286 statt.

Der Feldzng des Galerios Maximianns gegen Nersi worde nnter dem Gonsnlat des M. Anrelins Valerins Maxi- mianus (V) und des C. Galerius Maximianus (II) d. h. im Jahre 297 untomommen, wie das Chronicon Paschale p. 512. 513 ed. Bonn, berichtet, und der Friede wurde im folgenden Jahre, also 298 mit Nersi abgeschlossen.

Zwischen Prohns und Diodetianns fallen die Rogiemngen des Garns, Nnmerianns und Garinns, welche ebenfalls mit Persien Krieg geführt haben, aber in den zahlreidien Ge- 8chichtschreibem, welche diesen Feldzug beschrieben haben, kommt nirgends der Name des damaligen Königs Tor.

Wir haben also für die Regierung des Nersi eine Epoche, welche mindestens im Jahre 282 beginnt nnd bis 298 sich erstreckt, also wenigstens 17 Jahre nmfust, wahrend die An» gaben über die Daner seiner Regierung nicht einmal die ^älflte zeigen, nämlich

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JfimMiiaiiii: CkrwMb^ cbr ßamaMm.

7

7 Jabre -~ Monate nach SjmcellQB, ModBchnel ül TeraricA

7

4

nach Mesodi

7

tf

5

i>

nach Agatliias, Modschmel ül Tevarich

7

»t

6

if

nach dem Mirat ül Kiainat

9

ff

nach Mirchond, £atyohia8, Modschmel

nl Tefaridi.

Zwischen Schapurl, der, wie wir gesehen hahen, im Jaiire 270 starb, und Nersi, der mindestens schon im Jnlire 282 regierte, haben wir nun vier Regierungen einzaschieben, nimiich Honnasdl IJahr and einige Monate, Bahram II 17 Jahre uid Bahram III 4 Monate, während wir swiBchen 370 und 282 im ganten nnr 12 Jahre haben. Setzen wir iur die drei kurzen Regier uugeu

Hormnzd I 1 Jahr und etwas darüber

Bahram I 3

Bahram III „4 Monate

ZQsammen 5 Jahre, «o behalten wir Ar Bah- ram II nur 7 Jahre statt 17 Jalire.

üm jedoch mit der ZeitrechnuTig auszukommen, dürfen wir auch die einzelnen Monate nicht Temachlässigen ; wir haben (yorzugsweiee nadi den Angaben des Agathias) und antat der Annahme, da» die R^gierangejabre Bahram'ell md Nerm^a mit einander TorwedMelt

Sdiaporl 31 Jahre

Hormuzd I 1 Monat 10 Tage Bahram 13,,

Bahram II 7 6 m si Bahram III 4 Hern 17 w ~* w

59 Jahre 9 Monate 10 Tage,

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8

di6 uns also vom Ja!ire 250, wo Ardeschir I atorb, ungefähr bis mm Jahre 300 fuhren, uud die Resultate der bisherigen ZusammenstelhuigeD ergeben

Ardeschir I 226—240 Schapur I 240—271 Hormusdl 271—272 Bahraml 272—275

Bahrain II 275—283 Baliram III 283 Nersi 283—300,

wodurch alle iSynchrouismen der occidentulischen Hihtonkei- ausgeglicheu werden.

üormttzd II. Schapur IL Ardeschir IL Öchapur III.

Bahram IV.

Für das folgende Jahrhundert haben wir nur selir wenige brauchbare Synchronismen. Es fallen in diesen Zeitraum die Regierungen der in der Ueberschrifl genannten fiinf Könige* Zur geuanereo Bestiinuiung in diesem ganzen Zeitraum baben wir ausser den Kriegen des Oonstantins und Julian gegen Sdiapur II, die uns jedoch anderweitig nicht viel nützen, nur einige höclisl widerspruclifavolle Daten über Cliristenveitolguiigen in Peisien.

Schapur II regierte so lange als er lebte , von seiner Geburt an bis su seinem Tode im ganzen 70 Jahre (Aga* thias, Syncellus) oder 72 Jalire (Mirehond, Mesndi) ; Anfang und Ende dieser langen Regierung sind aber nicht mit voller Gewissheit zu büstiiümeü.

Ein syrischer Historiker berichtet: ,,Im ,lahre 655 des Alexander, 296 nach der Passion, 117 der persischen Aera, im 31. Jahre des Schapur II suchte Schapur Händel mit den Römemi da er sab» dass nach Constantin's Tode dessen

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9

junge Söhne die E^gteniiig fiihrteii, uod verfolgte deshalb die Chiisten."

Constantin der Grosse starb 22. Mai 887. Das Jahr

655 der ^eleukidischen Aera ist 1. Oktober 343 bis 30. Sep- tember 344; das Jahr 296 nach der Passion ist 330 n. Chr. G.; 117 der persischen Aera ist wieder 343—344. Lasötn wir also das Jahr 296 der Passion bei Seite, so haben wir das Jahr 343—344 als 31. Jahr Schapiir's IL Als Opfer dieser Yerfolgong wnrde am Gharfreitag den 14. April der heilige Simeon, Erzbischof von Seleukia und Etedphon, hingerichtet Im Jahre 844 fiel Ostern anf den 15. Aprü, Gharfreitag also auf don 13. April, also nur um cinon Tag verschieden. Wenn driuuach 344 das '6\. Jahr Scbapur's II war, so war dessen erstes 314.

Dieser Berechnung stehen indessen yerschiedene Angaben entgegen. Wir wissen aus Eosebins, dass Constantin der Grosse sich für die in Persien verfolgten Ghristen interessirte und über diese Angelegenheit ein Schreiben an Sohapnr II richtete. Ensebius thdlt nns dieses Schreiben mit, nod wollte man aucli anuehmtiu, dass dieses Schreiben erdichtet Si'i, so wissen wir doch, dass Eusebius im Jahre 342 starb, also gewiss nicht die im Jahre 344 eingeirutüue Christen- verfolgung kennen konnte, als er das Leben Goustantin's schrieb. Schon Assenjani hat daher geschlossen, dass in Persien nnter Sehapnr II eine aweiuialige GhristenverfoJgnng statt fand, nnd in der That finden wir einige Angaben, welche Assemani's Vermnthnng bestätigen.

Theojdianes berichtet (p. 36 ed. Bonn.), dass in dem Jahre, welches auf das Nicänische Concil folgte, in Persien eine Christeuverl'olgung statt fand. Dasselbe berichtet auch Cedrenus (Tom. I p. 516 ed. Bonn.). Da nun das Nicänische Concil 325 gehalten wnrde, so muss diese erste Ghristen* Verfolgung im Jahre 826 stattgefunden haben. Ein sji'ischer

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10 SUzung der philos,-philol, Classe vom 7. Januar 1871.

Historiker, Isaias, berichtet Ton einer Verfolgung im 18. Jahre

Schapur'sII, vid. Assemani Bibl. Or. Tom. I p. 16. Falls nun die Angaben dieser drei Quellen sich auf dieselbe Verfolgung beziehen, so müsste 326 das 18. Jahr Schapur'sII sein, der denmach im Jahre 309 zur Regierung gelangt wäre, wogegen wir vorhin 314 gefbnden haben.

Die Zeit Tom Jahre 300, wo Nersi starb, bia com Re- gierungsantritt Schapur's II wird durch die Regierung des Hormuzd II ausgefüllt. Dieser regierte

6 Jahre nach Sjrnoelltis, Nikbi

7 6 Monate nach Agathias, Eutjcliius, Miröhond,

Mesudi, Mohammed Aufi 7 7 nach l^ikbi.

Nehmen wir 7 Jahre 5 Monate als die Zeit, welche von der Mehrzahl aalgegeben wird, so kommen wir auf das Jahr 308 , wo Schapur II zur Regierung kam, während wir oben 309, reep. 314 gefunden haben. Da indessen die Zahl 344 bloss anf qrrisehen Angaben bembt, während wir för das Jahr 309 byzantinisdie und sfrische Angaben haben, so dürften wir wolil im ganzen nicht sehr irren, wenn wir das Jahr 309 als Schapur'sII erstes Jahr annehmen, und dass er im Jahr 379 starb.

Für die beiden Begiemngen des Ardesohir II und Schar pnr III haben wir keinerlei Synehronismns; dagegen berichtet Glandtanus (in Entrop. H, 474^485) , dass in dem Jahre, wo Eutropius Consul war, d. h. im Jahre 309, der Freund und Bundesgenosse Rom's, der König Schapur ermordet wurde. Diess ist durchaus unmöglich ; es wird eine vielleicht absichtliche Verwechslung mit Bahram IV sein, dessen Name mcfat leicht in einem lateinischen Hexameter anzubringen war, wShrend der Name Sapores den Griechen seit 309 geläufig war. In der Thut finden wir , dass diese Angabe mit den anderweitigen Daten sehr schön stimmte, denn

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JUSomUmsmi: COkmuBiooiB dtt SnttfHti4m.

u

Ardeschirll f^gierle 4 Jahre, übereinstimmend nach allen

Quellen

Scbapor III » 5 nach AgaAhias, Sjaoelloei Mir-

ciiond, Mesndi

Kiaiuat

5 4 nach Eutycbias Rahram FV H » Übereinstimmend nach allen

Qaellen

20 Jahre

Schapnrll starb i. J. 379

also im Jahre 399 nadi Chr. G. Tod Brabam's IV.

Wir haben also

Homnsdll 300—309 9 Jahre

Die folgenden Regierungen sind verhältnissmässig reich an Synchronismen, so dass ihre Bestimmung mit grosser» Sieberheit sn bewerkstelligen ist

Nach orientaliecSien Quellen regierten nach dem Tode Bahram*s IV

Jczd( gird I 1 Jahr Jezdegirdll circa 22 Jahre Bahrain V 23 Jahre Jezdegird III 18 oder 19 Jahre Hormnzd III 1 oder 2 Jahre Pirus 26 Jahre.

Von den genannten KSnIgen eind Jeidegird I und Hor- mmd III den bjsantanischeQ Historikem gans nnbekannt;

5

5 Mouate uacb lurn Mirat ül

Schapur II 309-379 70 Ardeschirll 379—383 4 Schapur III 38B— 388 5 BahramlY 388—399 II

II

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12 SUzung der philos.-philol, Classc vom 7. Januar 1871.

TOD Hormusd III sind aodi bis jetzfc keine Münzen znni

Vorschein gekommeu. Jedoch sind die Bericlitc der orien- talischen Historiker durchaiib keine reinen Pliantasiogebilde; denn e% gibt Münzen mit dem Nameu Jezdegird, die dem Typus nach keinem andern der drei Jezdegird II, III und IV enteprochen, aber sie haben mdatens noch einen andern Namen z. B. Scfaapur, Bahram; es scheint also, dass Je^ degird I zu den Zeiten Schapur'8 III und Bahram*8 IV in einem besoudern Theile des Reichen als üiiterkönig regierte, eine Vermutbung, die noch dadurch bestätigt wird, dass sammtliche Münzen dieser Art aus Afganistan oder Segistan kommen, und so erklärt es sidi sehr einfach, dass die Syrer, Armenier ond.Byzantiner ihn nicht kennen. In die chrono- logische Reihe gehört er also nicht.

Ebenso ist es mit Ilormuzd III. Die armenischen Hi- storiker bericiiten , dass nach Jezdegird*s III Tode dessen beide Söhne Hormuzd und Piruz sich um die Herrschaft stritten, nnd dass es Hormuzd gelang sich etwa zwei Jahre im östlichen Persien au behaupten, dann aber von Piruz besiegt und beseitigt wurde. Er gehört also ebenfalls nicht in die chronologiscliü Keihe.

Für Jezdegird II haben wir nur eioen Synchronismus, der uns aber nicht viel nützt, nämlich die Angabe des Pro- kopiuB, Agathias und anderer, dass Arkadius in seinem Testamente den König Jesdeghrd zum Vormund seines on- mtindigen Sohnes Theodosius einsetzte. Da Arkadius im Jahre 408 starb, so erlaiiren wir nicht melir daraus, als was wir schon wissen.

Dagegen haben wir einige Angaben, welche uns den Anfang der Regierung Bahram's V bestimmen lassen.

Assemani, Bibl. Gr. T. I p. 181. . S. Jakob wird Mär- tyrer im Jahre 7S3, im zweiten Jahre Bahram's V, oder im Juhre 732, im ersten Jahre Bahram's, am 27 Tischrin II, an einem Freitag.

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MordtmoKm: Ckronohgie ätr Samamdtit,

732 der seleokidiBcfaeii Am Ist 1. Oktober 420 bis

30. September 421,

783 „1. Oktober 421 bis

30. September 422,

der 27. November 420 war ein Soonabeud, und 421 ein SoDnta;?.

Der Wochentag Btimmt also nicht ganz, aber wir sehen doch, dafis Bahram V im Jaiire 420 znr Regierang gelangte.

Wir haben schon oben gesehen, dass un Jahre 344 der 13. April ein Freitag war. wälirt-nd der syrische Historiker den 14. April zum Freitag macht. Hier Stessen wir aber- mals anf denselben Umstand, nämlich im Jahre 420 war der 26. November ein Freitag, während nach dem syrischen Historiker der 27. Norember ein Freitag war. Ich glanbe, duss der bis auf den heutigen Tag im Oriente übliche Spraclitiehraiieh und die schon im Buche der Genesis be- gründete Zeitrechnung diesen sclieinbaren Widerspruch ganz einlsch anflöst. In der Schöpinngsgeschichte heisst es .... *ip3 Vl^ SDjr („da ward ans Abend mid Morgen der erste o. s. w. Tag '). Dieser ehrwürdigen IVadition gemäss zählt der Orientale (Ju.le, Christ, Mohammedaner, alle olme Ausnahme) den TaL? vom Sonnenuntergang zum Sonnen- untergang, während der Europäer und auch der Grieche im Königreich Griechenland den Tag Ton Mittemacht zn Mitter- nadit sihlt Der Freitag 26. No?ember 420 begann also um Mitternacht nnd endigte nm Mittemacht nach europäischer Rechnung; für den Orientalen war aber in dem Augenblick, wo die Sonne nnterging, der Freitag schon zu Ende, und es begann Sonnabend der 27. November. Nun kommt aber dam der eigentliche Spracfagebrandi, dass, obwohl der Abend schon dem Sonnabend angehört, er doch noch zam Freitag gerechnet wird, wahrend die Nacht entschieden snm Sonn^ abend gehört Wenn ich aku einen Freuad auf einen Abend,

A'

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14 Bimmg dtr ^pIMoirfiMkl ÖImm mm 7. Jatmat 187t.

s. B. «af einen Mittwoch Abend einladea will, so gebranohe

iohf nm jedes Missrerständniss zn vermeideD, den Ansdrack

dÄÄj^ auxAdgUb ^U^f sjJ^^^ „am Mittwoch

Abend, d. h. Donnerstag Nacht", anter diesem Ansdmck Tersteht jeder die Zdt ?om Sonnenuntergang bis zum Sonnen- aufgang Donnerstags oder Nacht vom Mittwoch auf Sonn- abend. Auf diese Weise kann man sich wenigstens einiger- massen erklaren, dass ein Tag, der nach europäischen An- schauungen ein Mittwoch war, dem Orientalen noch ein Dienstag war. Ob in den beiden ang^benen Fällen die Sache sich wirklich so terhielt, wage ich freilich nicht zn behaupten, mein Zweck war nur eine Erklärung zu versuchen. Sei dem aber wie ihm wolle, in der Hauptsache besitzen wir noch andere historische Zeugnisse, welche das gewonnene Resultat bestätigen.

Bahram V verfolgte, sobald er die Regierung angetreten,

die Christen, wodurch ein Krieg zwischen Persien und dem ostrÖraischen Reiche ausbrach ; der Friede aber wurde unter dem Gonsulat des Ilonorius (XIII) und Theodosius (X) ge- schlossen, also im Jahre 422. Syrische Schriftsteller dagegen setzen den Friedensschluss in's Jahr 736 oder 738 (42ß oder 427).

Ohne uns auf diese widersprechenden Antraben einzu- lassen, finden wir ein besseres Datum im Ghronicon Pascliale, wo es heisst: Unter dem Consulat des Eustathius und Agricola wurden die Perser am Dienstag 8. Idns Septemb. geschlagen.'* Das Consulat des Eustathius und Agricoki fiUlt in's Jahr 421 , und VIII Id. Sept =s 6. September war im genannten Jahre wirkHch ein Dienstag. Die Thatsache, dass Bahram V unmittelbar bei seiner Thronbesteigung eine Christen Verfolgung befahl, wodurch das Land mit dem ost- römischen Reiche in einen Krieg verwickelt wurde, in wel- chem die Perser am 6. Sept 421 eine Niederlage erlitfeen,

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ifonfttmiMi.* dmmihffk der Samniäak 15

aefaetnt Idolaiiglldi ni bestätigen, dasa Balvam V den Thron nidit «pater alt 420 baatieg.

Auch der syrische Historiker Dionysius (bei Assemani T. I p. 183) setzt den Anfang der Christeaverfolgang in'a Jahr 732, d. h. h Oktober 420 30. September 421.

Es ergibt aidi somit ans allen diesen Daten, dasa Bab.

ram V im Jalirc 420 deü Thron bcbticf:^, also Jezdegird II in dioseiu .fahre starb; die Regierung des letzteren dauerte daher von 399 bia 420; aie dauerte

21 Jabre nach Agathiaa, SynceUna mid dem Miriit ül Kiainat,

21 5 Monate 18 Tage nach Me8udiu.£atycbitt9,

21 10 nach Mesudi,

22 5 nach Mirchond.

Die erste Angabe von 21 Jahren ist also nach unserer Berechnung die genaueste.

Daa Ende der Regierung Bahram's V ergibt sich wieder- am ana den Synchroniamen, welche aich für die Zeiten Jez* degird'a III finden , nnd die nna in den Stand aetaen , den Regierangsantritt des letzteren ganz genan tu bestimmen.

Elisacus : ..Im Anfang seines zwölften Regieningsjabres unternahm Jezdegird III einen Feldzug nach dem Kaukasus un<} nach dessen siegreicher Beendigung beschloss er das Chnatenthnm in Armenien anszorotten. Die bedrängten Ar- menier wandten aich mittels einer Gesandtschaft an den Kaiser Theodoains II , der aber inzwischen gestorben war; Marcianus hatte den Thron bestiegen".

Theodosius II starb am 29. Juli 450; Marcian regierte Tom 30. JnU 450 hm 30. Mai 457.

Femer wird bei Elieaeos daa Jahr 454 daa sechzehnte Regiemngajahr Jezdegird'a III genannt

Beide Angaben fiihren auf daa Jahr 439 sarnok, in welchem Jezdegird III zur Regierung gelangte , ako Bai;*

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16 Sitnmg der pkSoa.^phiUl dam wm 7. Jamu^ 187t

nun y starb , der deniDaeh Ton 420 bis 439 regierte. Die Gesdiiclitecbreiber geben die Dauer mnee Begiemng an» me folgt:

18 Jahre Ibn Batrik

20 ,1 Agathias, SyDcellu^

23 Ghondemir, Mesudi, Labb ül Xevarich u. s. w.

Die Angabe der Byzantiner nähert sich jedenfalls der

Wahrhtiit am meisten.

Jezdegird III starb nach Elisaeus im Jahre 457, im 19. Jahre seiuer Kegierang, was wiederum uiit dem so eben gefundenen Resultate übereinstimmt Seine Begierang um- fasste

17 Jahre nach Sjncellus,

17

18 18 18 18 19

Se

4 Monatü Dach Agathias, nach Mirchond,

4 18 Tage nach Mesudi,

5 nach dem Mirat ül Kiainat|

6 nach Zahireddin, ^ yy nach Mesudi*

in Nachfolger Piruz bestieg also im Jahre 457 den Thron. Um aber das Ende seiner Regierung zu bestimmen, müssen wir etwas weit ausgreifen, und vor allen Dingen die Chronologie der Doppelregiening Kobad's I mit der Zwischen- regierung seines Bruders Dschamasp discutiren, weit nadi den vorhandenen Daten die Chronologie der R^emng des

Tiruz davon abliiingt.

Kobad I bestieg den Thron nach dem Tode seiiif s Vaters FiruZ| wurde aber nach einigen Jahren abgesetzt, während welcher Zeit sein Bruder Dschamasp regierte; Kobad aber gelang es, denselben wieder zu vertreiben, und regierte nun zum zweitenmale bis an seinen Tod. Die Dauer seiner beiden Regierungen, sowie der Zwischenregierung seines liruderä wird Yerschieden angegeben; es kommen uns indessen

Morälmmm: Cßunmifogk dtr Stmtmidm,

17

die MBnien n HfQfe, welche Tom Jahre 11 bis mm Jahre 43 in annnterbrodieoer Btthenfolge vorhanden amd; leider

hat er diesen Gebrauch der Datimog erst bei seiner zweiten Regierußg angenommen; die Münzen aus seiner ersten Re- gierung sind ohne Daten. Die Münzen seines Bruders Dschamasp zeigen die Daten 1, 2, 3. Wir wissen also nicht, wie lange er anerat regiert hat, und ob er, die Zwischen- regiening leinea Bmdera ignorirand, dieee Zeit ala seine eigene Regiemngaaeit aahlte oder nicht

Um ana in dieeem Labyrinth einigermaiaen an Orientiren, nfiasen wir vor allen Dingen so viel ab mdglich feste Punkte zu gcwiiineü suchen.

Dahin gelioit zunächst der Umstand, dass seine Re- gierang nicht über das 43. Jahr hinausging; die numiama- tischen Deakmalar atimaaen darin mit den Historikern überein.

Femer wiaaen wir genau daa Datum seines Todes.

Agathias sagt (L. IV, e. 29)» Kobad aei im fünften Re- giemngsjahre Jnatinian's I geetorben. Jnstinian I ward am 1. April 527 Mitregent und im August 527 nach dem Tode Jn>tiü'sl alleinicfer Kaiser. Das erste Regierungsjahr des- selben zählt also vom 1. April (resp. August) 527 bis zum 1. April (resp. August) 528; das fünfte also vom I.April (resp. Aqgust) 531 bis zum 1. April (August) 532. In diesem Zeitraom , also höchatena vom 1. April 631 bis August 532 mnsa Kobad gestorben sein.

Johannes Ifalala beriditet (pag. 471, ed. Bonn«), Kobad sei am S. September erkrankt and am fünften Tage darauf,

aüi 12. September gestorben. Das Jahr führt er nicht an, berichtet aber bald darauf den Nika-Aufstand , der im 10. Jahr der Indiction statt fand ; dieses zehnte Jahr der In- dicüoQ ist 1. September 531 bis 31. Aogoat 532. Wir dürfen also darana schliosoon, dass Kobad am 12« September 631 starb.

Eine weitere Beetitigung giebt der aimeniadie Historiker

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13 Siiwvmg der phihs.-phUdt, daase vom 7. Somuar 1871.

Agoghig, welcher berichtet, der Prafekt Vartan habe den

persischen Statthalter von Armenien, Suren Veschnasb, im 41. Jahre Chusrav's I, im 7. Jahre Justin's II, am Dienstag den 2. Februar getödtet. Juslinian I starb am 13. No- vember 565; das erste Jahr Justiii's II ist also 13. Novem- ber 565 bis 12. November 566, und das siebcDte Jahr 18. November 571. bis 12. November 572. Darnach mnsste also Saren Veschnasb am 2. Februar 572 ermordet sein; das Jahr 572 begann mit einem Donnerstag, der 2. Februar war also ein Montag und kein Dienstag. Somit haben wir hier eia drittes Beispiel, wie der Zählungsgebraach des Orients zuweilen um einen Tag verschieden ist von der Rechnung des Ocddents. Das Jahr stimmt indessen ganz genau ; denn wenn der 2. Februar 572 in das 41. Regierungsjahr Ohus-* rav*s I. fiel, so ist dieses, wie wir im Eingang bemerkt haben, vom 22. März 571 bis 21. März 572 zu zählen, und das erste Regierungsjahr vom Tode Kobad's I bis zum 21. März 5 32. Kobad I musa also zwischen dem 22. März 531 und dem 21. März 532 gestorben sein, also gerade, wie wir es so eben aus den Angaben des Agathias und Johannes Malala ermiLtelL liabcii, und wir können nunmehr von diLSoin fcbten Punkte, 12. September 531 an rückwärts nach numismatischen Angaben rechnen.

Das 43. Jahr Kobad's I reicht also vom 22. März 531 bis zum 12. September 531, folglich reicht das 11. Regier* ttiig sj ihr bis zum 21. März 500, wo er sein zwölftes Re- gierungsjahr antrat. Da nun die meisten Geschichtschreiber seine erste Regierung auf 11 Jahre angeben, so müssen wir aniu hmen, dass die Zeit vom 22. März 499 bis zum 21. März 500 das letzte Regicrungsjahr des Dschamasp und zugleich das 1 1. Regierungsjahr Kobad's, d. h. das erste Jahr seiner zweiten Regierung war. Hat nan die erste Regierung wirb- lich das 11. Jahr erreicht, so war dieses vielleicht so kurz, dass er es mit dem Bruchtheil des ersten Jahres seiner

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Mordtnumn: Chronologie der Sassaniden,

19

smitai Reifiening zusammen als ein einziges, als sein

11. Regierungsjahr zählte, falls er die Zwischenregierung Dschamasp's nicht auch als seine eigene ausah, was noch zu ermitt^ ist.

EUBaensberichtety daasKobad nach Palasdi im Jahre 487 den Uuron bestiegen hat. Mit Ausnahme der höchst ver- wirrten nnd ganz nnbranchharen Angaben des Theophanes ist dies die einzige positive Angabe, welche ich auftreiben kooDie. Ob nun diese erste Regierung 10 oder 11 Jahre gedaaert habe, lässt sich aus den Widersprüchen der Histo- xiker nicht ermitteln nnd ist anch am Ende gleichgiltig. Ist er nämlich tot dem Frfihlingsäqninoctinm des Jahres 487 König geworden, so zahlt diese Zeit bis zam 21. Marz 487 für ein Jahr. JeilcDfalla köüütu wir annehmen, dass er im Jahre 497 abgesetzt wurde, und wir behalten dann für die fiegierongsjahre des Dschamasp die Jahre 497, 498, 499. Je nachdem nnn der Anfang der ZwisohenregieraDg Tor oder nadi dem 21. Mars 497 statt&nd, haben wir für die Daaer defielben 3, resp. 4 Jahre, was mit den Angaben der Histo- riker and der numismatischen Denkmäler ganz vortrefflich stimmt. Im ersten Falle wäre bis 21. März 497 erstes Jahr, vom 22. März 497 bis 21. März 498 zweites Jahr, vom 22. Marz 498 bis 21. März 499 drittes Jahr, und der Rest bis sor Bestanration Kobad's viertes Jahr des Dscha- masp, ans welchem Jahre aber bis jetzt keine Münzen zom Vorschein gekommen sind. Wollen wir nnn schliesslich noch die Angabe der Byzantiner (Agatliias, Syncellus, Tlieophanes) in Betreff der 1 1 Jahre der ersten Kegierung Kobad's gelten lassen, so müssen wir annehmen, dass er in der Zeit vor dem 21. Mfurz 487, also zwischen dem 1. Januar nnd 21. März nr Begienmg gelangte; im entgegengesetzten Falle kommen nur 10 Jahre heraus.

Wir haben somit Resultat der vorätehenden Unter- aachnng ;

2*

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Januar, Februar Mb 21. Mta 487, erste ThronbesteigmigKolMid^s

Kobad^s Vorgänger, Palasch, regierte nach den überein- stimmenden Angaben der morgenländisdieu und byzantinischen Historiker 4 Jahre, ao dass derselbe im Jahre 483 zur Re- gierimg gelangte, und nunmehr eigiebt sidi also daraoe, dasB Fiziiz in diesem Jahre starb.

Somit ergfebt sieh ans dem bisherigen , dass Pirns im Jalire 457, nach deui To le seines Vaters Jezdegird III zur Regierung gelangte und bis zum Jalire 483, also im Ganzen 26 Jahre regierte. Jedoch ist zu bemerken , dass er die beiden ersten Jahre mit einem Kronprätendent^, seinem firnder Hormnzd, sn kämpfen hatte, der sich in den ösÜiehen Theilen der Monardde hielt Von diesem Hormnsd, den die orientalisdien Historiker als Hormuzd III aaffuhren, wissen die Syrer und Byzantiner nichts, aber die Armenier erwähnen ihn; Münzen von ihm sind bis jetzt nicht zum Vorschein gekommen, und in der chronologischen JBeredmimg zahlt er nicht Indessen erklart sich ^eUeicht ans diesem Umstände, dass Agathiaa dem Pirna nnr 24 Jahre sosehreibt, nährend Mtrdi<md, übereinslnnmend mit onsem Bereehnnngen, seine Uegierungszeit auf 26 Jahre augiebt.

Kach Kobad I w^den die Sjnchrooismen in den Histo- rikern immer häufiger, sowie anch die Ton jener Zmt anf den Manien vorkommendak Jahresnhlen, welche Begierang»-

jähre anseigen, bis snm Schlnsse der Sassanidenseit fon^

dauern I bo dasa die diiouolugiaciien Be^iimmungen immer

497 Absetzung Kobad's, Thron- besteigung des Dschamasp

499 oder Anfang 500, Restan- ration Kobad's

531, 12. September, Tod Kobad's, Thronbesteigung Ghusra?'» I.

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Moriltmmm: OnmudogU dar SattaMen. 21

ifliditar werden. Indenen kommen doch eiazekie bedenk* Gebe Dinge vor, weldie aidi aber alle dadoidi auflösen, dase die Saseaniden ihre Begiernng^ahre Tom FrfiblingiB-Aeqai-

DOCtiuiii ziihltcn.

Kübad I st:irlt j wie wir schon gesehen Laben, am 12. September 531, und sein Sohn ChusraT I bcHtieg den nnm. Das erate Begieningejabr deeeelbeiL nmfaast also die Zeit Tom 13. September 581 bis zum 21. März 532; das tweite Tom 22. Marz 532 bis 21. Härs 533 o. s. w.; üach Mirchond und Syucellus regierte er 48 Jahre; andere orientalische Scliriftsteller geben 47 Jalire 8 Monate an. Die Münzen reichen ohne Unterbrechang von 1 bis 48, so dass er gewiss den Anfang des 48. Jahres noch erlebte. Dieses 48. Jahr beginnt naeh Torstehender Berechnung am 23. Mars 578 nnd reicht bis znm 21. Mars 579, innerhalb welcher Zeit er gestorben sein muss.

Jastiaus II starb am 5. Oktober 578, im 12. Jalir der iodiction, welches letztere vom 1. September 578 bis 31. Angost 579 reidit; sein Nachfolger Tiberius schickte sine Gesandtschaft lam Chusrav, um ihm seine Thronbe- iteigang anzozeigen ond mgleich Frieden anzutragen; die Geeandten trafen aber Chusray nicht mehr am Leben, da derselbe auch inzwischen gestorben war, und zwar im Wmter, d. h. also im Winter 578/579, oder, wie Theophj- kktus sagt (L. III. c. 14), im Anfang des Frühlings.

Der Sjrer Albnifaradsch sagt dasselbe (p. 91 ed. finms ei Kirsdi): ,Jn dem Jahre, in welchem Tiberins die Begiemng antrat, namlioh im Jahre 890, starb Ohm- rav/' Das Jahr der seleukidiscLun Aeia 890 reiclit vom l. Octoher 578 bis 30. September 579.

£s geht also sowohl aus den griechischen und sjrischen Historikem, als aas den Mfinzen hervor, dass Chusrav I gegen Ende des Winters 579 oder noch vor dem 22. Man 519 starb, so dass seine Regieningszdt ziemlich genan

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22 SUnrng pMlot.^9MIol. Ctam vom 7. lamar 'tB7t*

47 Jahre 6 Monate betrug, und sein Sohn Homozd JV den Thron noch vor dem 22. März 579 bestieg.

Das erste Jahr desselben umlasst also den Zeitraum ?om Ende des Winters 579 bis mm 21. März 579; das zweite Jahr Tom 22. März 579 bis zum 21. März 580 n. 8. w. Das erste Jahr hatte also nur eine selir kurze Dauer, und die numismatischen Denkmäler bestätigen diesen Umstand auf die schönste Weise. Während die Münzen aus den iJahren 2, 3, 4 u. s. w. bis 12 ungemein häufig sind, habe ch bis jetzt nur 2wei Münzen aus dem ersten Jahre gesehen; eine derselben ist im Gabinet des Generals ?, Bartholomaei in Tiflis, die andere in ineinem eigenen Cabinet.

Die Dauer seiner Regierung wird in den Historikeni sehr abweichend angegeben. Mesudi hat II Jahre 4 Monate und 12 Jahre, Syncelhis dagegen löJalire; solche Wider- sprüche zwingen uns davon ganz zu abstrahiren, und uns ledigUch an die Synchronismen und die Münzen zu halten.

Der Militärau&tand des Bahram VI Tschopin machte der Regierung dea Hormnzd IV ein Ende und der König wurde gefangen genommen. Zwar Tersuehte es sein Sohn GhusraT II den Thron einzunehmen , aber nach kurzer Zeit wurde sein Heer von Bahram*s Truppen gesclilagen, und Chusrav II selbst flüchtete auf griechisches Gebiet und rief den Schutz und die Hülfe dea Kaisers Mauncius au, der ihm auch ein Corps Truppen gab, mit deren Hülfe er den Bahram besiegte und den Thron wieder einnahm. Die Münzen, welche Bahram VI während seiner Usurpation prfigen Usss , reichen nicht weiter als bis zum Jahre 1 , so dass er auf keinen Fall mehr als 12 Monate regiert hat, auch wäh- rend seiner Regierung kein Frühlings-Aequiiiüctium vorkam. Da nun Chusrav II sclion vorher, unmittelbar nach der Ab- Setzung seines Vaters, wenn gleich nur auf kurze Zeit re- gierte, 80 ist es wohl mehr als wahrscheinlich, dass er die kurze Zeit, wo er auf griechischem Gebiete war, doch als

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Mordtmann: Chronoloyte der Sassaniden.

23

liügieningszeit betrachtete, ßo dass wir bei der clironolo- gischen Anordnung der Sassaniden-Regierungen die Uegier- ttogszeit Bahram's VI nicht in Reclmaug zu bringen haben. Es handelt aich nun daram , die genaue Zeit der Absetzang Hormnzd IV an ermittehi, um za sehen, wie viele Begieraogs- jßhre ihm wirklidi ankommen , und ob die nnmismatiedien Ütiokmaler diese Eniiittluiigeu bc.st.'iti^^eu.

Das Uirouicüu Paschale setzt (Voll p. 691 ed. Bonn.) deo Aufstand Bahram'» VI und die Flucht Chusrav^s II in das nennte Jahr der Indiction, das siebente nach dem Con* solat des Manrititta Tiberius, d. b. in das Jahr, welches am 1, September 590 beginnt und am 31. August 591 endigt.

L'cr Kirchenhiötonker Evagriub (ed. 11. Valesii, Mainz 1679 p. -iO'jj hat uns einen Brief des Chusrav aufbewart, worin derselbe eridärt, er habe im ersten Jahre seiner Ke- giening am Januar dem heiligen Sergius ein Kreuz gelobt, wenn Zadespran, der General des fiahram, lebend oder todt in seine Gewalt käme, nnd am 9. Febroar habe man ihm den Kopf des Zadespran gebracht.

Diese beiden Daten (7. Jnnuar und 9. Februar) müssen also dem Jahre 591 angehören, und das zweite Regieruugs- jihr ChnBrav'sII begann bald darauf, am 22. März 591.

Demnadi mnaa der Anüstand nnd die Regierung Bah- taa'sVI theOs in das Jahr 590, tiieils in das Jahr 591 Men, aber jedenfalls später als 21. März 590, nnd noch Tor dem 21. März 591 beendigt gewesen sein; Hormuzd IV bat also noch nach dem 21. März 5Ü0 regiert; wie lange? können -wir freilich nicht ermitteln, aber gewiss nicht bis sain Ende des Jahres 590. Da er sein erstes Begierongs- jahr am 21. Man 579 beendigte nnd am 22. Mftn 579 seui iweites Regierungsjahr begann, so musste er denmach am 22. März 590 sein 13. Jahr begomieu Laben.

Die Münzen, soweit sie bisher bekannt waren, reichen aber w bin anm Jahre 12; eine einzige war mir ?or-

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24' Sitnmg der philo8,-pkiloL Claass vm 7, Jmmar 1871.

gekommen, auf welcher ich 13 zu lesen glaubte, was ich aber später als einen Intliuiji erkannt habe. Dagegen habe ich später, vor zwei Jahren, eine Münze erworben, auf wel- cher die Jahrossahl 13 gans deutlich und unzweifelhaft ist» and welche unsere bisherigen Ennittelangen aofe schSnete bestätigi. Da sie bisher als Umemn ezietirt, so liaat rieh daraus sdilieesen , dass Hormnzd IV sehr bald nadi dem Frühliags-Aequiüoctium 590 abgesetzt wurde, wodurch wir also eine ziemlich genaue Zeitbestimmung erhalten. Hor- muzdlV regierte demnach etwa vom Anfang März 579 bis etwa Anfang April 590, also eigentlich nur 11 volle Jahre und etwa einen Monat, während seine Regierang daroh ein eigenthümliches Zasammentreffen 18 Jahre zählte.

Die Chronologie für die Zeit Camsrav^s II ist sehr ein- fach. Wir haben so eben gesehen , dass Hormuzd IV bald nach dem 22. März 590 abgesetzt wurde , und das erste Jahr Chusrav's II also von da an bis zum 21. März 591 reiclite^ in dieselbe Zeit fällt der Aufstand des Bahram VI Tschopin , der aber in der Berechnung nicht mitzählt , weil Ohasrar doch wohl die Zeit seines Aufenthalts anf griechi- schem Gebiete mitzählte, »aamal da er schon Tor seiner Flucht eine Zeitlang faktisch regiert hatte. Sein zweites Jahr reicht also vom 22. Marz 591 bis 21. März 592 u. ä. w.

Ein iiiiitterlicher Olieiui Chusrav's, Namens Bestam, em- pörte sich in den ersten Jahren seines Neffen, und behaup- tete sich gegen denselben in Parthien mehrere Jahre, so dass er sogar unter seinem Namen (Vistachma Piruzi) Mämen prägen liess; die mir bekannten Mfinzen desselben tragen die Daten 2, 4, 5 und 6, so dass er mindestens nodi em sechstes Regierungsjahr begonnen hat In der bereits Torhin erwähnten Abhandlung uuter dem Titel ,,Hekatouipj'loä" habe ich nachgewiesen, dass die Jahre 2, 3, 4, 5 von Vistachma ▼om 22. März 593 bis 21. März 597 reichen; der Aufstand mufis also Yor dem 22. Man ^93, aber nach dem as.Män

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M&rUmtnm: Chnmiogie ä&r AMMUNbn» 25

&92 begomm bftbeii, und im Laufe dm Jabra 23. BIte 597 bh 21. Min 598 niedergttworfeii aein.

Am dem Chronieon paschale T. I p. 727—- 729 erfahreD

wir genau die Zeit der Absetzung (Jhusrav's II und beint s Todes, und zwar durch einen oflicieUen Beiiclit des ilera- klios, der sich am dieselbe Zeit als Sieger auf persischeui Gebiete and in unmittelbarer Nähe der Ereignisse befand. Diesem Bericfate infolge iniide GhosraTH im ersten Jahre der Lidiction, im 17. Jahre nach dem Consniate des Hera- klins, am 24. Februar gefaugeu genomiDoii und am 28. Fe- bruar ermordet, wälirend sein Sohn Kobad IL Schiraie am 25« Februar gekrönt wurde.

Das 17. Jahr nach dem Consnlat des Heraklios ist 628»

erste der Indictian 1. September 627 bia 31. Angost 628; fi>lglidi hat GhosraTlI bis aom 2i. Februar 628 re» giert. Eine weitere Bestätignng des Jshree finden wir in demselben Chronieon Pabchale p. 733 , wo es heisst, dass der 3. April debselben Jahres ein Sonntag war, was genau aam Jahre 628 passt.

Das Jahr Tom 22. Win 627 bis sam 24. Februar 628 «ir nach obiger Berechnung das 38. Jahr des Ghosra? II, imd in der That reidien die Münzen desselben noch nieht Weiter. AUenlings besitzt Hr. (icneral y. Bartholoinaei eine Münze vom Jahre 39, die aber webrscheinlich in einein ent- legenen Theiie des Reiches bald nach dem 21. März 62S gepriigt wurde, wo man ahio die Ereignisse. Tom Ende Feb- nuur in der Hauptstadt nodi nicht wnsste. Der P^Sgeort ist ^Abi weichet ich doroh Meibnd erkläre; die isolirte Lage dieses Ortes iu der Wüste zwischeu Ühorabau und KirmaQ scheint eine Bestätigung zu sein.

Kobad ü Schiruie hat nach Mirchood, Sjncellus u. a. 8 Monate regiert, also bis Ende Oktober 628; o^el aber siUt diese Zeit für swei Jahre, nämlich 25. Febmar bia 21. Miis entsa Jahr, mid22.Mta bii Ende Oktober mreitse

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26 SUtung der ]glbiio$,']^M> Ciatie vom 7, Jamiar 1871,

Jalir. Das ersto Jahr ist sehr kurz, so kurz, dass wahr- ßcheiDlich DOch gar keine Müuzeu geprägt werden konnten, somal da um Zeit feindliche Heere das Land über-

sdiwenunt hatten; sämmtliche Münzen Kol)ad*8 II, die ich gesehen habe, sind Tom Jahre 2.

Die folgenden Jahre und wegen der raschen Aufein- anderfolge der Thronwechsel nnd wegen der widersprechenden und mangelhaftcü üerichtc nur im allgemeinen zu ordnen, bis zu dem Augenblick, wo Jezdegiid IV den Thron bestieg, welches Ereigniss die nacli ihm benannte Aera einführte, nämlich vom 16. Juni 632. Die Zeit vom Noyember 62S bis zum 15. Juni 632 musB nun durch folgende Begierangen aosgeiilllt werden:

Ardescbir III 7 Monate, nach Theophanes, Cedrenus, Syn-

cellus, Historia Miscella 5 nach Mesudi 18 nach Nikhi 21 nach Abnlfaradsch Sarbaras (Barazas) 2 Monate^ nach Theophanes, Historia

Miscella, llesodi 8 nach Cedrenus» 20 Tage (40 Tage) nach Mesudi Eesra I 3 Monate, nach Mesudi

Pniandacht 7 nach Theophanes, Cedrenus, Hi- storia Miscella 14 nach Chondemir 16 nach Mirohond 18 nach Mesudi, Nikbi. Hormuzd Y, ohne Zeitangabe, erwithut bei Johannes Ka-

togikos; Münzen vom Jahre 1 und 2, Jezd^irdlY, vom 16. Juni 632 an.

Vom Anfang November 628 bis 15. Juni 632 sind 43 V*» Monate, die sich allerdings aus den forstohendea

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Angaben auslulleo lasseo , was jedoch zu manchen Willkor- tiGfakeüen fahren würde, wenn wir aiebt auf die munism^ tisoheo Anfaben Ruckeiclit nehmeD wollteo, deren Daten Dadi mem besooderen Priinip angegeben werden.

Die Münzen Ardeschir's III sind vuiu Jahre 1 und 2, K'tztere besonders hänfisr, woraus hervorgeht, dass er noch xiamllch lange nach dem 21. Marz 629 regiert hat; dieser Umstand wird dadorch bestätigt, dasa Heraklins sich m Aii£uig des fVtihlings 629 nach Jerosalem begab, and onter^ wege, bei seiner Ankunft in Hieropolis, den Tod Kobad'sII

U!;i-1 die Thruiibe-tfi[:uiig Ardfsciiir's III erfuhr, mit welchem letzteren er bofurt Verhandlungen einleitete wegen der Aus- lieferung gewisser Heiiigthümer, welche Chu&ravll in Jeru- aakm erbeutet hatte, zu deren Heransgabe sich Ardescfair III Terstand. Da nnn Ardeschir HI etwa im Anfang des No- vember 628 den Thron bestieg, also bis smn Ende des er^un Jahres, 21. März G2Ü, schon etwa 5 Mouate regiert hatte, so diirfen wir wohl annehmen, dass die 7 Monate des Theophanes u. s. w. zu wenig sind, wogegen die 18 und 21 Monate des Nikbi und Abnliaradsch jedenfalls m viel sind, da sie ein drittes Jahr Toraoesetsen würden, welches aof den Münzen nicht vorkommt Er moss also vor dem 21. März 630 gestorben sein.

Die Regierungen des Sarbaraz und Kesra I sind nicht durch Münzen beglaubigt, und haben überdies zu kurze Zeit gedauert, Tielleicht mögen sie bis über den 21. März 690 gedauert haben« Nehmen wir nnn Pnrandocht's Thron- beste^ung im Frühling 680 an nnd geben wir ihr 7 Monate mit Theophanes, Gedrenns u. s. w. , so gelangen wir damit ungefähr bis zu Ende des Jahres 630. Die einzige Münze, welche biaher von der Königin Poranducht zum Vorschein gekommen ist, trägt das Jahr 1.

Nach Pnraadncht kommen noch einige Namen, die wir aber bloss in orientalischen Antoren lesen, Tschahinendeh

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28 ISStnmg der jMo«.:fMM. dofts «om 7* Jmmat 1871.

1 Monat, Arzemidiushti Kesra II, Ferachzad,

aber die ayriadian, armeniflGheii und byiaiitisiadien Aatom

niclita wissen, auch bisher keine Mfunen sam Voradieia

gekommen sind; ihre Existenz gänzlich abzuleugnen, möchte bedenklich sein, aber auf keinen Fall haben sie lange genug regiert, um Aufsehen zu erregen. Der einzige Honnozd V wird auch TOn dem Armenier Johannes Kato- gikoB, sowie fon Oedrenoa und dem Verfasser der Historia MisoeHa erwabnt, letztere beide jedodi nennen ihn den letzten Sassaniden, so dass sie ihn mit Jezdegird IV ver- wechseln. Seine Münzen sind Yom Jahre 1 und 2. Setzen wir nun für seine Vorgänger vom Tode des Puranducht an für jeden circa 2 Monate, so kommen wir damit bis zum Aogost 631. Von da an bis anm 21. März 632 zählte also Hormnad V sein erstes Jahr, nnd ?om 22. Mira 632 bia mm 15. Juni 692 sein zwotes Jahr.

folgt nun Jezdegird IV, der am 16. Juni 632 den Thron bestieg und nacli arabischen llistürikern im Jahre 30 der Uidschret bei Mero getÖdtet wurde; dieses Jahr begann am September 650 und endigte am 23. August 651. Die Münzen Jezdegird*a IV reichen bis zum Jahr 20, von welchem Jahr idi eine besitze; sie ist bis jetzt ein Unionm. Da at|di sein erstes Jalir vom 16. Juni 632 bis zum 21. März 633 reichte, so begann sein zwanzigstes Jahr am 22. Marz 661; er musa also in der Zeit Tom 22. März 651 bis zum 23. August 651 getödtet sein.

Idi fSge nun am Schlosse eine Znsammenstellnng der aoa diesen Üntersochnngen gewonnenen Besnltate bei, nnd stelle zur Yergleichung die Angaben meiner Vorgänger Richter, Sedillot und Patkanian in eine besondere üolunme auf« Die Jahre bezeichaea den Hegierungsautritt.

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Mordtmam: Chronologie der Sassaniden,

29

Regie rangsan tritt

Könige

nach Torstohender UntersQchung

nach 1 Richter

nach Sedillot

OB M S S 09

flu

Arucscnir x .....

226

2M

223

/-V

226

^ihaDar I . ...

240

O O Q

240

HoTTTlflT*! T

271

971

^ U J

|211

B ahram I . . ...

212

O T O

O O

272

ijaiirani xi

215

Bahrain III

283

293

292

x^fibi ........

2o3

293

294

Hormuzd II .....

300

302

303

301

O^ilApur 11 *

o rv rfc

309

309

310

309

Ardeschir II . . . .

ai9

381

380

380

Schapur III

385

384

384

RÄlir.im IV

aaa

QQQ

386

J p 7 p CT 1 1* /I T in OsfsTmn

vCCiUCgllUA III Vr 9 b Jll all

jezuegird 11

399

400

399

397

W\ _ l TT

Bahram Y

420

421

420

417

•TfyflpiHrfl ITT

439

442

440

438

Hormnxd III 457 459 in Ost T r fl. n

4fi0

457

457

4fi 1

» j 1

459

A QQ

486

Kobad I mm Rrsf^nmal

487

491

491

490

497

Kobad I zum zweitenmal

499

lTnTlCTJl.V T

V/LiUSXaT X ......

531, 13. Sept.

0 / y Ende Winter

531

531

579

579

>i TO

Bahram VI 590—591

590

590

590

590

Bestam, 592—597 in Parthien

Kobad II Snhiniifi . . .

628, 26. Febr.

628

628

628

Ardeschir in

628. NoYbr.

628

029

ß2fi

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Refriernngr« Antritt

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Kosra I

Porauducht

630

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630

Tschahinendeli

631,Jaa.,Fet>r.

Artemidiidit

63I,mn»Apr.

631

632

631

Eesra II

631, Ufei, Joni

631

632

631

Feradizad

631, Juli, Ang.

632

632

*

Hormuzd V

63], Sept

631

Jezdegird IV

632, 16. Joni

632

632

632

ermordet 651 (zwischen 21.

bis

bis

Ina

Man 23. August) .

651

652

651

Chronologie der Taberistanischen Geschichte.

Durch die Ermordung Jezdegirds IV war die Muiiaichie der Sassaiiiden zusammengebrochen und Persien wurde dem Chalifenreiche als Provinz eiuverleibt. ladesseu war damit Persien noch lange nicht für den Islam gewonnen. Abge- sehen ?on den politisch-religiösen Bewegungen, welche zu wiederhottenmalen im eigentlichen Permen etatt&nden and bis in die Gegenwart hineinragen, hielt sich der Magismns im Süden des kaspischea Meeres in den ri ovinzen Taberistan und Mazmderan noch Jahrhunderte lang, und die politische Unabhängigkeit dieser Gegenden wurde erst im 16. Jalir^ hundert unserer Zeitrechnung durch die Dynastie der Seife?i Tmichtet üeber die Geschichte dieses entlegenen Erden- winkels ezistiren mehrere Monographien» wn deren Heiatis» gäbe sich Herr Staatsrath ?. Dom in St Petersburg ungemem Terdieut gemaclit hat. Unter diesen Quellen ist namentlich das Geschichtswerk des Zahireddin herforzuheben , welches

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Mordtmann : Chronologie der Taberistanischen Geschichte. 3 1

den ersten Band d|p erwähnten Sammlung bildet und im Jahre 1850 erschien.

Die Fürsten ?on Taberistan documentirten ihre Unab- hängigkeit durch Münxenf Ton denen sich eine fast ganz naammenhangende Reibe Aber einen Zeitraum tou beinahe 80 Jahren in Teraduedenen Munz-Gabinetten nachweiaeii liaal; meine eigene Sammlung ist ziemlich reich und voll- ständig und enthält mehrere Unica. Der jetzige Altmeister der Pehievi-Numismatik, Olshausea war es, welcher diese Münzen zuerst richtig und vollständig deutete.

Sämmtlicfae Mümen dieser Art führen eine Aera, velobe aogensdieinlich moht die Regiernngsjabre der einaelnen Firsten beseidmen, wie ee auf den Sassaniden-Mtinzen der

ist. sondern eine Aera, die man als die taberistanische bezticiineo kann, und deren Anfang ich bereits im Jahre 1852 in soweit bestiount habe, dass derselbe mit dem Ende des Saaaanide&reidies zusammenfäUt, also, wie wir soeben gesehen haben, im Sommer 651 begann. Die Münzen selbst, soweit sie Torhanden sind, bieten ein Yortrefifliciies Mittel, die Chro- nologie der Farbton von Taberibtan festzustellen ; aber die Resultate sind nicht immer mit den Angaben Zaliireddin's in Einklang zu bringen. Eine nochmalige durchgreifende Untersuchung der Münzen und der Berichte des Historikers dOrfte also immerhin Ton Nutzen sein.

Zahtreddin giebt folgende Liste der unabhängigen Fnrsten ron TabeiistaQ.

Dsohilanscfaab.

Dschil, dessen Sohn, erster Fürst von Taberistan unter dem Namen Gavparc, regierte 15 Jahre, nämlich Tom Jahre 35 bis 50 der Aera von Ta- beristan und starb im Jahre 40 der Hidsohret.

Dabuie, ältester Sohn des Gavp^ire, regierte 16 Jahre.

Ferchan, Sohn des Dabuie, regierte 17 Jahre.

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32 Bitmg Ar fkHüi^-pkOoL Qam mm 7. Jmmr ISTt

Dadmihir, Sohn des Ferchas, regierte 12 Jahre.

Chnrechid, Sohn des Dadmihir, regierte im Gänsen 51 Jahre, nämlich die ersten 8 Jahre unter der

Vormundschaft seines Oheims, die übrirre Zeit unabhängig. Der Chalifo Manssur schirktc Abül Ohassib und Omer bin el Ala nach Taberistan; dieselben eroberten im Jahre 137 der Uidschret die Hauptstadt Amnl; Chorsohid hielt sich nodi längere Zeit im Gebirge ; nachdem aber die Araber das ganse Land erobert nnd die Familie des Ghorscbid gefani^ genommen hatten, vergiftete sich Churschid im Jahre 110 der Unabhängigkeit Tabeiistan's, im Jahre 144^ der Hidschret

Im Lanfe seines Werkes giebt Zahireddtn noch Ter-

schiedene Synclii onisnien, die wir ebenfalls discutiren werden, indem wir sie mit den numismatischen Ang-ibcn vorgleichen. Indessen ergiebt sich schon aus der einfachen Berechnung der vorstehenden Daten, ohne Rücksicht auf den Paralle- lismos der Aeren, dass der Geschichtscfareiber sich in Wider- Bruche Terwicfcelt.

Dscbil, genannt Gavpare, regierte 15 Jaliro, nämlich Ton 35 bis 50 der taberistanischen Aera,

Dabaie regierte 16 Jahre> also bis som Jahre 66 der taberistanischen Aera,

Ferchan regierte 17 Jahre, also bis zuiu Jahre 83 der taberistanischen Aera,

Dadmihir regierte 12 Jahre, also bis vom Jahre 95 der taberistanischen Aera,

Churschid regierte 51 Jahre, also bis zam Jahre 146 der taberistanischen Aera,

wShrewi Zahireddin behauptet, dass CSharschid sich im Jahre 119 der taberistanischen Aera ?ergiftete. Es kommen

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afao 27 Jahre m viel heraus, und kommt niia darauf an tu ermitteln, wo die Fehler «teeken. Untersuchen wir

zunächst die Dumismatischen Denkmäler.

Ferchan's Münzen zeigen die Jahre 72, 73, 75, 77.

Dadmihir (Dad Burdsch Mitra) das Jahr 87.

Chorachid's Münzen die Jahre von 89 bis III, von denen die einzelnen Jahre, mit Ausnahme von 91, 93, 109, 110, dureh Mttnseu reprSaentirt sind; eiueMünse, angeblich Tcm Jahre 114, ist gewiss unrichtig gelesen und wird 64 zu lesen sein. Die Münzen der Statthalter tou Taberistan be- ginnen mit dem Jahre 117 und gehen ohne Unterbrechung auch nur eines einzigen Jahrs bis zum Jahre 143.

Die Münzen des Statthalters Omer bin el Ala erscheinen zQ^t in den Jahren 120, 121, 122, 123, 124, 125, wo der Marne Omer meietenB in PehleTi-Charakteren ausgedrückt ist, jedoch auch in kufiscfaer Schrift, audi einmal in beiden Charakteren; dann folgt Said bin Da'Iidsch in den Jähren 125, 126, 127 nnd 128, der Name Said nnr in kufischen Charükteren ; dann wieder Omer in den Jahren 127, 128 und 129, der Name Omer nur in kufischen Charakteren. Aus Zahireddin erfahren wir, dass Omer nach Manssur'ä Tode Tom Chalifen Mehdi abgesetst wurde; ihm folgte Said bm DaHidsch 3 Jahre, dann wieder Omer bis zu seinem Tode. Hier stimmen die MSnsen äbo mit den geschicht- lichen Angaben tberehi und liefern uns ein Mittel sur Fes^ Stellung der tabcristanischen Aera. Der Chalife Manssur starb im Jahre 158 der iiidschret; dieses Jahr begann am 11. November 774 und endigt am 30. Oktober 775; wir dürfen also annehmen, dass das Jahr 775 dasjenige ist, in wekshem Omer abgesetst wurde, also das Jahr 125 der tsberistanischen Aera, nnd dieses führt uns auf das Jahr 651 surück, in weldiem diese Aera begann, also gerade in dem Jahre, wo das Sassanidenreich zuäummeabrach : ein Resultat, (1871, L Phii. bist Ci] S

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34 SUgmig der phäoB^'pkihL Claue vom 7. Jmmar 1871,

welches ich schon früher ermittelt h&be, und daher als einen festen Punkt ansehen kann.

Dschil Oavpare regierte 95—50 der iaberistanisdiea Aera und starb im Jahre 40 der Bidschret.

Diese Daten lassen sich nieht Tereinigen; das Jahr 40 der Hidschret reicht yom 17. Mai 660 bis 7. Mal 661, während das Jahr 50 der üibeiistanischen Aera von 700 bis 701 reicht; im Jahre 40 der Hidschret hatte Dschil noch nicht einmal seine Regierung angetreten; es ist also eine gani unbrancbbare Angabe.

Ferchan war Zeitgenosse des Katri bin el Fidschah, nach

Z^ihireddin pag.

des liadschadsch bin Juasuf, nach Zabireddin pag. f «

des Ghalifen Moam nach Zabi* reddin pag. fvf**

Katri wurde im Jahre 78 oder 79 der Hidschret besiegt und getödtet, also etwa im Jahre 698 , d. h. 48 der tabe- ristanisdien Aera.

Der ChaUfe Moam II regierte im Jahre 64 der Hid*

Bchret, also etwa 684 » d. h. 44 der taberistanischen Aera.

iladschadicii bin Jussuf war vom Jalire 78 bis 96 der Hidschret, al?o von 697 bis 714 d. Ii. 47 bis 64 der tabe- ristanischen Aera, Statthalter von Irak, JPersien u. s. w.

Da non die letsten bekannten Mänaea Ferohan's vom Jahre 77 sind, so müsste er nach den Torstehenden Syn- dironismeii mindestens 38 Jalire regiert haben, wShreod Zahireddin selbst üun nnr 17 Jahre giebt

Indessi^ü zeigen ilie Jahre GO, 61 und G4 der tabe- ristanischen Aera einen andern Münzlierrn, Churschid, der also als Churschid I bezeichnet werden müsste. Da aber die Lesung dieser Daten nicht ganz unangefoohten ist, und auch möglicherweise 108, 114 oder deigleidien sein könnte,

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M&rdtmatm: Chr(moioffied€r Taberistamachen Cie»chichU. 35

so will ich für dcu Augenblick kein Gewicht darauf legen, und dagegen von den durch üebereinstimmung der Münzen und der historischen Ueberlieferung beglaubigten festen Punkten rückwärts eine mehr gesicherte Chronologie <a er« mittehi andien.

Dieser feste Punkt ist t wie wir schon gesehen haben, das Jalir 125 der taberistanischen Aera =3 158 der Hidscbret = 775 n. Ch. G., wo Omer bin el Ala abgesetzt und Said bin Da'lidsch zum StattLalttii ernannt wurde.

Zahireddin giebt pag. tyt* und fvt^ folgende Liste der Statthalter:

Abn Chasstb, erster Statthalter, 2 Jahre,

Chamme 1 Jahr,

Bnh bm Hatim 1 Jahr,

Chalid bin Bennek 4 Jahre,

Omer bin el Ala bis zum Tinle des Ghalifen Manssur, Said bin Da'lidsch B Jahre,

Omer bin el Ala zum zweitenmale bis au seinem Tode,

Abdul Hamid Madbrub. Die Münzen des Chalid sägen die Jahre 117, 118 und 119; im Jahre 120 beginnen die Mfinsen Omer*s; nach vor- stehender liste wSre also:

Chalid Statthalter in den Jahren IIG bis 119.

Ruh bin Hatim im Jahre 115.

Chazime im Jahre Iii. Abu Ghassib in den Jahren 112 und 113 der taberista- aisehen Aera, d. 762 and 763 nach Chr. G., welche den Jahren 146 imd 146 der Hidschret entspreehoi; damit stimmt gans Torzliglich die Angabe, dass Ghnrsdiid sich im Jahre 144 der Hidschret vergiftet habe, d. h. im Jahre III der taberistanischen Aera, und in der That konmit noch eme Münze desselben vom Jahre III for; die Münze vom Jahre 114 ist also jeden Falls falsch gelesen, es muss 64 gelesen werden«

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36 8UM¥ng der pJU2o«.-j>JUl0l. Clam vom 7. Jmmar IBTl.

Die einzige bis jetzt Ton Dad Mihir zum Vorschein ge- kornrndne Münze ist vom Jahre 87, während Cbarschid'a Münzen im Jahre 89 beginnen ; das Jahr 88 ist nicht repra- aentirt ; nehmen wir also an, dass dieses Jahr beiden Fürsten

angehört, d. h. dass Dad Mihir im Laufe des Jahres 88 starb und Churschid zur Regierung kam, so würde letzterer 23 Jahre regieit haben.

Zahireddin giebt dem Dad Mihir 12 Jahre; er moss also Ton 76 bis 88 regiert haben; aber Ferchan's Münzen reidien bis 77; nehmen wir dieses als sein Todesjahr, so würden wir iür Dad Mihir die Jahre 77 bis 88 haben, aber auch selbst 89 wäre noch möglich, so dass die Redinung in diesem Falle nnl Zahireddin's Angaben in Einklang stände; für Churschid würden alsdann 22 Jahre herauskommen, während Zahireddin ihm 51 Jahre <G^ebt. Vorhin haben wir gesehen, dass Zahireddin^s Angaben einen Fehler von 27 Jahren enthalten; hier haben wir bereits einen fi'ehler von 29 Jahren ^hannt, und wir können jetzt, nach £e* riohtigang dieses Fehlers, Zahireddin^s Angaben so aemlieh mit den Münzen in Einklang bringen.

Schlimmer steht es mit der Angabe des Gtscliickts- schreibers pag. f ^ , duss Dad Mihir um die Zeit starb, wo Abu Müslem seine Agitation für die Abbassiden in Chorassan eröffnete, also etwa im Jahre 130 der Hidschret, d. h. nngefähr im Jahre 96 der taberistanischen Aera, wo Ghnrschid Uhigsl den Thron bestiegen hatte. Wir müssen daher diesen Synchronisrnns wieder ferwerSsn.

Ferchan*8 Münzen reichen von 72 bis 77; nach Zahir- eddin hat er 17 Jahre regiert, also etwa im Jahre 60 oder 61 die Regiernnf^ angetreten ; aber im Jahre 64 erscheint eine Münze mit dem Namen Chorachid, ebenso eine andere yom Jahre 61 und eine dritte vom Jahre 60; da Churschid im Jahre 114 schon 3 Jahre todt war, so ist die Zahl iiW^Jiy^ sicherlich tschahar sdiast, 64 nnd nicht

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MMtmum: CkronoUtgie dar TäbeHtUmitehm Oeti^ekU, 87

tlifthfthar deh sat, 114, zu lesen; noch viel weniger kann muk ipMM^ je deh aat^ III, lesen, was eine gani onerhörte Fonn w&re, sondern nor je sdiast, 61. Somit ist also doroh

die namismatischen Denkmäler ein Ghurschid I beglaubigt, während die Münzen der von Zahireddin erwähnten DscLil Gavpare and Dabuie bis jetzt noch nicht zum Vorschein gekotnmea sind. Idi will jedoch damit ihre Existena nicht aUSognen, es ist sogar mSgUch, dass der eben genannte Dabai» nnser Ghorsdud I s«, gerade wie Kobad II aof den Münzen Karat Pimdseh heisst, während die meisten Historiker iliu Schiruie nennen. Kacli Zahueddin müsste er bis 66 regiert haben, was sehr leicht möglich ist. Wir können demnach die anabhängigen Fürsten Taberistan's, tiiflik nadi den MünMii, thdls nach Zahireddia's Angaben, nngefahr wie folgt, diionologiscli festatellett (Torbehaltlioh einsefaier BeriditigangeQ dnrdi etwaige spätere Mnnsinnde).

OsdiU, genannt Gavpare, 95^50 der tabenstanischen Äeia, 685—700 n. Ghr. O.

Dabnic Ghurschid I, 50 66 der taberistanischen Aera, 700—716 n. Chr. G.

Ferdian, 66—77 der taberistanischeii Aera, 716— 727 n. Chr. G.

Dad Mihir, 77—89 der taberistanischen Aera, 727 —739 n. Chr. G,

Qniiechid II, 89—111 der tabenstamschen Aera, 739—761 n. Chr. G.

In dem zweiten Bande seiner Nonrettes M^langes Asia-

tiques hat Abel Remusat einen Auszug aus dem Werke des Ma-tuan*li unter dem Xitel: „Sur cjuehjues peuples du Tibet et de la Bookharie^^ gegeben, wo es S. 254 heis&t:

„Es giebt ooch ein anderes Königrdch Tho-pa-sse-tao oder Tbo-pa-ea-tan (Taberistan) , welches auf drei Seiten

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38 Sitzung der phtloa.-phüol. Classe vom 7. Januar 1871.

von Gebirgen umgeben ist und gegen Norden an ein kleines Meer grenzt. Der Fürst wohnt in der Stadt Pho-li , und besitzt erblich die Würde eines Generalissimus des östlichen Persiens. Bei der Zerstörung Persiens konnte er von den Arabern nicht besiegt werden. Im fünften Jahre Thian-pao (746 n. Chr. G.) schickte der König Hu-lu-han eine Gesandt- schaft an den Hof und erhielt den Titel Kuei-sin , d. h. Unterwerfung unter die Treue (soumission a la fidelite); acht Jahre später (also 754) kam sein Sohn Hoei-lo als Gesandter und erhielt den Titel „überzähliger General-Officier** (Officier genöral surnumeraire) , den Purpurmantel und den goldenen Fisch. Während seiner Anwesenheit in der Haupt- stadt (von China) eroberten die schwarzröckigen Araber (d. h. die Abbassiden) seine Staaten/*

Um das Jahr 746 regierte, wie wir gesehen haben, Churschid II. , dessen Name sich in Hu-lu-han (Churschid Chan) und in dem Titel Kuei-sin leicht wiedererkennen lässt. Nach Zahireddin's Bericht fiel Amul im Jahre 137 der Hid- Bchret, d. h. 754 755 nach Chr. in die Hände der Araber, was wiederum mit dem Schlüsse der chinesischen Notiz ganz genau übereinstimmt. Unter dem Titel „Generalissimus des östlichen Persiens" steckt augenscheinlich eine Uebersetzung des Titels Ispehbed, und unter Pho-li haben wir uns wahr- scheinlich die Stadt Balafrusch , zwischen Amul und Sari zu denken.

Es kommen nun die Statthalter, deren Reihenfolge diese ist:

Aera von t. n

_ , . . nach Cnr. G. Tabenstan

112. 113 762. 763 Abu'l Chassib | bis jetzt noch nicht

114 764 Chazime l durch Münzen be-

115 765 Ruh biq Hatim j glaubigt.

Mordtmann: Cl^rpmolaffk der TabaristanUchen Geschichte, 39

116—119 766—769 Cbalid bin Bermek, in den Jahren 117,

118 a. 119 durch Münzen beglaubigt.

120—125 770— 7TÖ Omer bin el Ala 1 , , 125-128 775-778 SaidbioDa'üdadi l ^"'^.^^^ 127-129 777-779 Omer Inn el AU j 8**?^oigt.

Die Münzen nennen noch folgende Statthalter:

129 779 Jahja und eiii anonymer Statthalter

130—136 780—786 anonyme Statthalter

134 784 Omer bin el Ala

135 137 785—787 Dsclierir

1 36 786 Maad

137 787 Süleiman 137. 138 787« 788 Hani

139 789 Mnkatil

139. 140 789. 790 Ahdnllah

140—143 790—793 anonyme Statthalter

141 791 Ibrahim.

Zahireddin nennt von diesen Statthaltern einige, die, via er sagt, YonMamon dahin beordert waren, als derselbe noch nicht C3ialife, sondern bloss Statthalter Ton Ohorasan war, was mit den Zeitangahen aof den Hihisen übereinstimmt. Zahireddin hat folgende Reihe:

Süleiman bin Manssur (Jahr 137) 8 Monate Hani bin Hani (137. 138) Abdullah hin Kahtaba (139) Said bin Müslim (Mfinzen nidit Torhanden) Ahdnllah, einer yon den Söhnen des Ahdnl Asfz, 9 Monate Muthanna bin Hadschadsch, 1 Jahr (olino Miinzen) Abdnlmelik Ka ka\ 1 Jahr (ohne Miinzen) Abdullah bin Hazim.

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40 Sitsung der phüo9,-phÜQl> CUusc vom 7, Januar 1871,

Zabireddin kennt also drei Abdullah; die Münzen mit dem Nainea AbciuUah sind aus den Jahreü 139 und 140. Jahja, Dscherir, Maad, MukaUi and Ibrahim sind dem Za* hireddia unbekannt, wogegen dieser Said biu MtUlim, Ma* ihatma und Abdnlmelik kennt, die auf Münxen nicht vor- kommen. Die genanere Beetunmiing dieser VerhSltnisBe mase also etwaigen spater zum Vorsdiein kommenden Münzen, Denkmälern und Urkunden vorbehalten bleiben. Das Land war übri^^ens in zwei Proyinzea getheilt, deren Statthalter resp. in Sari und Amiil residirten; die Münzen kenneu aber nur den tarnen Tapurifitan.

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41

Herr Christ trug vor:

yjMetrische Bemerkungen zu den Cantica des Plaatas."

Ritscbl und Fleckeisen bezeugen durchweg in der Be* handlang PlautiniBcher SteUen, das« rie ihr Qdh6r an den ihjthiiiiBcheD Sätsen Hermamusolier Metrik gebildet haben: ihre Verse und dieses Lob müssen ihnen selbst ihre

WidcihaclitT lassen lesen bicli leicht, und selbst die Ana- pästen, die sonst so holprig und und ungelenk bieh ausuehmen, haben bei ihnen einen gefälligen, leicht dem Gehör eich ver- mittelndes! Fluss. Aber Hermann hatte seine Sätse aofgestellti ehe der Ambrosianiis mit semer fiir die Metrik so wichtigen Venkheilong bekannt war, ja ehe anch nooh von dem Vetna

erossen Bachstaben und ihnliehe scheinbare Kleinigkeiten beriicksichtigende Collationen vorlageu. Indem nun aber trotzdem Ritsclil und Fleckeisen nicht wesentlich über die Versschemata Hermanns Linausgingen, erlaubten sie sich namentlich in den Cantica viel zu weit gehende Aen« derangen an dem überlieferten Texte, so dass sich ihre Verse wohl gnt lesen lassen, aber vielfach nicht mehr die Verse des Dichters sind. Diese sdiwaehe Stelle in den Arbeiten Aßt hochTerdienten Plautiner ist bei dem Bienenfleiss und der Streitlust der heutigen Philologen Deutsclilauds natüilicli nicht unbemerkt geblieben, und bald wurde nach mehr als einer Seite der entgegengesetzte Standpunkt herausgekehrt.

Vorerst hat man neben den gangbaren Versen auch Ter- boigeno, seltene Metra bei unserem Dichter aufgestöbert nnd so demselben jene mmen immtm aorüokgegeben, deren er sich in seiner Qiabidirift rülmit. An vielen Stellen wurde

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42 SitBung der phüos.-philoL Ciam vom 7. Jamat 187 t.

auf diese Weise die Ueberlieferung der Handschriften wieder zu Ehren gebracht, und z. B. Ritscbls willkürliche Behand- lung der ersten Scene des Stichus wird jetzt nicht mehr leicht von irgend welcher Seite Büligiing findeo. Und seit- dem non aach Stademund {Be eanfteta Plaw^nts p. 31) und Bnx (Jahrb. f. Phil. 91, 61 nnd 101, 763) die Lehre von den synkopirten Versen und der dreizeitigen Messung heran- gezogen haben, werden wir bald auch im Plautus all" jcdo Wunderdinge erleben , die uns in den griechischen Lyrikorn und Dramatikern wetteifernd aufgetischt werden. Ich meiuer- eeits will diesen Entdeckungen nicht vorgreifen, sondern nur einige nnbedentende Nachträge zur Lehre von den anapästi- sohen Versen bei dieser Gelegenheit liefern.

Die anapästiBohen Oktonare des PlantQs, welche Yersart bekanntlich den Griechen fremd war, sind offenbar, wie bereits G. Hennann (Elem. doct. metr. p. 163; yergl. meine Metrisclie UeberHef. der Pindarischen Oden S. 33) andeuteto, daraus entstanden, dass der lateinische Dichter in den ana- pästischen Systemen seiner griechischen Originale öfters zwei Dimeter in eine Zeile rasammengeschriebea fond. Diese beiden Dimeter, die nnr als Glieder (mla) dner grösseren Periode gelten sollten, haben die Lateiner als Theile eines Verses angesehen und demnach in ihren Nachbildungen an dem Schlüsse des zweiten Gliedes diejenigen metrischen Frei- heiten eintreten lassen, die nur an dem Ende der Periode gestattet sein sollten.^) Nun finden sich aber bekanntlich in den anapästischen Systemen der Griechen den Dimetem aach Monometer beigesellt, nnd indem die Lateiner ancli

1) Beilftufig will tob liier bemwlcsii» diit sieb eine gti» ihaliofae Eraehmnong in den Daotjlo-Epitriten Fiadart findet, da sioh aaoh dort diten, wie ich in meiner Aufgabe angedeutet habe, der Rhyth- IBII8 in zwei und mehreren Yeraen fortsetzt, trotzdem daes an dem Sebloaa der eiaieinen Tene ^U* aao. und Hiatne sogelaenn sind.

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43

Her den Ifonometer nnd üimeter m dnem Vene Terbioden, entstenden die anapSsttscbeD Trtmeter, welche bis jetzt,

so vi- 1 ich weiss, noch niemand aufzubtoUen wagte, von denen sich aber doch drei Beispiele hei Plautus nachweisen lassen. Zwei derselben stehen Most. &5Ö &,

Servi, qui, quem etäpd eareant^ tamm mahm nuUiutii,

Iii So Ich f esse eris utihiles. Nam Uli, qui ml metuünt^ postguam sunt mdium meriti, Stmlta expehmt sibi cofutlto»

Idi habe dabei nichts an der handscfariftlidien Yers- thfcüung geiiudcrt, und im übrigen nur das verderbte carint in careant (ob carsinii) gebessert und mit Müller (Plaut. Pro- sodie S. 123) sibi expetunt zur Herstellung eines fliessenden Bhjthinas in exipeshtnt sibi umgestellt Der gleiche Vera findet sieii Ifen. 364 nach mehreren anapaetischen Dimetem:

Omiw parcUumst, ut iüssisti atque ut voluisti, NeqiMe tibi tarnst uUa Mus.

Möller PL Pros. S. C3 hat daraus neuerdings einen aka- taiektischen Tetrameter bilden wollen:

Ommi panUumsi, ut iüssisti atque ut v6luistif nequs iSbi

mcra intust,

wie er sa^t, im Anschlnss an Lesart uud Versabtheilung des Vetos; dabei hat er aber die Lücke übersehen, die sich im Vetos findet und für deren Ausfüllung Ritsehl theilweise die abtigen Handsdirilteii benütsen konnte. Indees ist es doch sehr iweifelhaft, ob Phmtns selbst nicht vielm^ gerade so, Wie die Griechen, Dimeter nnd Monometer statt der Trimeter geschrieben wissen wollte. An der zweiten Stelle hat auch Bittchl bereits den Monometer hergesteilt:

OftmS parakmstf

Ut iüssisti atqtte ut vSluisti, Negue tibt tarnst uUa nwra intus.

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44 BUmg der phOoi.'phiM. Chm vom T, Jamar lS7t.

und in gleicher Welse ISsst eich in der Mostellaria, wo Bitsehl und Lorenz ganz andere Verse gesacht haben, schreiben:

Servi qui, quom culpa careani, Tarnen nidlum fnetuuntj

Hi sölent esse eris ut&nles, Nam üU, qui metuM^ |NM<gi«am Suni mäitm merUi,

Stulta expetunt sibi consilia.

Laset sidi anf solche Weise auch darch kleinere Theilong

der akatalektische Trimeter wieder aus Plautus verweisen, so mubö doch die katalektischo Form desselben unangefochten bleiben. Dieselbe ündet sich nämlich dreimal hintereinander im Imcal. 1, 2, 1 ff.:

Sed föris auscultate dfqiw adservate aedis^ Ne quis ddventor granör aheat. quam advSniaf, Xleu, qui nmnus aätulerU sterilem tntro od tm^ Qravidds fofOi es^pMet,

Denn dieser Messung fügen sich die überlieferten Worte voll- ständig ohne jegliche Aenderung, während A. Spengel in seiner Ausgabe, nm baochische Verse herzostellen, starke Aendenmgen Tornehmen musste.

Glelchlüls dreimal hintereinander steht derselbe Vers im Cure. I, 2, 68 S, am Scliiusäo dei Sceiie nach kretischen Tetrametern :

Far^pieh mMi medm vos graüam fdeer$.

täee taee, Fa, taeeo heteU Squidem. Fh, mkHo wMhm:

Tanditn idepd mUU morlycn ^t66uli fiunt.

Fleokdsens Behandlung der Stelle:

Fer^eio nihüi medm vos facere gnKHam, idce taee*

Po. iaeee herde eguidem. PA. einHa. SemHim: ttmdem eä^ mOn mengen phemU illi fimi.

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Christ: Zu den Caniica des PiautuM.

45

Bi abgesehen Ton der doppelten AeDdernng der Ueberliefenmg aehon derabalb ansUSssig, weil sie eine Cknenla mitten zwi*

sehen zwci TLtrametein schafft, mit der der biiiii nicht ab- schliesst. Studemnnd De muiicis Plaut, p. 13 hält zwar^ wie wir, an der Ueberlieferaog fest, niiumt aber ein Metrum

» 9 1 i *

w ' ' \j u w I V st

an, das sehen an und för «ich hSdist anstSssig Ist und wo- für weder er noch sein Vertheidiger Brix einen weiteren Beleg als die zwei Verse im Rad. 952 f. beizubringen ver- mag, die ¥oo Fleckeisen auders und, wie mir dünkt, richtiger* gemessen sind.

Nach der Versabtheilnng in F P bei Umpfenbach könnte Bttn verleitet werden, diesen Vera anch anoh bei Terena in den Adelphi IV, 4, 2 wiederzofinden :

Discrucior animi: Boekie de iagnwsd tuali mi Miei tdnUm*

Da aber der cod. Bembinus die beiden Eola in eine Zeile zusarum enschreibt , so ziehe ich es vor, einen kata- leküschen anapästischen Tetrameter anzunehmen:

Discrudar animi: hocmc de improviso malt mi obiici tdntum*

Jedenfalls aber empfiehlt sieh die anapästisehe Messang tor allen andern, die bis jetzt in Vorschlag gebracht worden.

Die katalektische Form, verbundtüi mit der akatalektischen, köoüte man Men. 110 finden:

2H mäla^ m sMia at^t*) ms üidamUa mpdsqw onimti QHod viro esas oäio «mMs^ Utk ¥hi oäio hdbeas.

doch möchte ich lieher Müller beitreten, der PI. Pros. 8. 184 drei Dimeter, zwei akatalektische und einen katalektisehen, herstellt:

2) sis habeu die ilaudacbrilieu.

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46 Sitzung der phüos.-philol. Chsse tfom 7. Januar 1871.

Ni mala, ni stuUa sis, ni indomita Impösque ammi, qtwd vtro esse odio videdSf tute tibi odio hdbeas.

Gewiss aber haben wir auch hier anapästische Verse anzuerkennen, die wie oft so auch in unserem Ganticum den Bacchien vorausgehen ; Ritschis Herstellung von Bacchien bedingte gewaltsame Aenderungen, und auch Brix musste im zweiten Vers viel ändern , um obendrein ein höchst zweifel- haftes Versmass zu erhalten. Wie dem aber auch sei, der katalektische anapästische Trimeter darf uns bei Plautus um so weniger befremden, als auch ein Marschlied der Lacedä- monier in dem gleichen, nur strenger gebauten Versmass abgefasst war (s. Marius Victorinus II, 3, 24) und der ale- xandrinische Dichter Simmias ein ganzes Gedicht in fort- laufenden trim. anap. catal. gedichtet hatte ; siehe Hephästion p. 27 West. : xccxakr^xiuti^ Si TQifietQf^} 2ififiiag 6 ^Podiog oXov noitjfiaTiov iyqaxpsv^ (ag t6

*£OT{a dyvd an iv^sivtav luOcaoixwv.

Noch eine dritte Art anapästischer Verse möchte ich dem Plautus vindiciren, die ich vorläufig mit dem Namen hyperkatalektischer Trimeter bezeichnen will. Zwei solche Verse finde ich Amph. I, 1, 5 f. :

Ita quasi incudem nw miserum homines \ octo välidi caedant; Ita peregre advenietis hospitio \ puhUcitus accipiar.

Denn Fleckeisens Messung:

Ita quasi incudem me miserum homifies

Odo validi Caedant: ita peregre huc advenietis PupUcitus ego hospitio äccipiar.

kann wohl kaum auf Beifall rechnen, schon wegen der vielen Zusätze und Umstellungen, dann aber auch weil damit die

Chriti: dm Caumtka de$ BmOm,

47

Bedeutung der Anaphora Yerdunkelt wird. Mehr Wahr- 8cbeiiilichkeifc hat die Herstellung von Trochäen für sich, die» schon A. SpeDgel Plaatns S. 127 andeutete und Müller PL Ptos. 8. 350 genauer also atulohrte :

Jtn quasi inendem nie miserum Mommes ocio vdlidi caedant, Ita peregre adveniena hogpitio pupUeUus aee^piar.

Aber abgesehen davon, dass der versus ithjphallicuB bei Plautoa ohnehin sehr selten tind nullende in dieser anfge- loetenFonn YOrkommt, missfallt mir andi die Annahme Ton Ohnetm, weil in den einzelnen Versen nicht ein abgeschlose- ener Gedanke enthalten ist, und somit auch der Hiatus nach miserum durch jene Theilung keine volle Rechtfertigung er- hält. Für meine Anapäste aber spricht auch der Umstand, dass ähnlich gebaute Verse gleich weiter unten nachfolgen, TT. 14. 18:

NodtsqKf dk'squc adsiduo \ saUs superque est; Ätquom esse putat, non reputat, | laboris quid siL

ja anch die nadisten Yerse 9^11 sich einem Tcrwandten Metrum ra fagfm sdieinen:

Maec eri coegit immodestia^)^ me gui hoc fU>cU8 a portu ingratiis excitavit, Nmme fdem hoe Utei me mUtere poMif

Ausser an dieser Stelle des Amphitrao finde ich uosem Vers noch in der GastnalV, 4. 10:

Age, OlympiOf quando vis, wcorem \ accipe hdnc a aohis.

3) immodefHia coegit ist die Stellung der Worte in den Hand- §cbrifl«n: an einem metrischen Fehler leiden dio von L. Spengel im iiuiuL XVII, 563 angenommenen trochäischen Tetrameter.

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8 Sitmmg ätt sMu.'pkBoL Otam «om 7. Jmmar 1671.

wo schon die von uns mit einem TertikaLea Strich bezeich- nete Ventheilong des Ambroeianve gegen die von ßrix (Jahrb. 91, G6) verüieidigte Annahme eines iambisohen Sep- tenars spricht Ich fasse aber, ine iöh dorch die senkrechten Striche andeotete, nnsem Vers als eine Znsammensetsang eines auapästischen Dimeter mit einer katalektisclieü aua- pästischen Tripodie, stelle ihn also auf eine Linie mit dem sogenannten versus Reiziauus, der aus einem iambischen DiOieter und einer iambischen katalektischen Tripodie besteht. Eine solche Zusammenstellung liegt nm so nälier, als häufig die Claosnla ienes Tersns Beizianns so frei behandelt ist, dass sie einem anapasttsdien Kolon ahnlicher sieht ak einem iambischen.*) Gans verwandter Art ist aneb der im Eingang

des SticliUb augcwandle Veiä

der sich dort ebenso wie in unserer Soene des Amphitmo

mit dem reinen anapästischen Dimeter verbindet,

Stich. I, 1, IfL:

Credo vyo miseram \ fuisse Penelopantf Soror, st40 ex animOj \ quae tarn diu mdim Viro suö caruU: \ nam nos eius animum.

Stich. I, 1, 7 ff.:

Nostrum vfficium ] iws fäcere acquomst,

Negue id mdgis facimus^ \ quam ms mmei piekis,^)

«

4) Diese freie Bebendlinigr der CUoeala hingt, um dieiee hier kors aniudeaten , dmniit saHiiiimeii , dait ihr im Grieohiaehen der fUtehlieh als ketalekliiober ionieoher Dimeter beeeiehneteSehlaaeTen ^ ^ w w ^ gegenftber steht, der gleichfelle mit einem Torene- gebenden iambischen Dimeter Terbnnden wird; siehe AneCoph. Acham. 840, 846, 8&a, 86a

6} Ich fthre diese Stellen «gens an, nm die Grundlosigkeit der nenesten Aenderangtrersnohe MUlere PI. Free. S. 146 ansadenten.

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Chritt: Zu dm CkmtiM deiF^auUu*

49

Amph. I, 1, IX ff. :

No9me idem hoc lud OpuUnto komini hoe

me mutete pciuü? servüüs dunut,

Hoc mdpiff nUser est | äüfUk servos*

Ein Kwdtes Mittel, sich io den Gantica besser mit der bftndschriftlichen Ueberlieferang abzufinden, bat man in der

Annahme kleiner Halbverse gefunden, und nameullicli Ü. Seyf- rt liebt es, dieses Steckenpferd zu reiten. Wo nur in>nier inmitten regelmässig gebauter grösserer Verse sich die über- lirferten Worte nicht in das Schema der umgebenden Verse fttgen wollen, müssen jene kleinen Verslein herhalten. Ob der Rhytbmns dieser kleineren Verse mit dem der grösseren in Einklang steht, ob die einzelnen HalbveTse selbst sich rhythmisch gut aneinander fügen, kommt dabei wenig in Detracl t: hat ja doch A. Spengel De versuum creticornm um Plaultito p. 7 es geradezu ansi^esprochen, dass der ^Yechsel der Rhythmen in den Plautiuischen Cantica nicht aas einem Umschlag der Stimmung, sondern ans dem Streben nach Mannigialtigkeit an erklaren sei« Wenn indess anch nach dieser Ricbtnng oft über die Schnur gdianen worden ist, nnd Brix (Jahrb. 91, 64) mit Redit über die Verkehrtheit jener Verszerbröckelung den Stab bricht, einen Fortschritt hat die Aufspürung jener kltiueren Verse doch gebraclit. So Tiel darf nämlich jetzt als feststehend betrachtet werden,

Aber Meh «ine eigene Stade habe ich dabei m bekennen, nooh ehe iie an des Liebt der OeffenÜiobkeit getreten. In meiner so eben im Drnek befindliehen Antbologia Kraeea eanninnm cbristianomm habe iek nimlieb folgoide Yene des SynetinsIII, 40 nnd m, 166:

die tieh reinen anapästisefaen Honometem beigesellt finden, dnreb Corrdktor entfernt} wabrtcheinlieh sind sie ebentowenig sn bean- ttanden. wie jene Verse dee Plantns. [1671.1* PhiL bist, a] 4

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f

60 SUtung der phäos.-phüdL Classe vom 7, Januar 1671.

dass Plaatns nicht bloe lambiBebe, trochaische, asapästtsobe,

baediisclie und kretische Dimeter nebeo den entsprechenden

Tetrametern gebrauchte, sondern alle Glieder längerer Verse anch für sich als sclbbiändige clausulae zu setzen sieh er- laubte. Nachdem man also über folgende Verse des Piautus

u w V W V

V ~ W ^ V u w w

V V I %J W V

%J —mm U I U U -

im Reinen ist, wird man auch nicht mehr zweifeln dürfen, dasB das zweite Glied jener Verse von Plaotns als claosnla zugelassen wurde, an Stellen wie Amph. 247:

Cum clamore tnvolanf, tmpetu alacri ruont: Foedant et proterunt hostium cöpias Iure iniustas.

Rnd. III, 3, 20:

Ma vide. Pa. st modo id liceat, vis nc opprimat^ Vis, quae vim mi ddferam ipsa äd^yU. Tr, ah, deaine, Nimia in^ta's.

Gas. III, 5, 42 ff.:

Nnm quid mi minatürP Pa. tihi ivfhta Solist Plm quam quoiquam, St. quamobrem^ Ta. quia se des

uxorem,

Olpmpioni:

Neque si suam neque sS tuam nequS viri smere in crdsHnum VUdm praiolU»

Die erste clansnla (Hffn^inoni wird auch durch die Abtheilnng des Ambrosianna bestätigt; die zweite ist un- sicherer, da dieHdscb« vH. «tu. «n crast. prüf, haben; doch seheint mir meine Messung den entschiedenen Vorzug yor

deDCQ Gepperts und Spengek (PlautuH S. 143} zu verdienen.

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CSbriii: dm Cmtiea desBatOM,

51

Poen. I, 2, 35:

NiH si nuSUa ogiMi «09110 it diu mdeeratMr^ Olmii, sälsa 8mi$, Unsere ui nin veU$: Item nös sumus.

liitschl, aas dessen Abhandlung (Ind. lect.hib. Bon. a.l858) ich die Einsetzung jon si nach nisi entnommen habe, erlaubt sieh, om dne Reihe tod Tetrametem henastdlen, sehr nn- wahrsoheinliGhe Streiehnngen. Spenge! (Phrat. 8. 121) springt swar weniger willkürlich mit der Ueberliefemng um , aber sein bacchischer letrameter

Item 9imm ms: efus semkiis miUerSs sutU

Lat einen unerträglichen Rhytlmus, und setzt ausserdem Toraus , dass der vorausgeiieude Tetrameter katalektisch schliesse.

Tnie. I, 2, 22:

£niccis mi miscrum, qutaguis es.

Di, pessuma niane.

Ast. optume odio's. DiiWMrchiime illic est? Aique is ssL Di, sdka sis. Ast. H fti.

Darf man auf solche Weise in der Zulassung manig- iacher Arten von Halbversen nicht wählerisch sein, so uuss man sich doch ja hüten, dieselben an Stellen zuzulassen, wohin sie nicht geboren können. Es heissen n&mlioh jene Veisleiii bei den alten latebischen Grammatikeni bekanntlich dansolae; sie sind daher lunSchst am Sehlosse einer grös- seren Periode oder eines längeren Systems von Versen zu erwarten. In so enge Grenzen ist aber thatsächlich der Gebrauch der clansulae nicht eingeschlossen; dieselben werden vielmehr auch grösseren Perioden vorausgeschickt, und zwischen längeren Versen eingesdialtet; aber in dieser letiten Stelle dMen sie nor dann kein Bedenken errogen,

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53 Sügung äer jpMot.'pMel CUute vom 7. Jmmar 1971,

wenn rie einen selbständigen oder doch theilweise abge- soblossenen Gedanken enthalten. leb lasse dabor redit wohl jene kleineren Verse passlren an Stellen wie 4niph. 648 :

f)Wfio si fnerefiffis Datur tnif üt mens victor vir belli duedtf

Satis mihi esse dücam.

Virtus pra^ium est oplumum. Viritts Omnibus rel^t» atUHi profeeio,

oder Cist IV, 2, 18:

Nam 8% nimo homo hac praeteriU posiqtiam intro ahU,

Cistelln htc iaceret. quid hie? periit^ oplnör^ Actumsi. üicet me Infdiccm et scelestdm.

NuUast neque cgo sunt üsquam.

FerdUa pcrdidit me: 8ed pergam^ ut eoepi, Urnen: quoMabo,

ofler Truc. II, 1, 4:

NeUf qui manus adtuleril sterües intro od nos,

Qravidäs fcras exp&rte$,

NM ego haminim mires, Ita nunc aduUseentSs morati sunt: quini aui seni ddveniunt

Aber sicberlidi verfehlt ist die Messung A. Spengels (Plautus U8) im Pseud. 206:

Sed nimis sinn slultüSy vi))iium fui indoctus: m Uli aüdeant

Id fäcere^ quibus ut serviant, Suus amor cogit, simul

Prohibit, ßciant advdrsum eos Qu6d whtnt. Co. vah, tdee. Ts. quid est?

nnd nicht besser steht es mit der Mehrzahl der von Sejfiert nnd Stademund angenommenen Halbverse.

Dass auch swisehen Senaren Plaotna solch kleine Halb- rerse gesetzt habe, scheint Ton den Bearbeitern des Dichters

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Chrkt: 2u dm CanHea daHmtiiii.

53

besweifelt zu Werden. Da aber der Metriker Marias Victo* riniiB II, 3, 38 sagt : quod wro ad daundat, id est mmua^ aUa eola, pertinei, quot genera versuum mnt, Midem eanm membra pro clausuUs poni possunt, ei solmt m eanUicis

mayis quam diverhiis^ quac cx trimctro magis suhsistunt, coUorarif et praecipue apud Plautum et Naevium et Afra- ntvmf so düiieu sie auch aus dem Dialoge bei Plautus so wenig als bei Aristophaues verbannt werden, wenn sie von Seiten der iliUldschriftlicheD üeberliefeniiig gesichert md nod keio weitem Bedenken erregen. Beeahalb möchte ieh die Stelle im Trac. III, 1, 7:

Quaerit pairem : dico esse in uthe^ itU^rrogo, Quid enim veUt,

Homo cruminam Hbi de eoUo dHroMt,

niolii. aiita:>teii, uud auch nicht iut Pseudulus 398:

Quid nunc aeturu's, pöstqtum erüi filio Latgüus dietis däp»Uis MiniiasP Quai negue pamtast gAtta eerU c6mUi,

Neque ddeo aryvnti: \neque nunc quid faciam 5Cio.] Neque^ exordiri primum unde occipids, habes.

nit Ritscbl annebmeni dase die offenbar interpolirten Worte negite mme ^umI fadam scio den eobten Vensobluss ?er* dribigt haben. Vielmehr scheinen jene Worte von demjenigen

zugesetzt zu Sein, der uu dem iialbveib zwibcbeu zwei benaieu AuälobS nahm. Gerade so urtheile ich über Pseud. 566:

SuspUioat mihi wine vos sutpiedrier^

Me ideireo kaee tamda fdcmora kia promptere,

Quo vös oblectem, hanc fdbtdam dum trdnsigam.

Kon demtdaho. [atque etiam ccrtum sciani] Qm sim facturus pacta, eiidm scia, Nisi quia futurumst .....

wo ach Bitsobl, asi die eingeschobenen Worte ebiger Hassen

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dem Metram und Sinu aozupassei^ weitgeheade, wenig wahr* Bcbeinlicbe Aeadernsgen erlaubte.

Gerade die enlgegeDgesetste Gar hat in unseren Tagen W. Müller in seiner PUmtnuschen FhModie angewandt: statt mit kleinen Versen und häufigem Bhyihmenwechsel liebt er es, den leidenden Stellen mit der Herstellung langer ana- pästisoher Reihen zu Hilfe zu kommen. Ich habe allen Ile- spect vor der Gelehrsamkeit, der üenauigkeit und dem Scharf- sinn des neuen Plautusforschera; aber es ist doch sonderbar, dass er, der in den iambiscben und trochäischen Versen die lurosodisohen Freiheiten so sehr besohnnkt und dem Hiatas einen förmlioben Vemichtiingskrieg angesagt hat» in den Anapästen das allerweiteste Gewissen Ton der Welt hat, so dasi» er liicr alle niöglicliü Kiiizungcn uud uUe mögliclio Freiheiten zulässig hält. Wir werden weiter unten auf die- sen Punkt noch einmal zurückkommen, und wollen hier nur bemerken, dass doch unmöglich Plautus die contrahirte Sylbe 9i8, wofür er noch die volle Form aies gebrauchte, oder die Endung is des dat. ablat. plur., welche damals mit et ge- schrieben wurde, als Kürzen ansehen konnte.

Nach solchen Verengen konnte es bedenklich scheinen, mit weiteren ÜDiversLilmittehi au die Kritik des riautub heranzutreten ; ich bm auch weit entfernt ein solches in Vor- schlag bringen zu wollen, aber doch scheint mir die Be- sprechung eines Punktes von weittragender Wichtigkeit su sem, ich meine die eontinnafcio numeri in kretisohen und bacchischen Versen. Dieselbe ist bereits Ton Q. Hermann in seinen Elem. dootr. metr. p. 303 sq. anerkannt und mit einzelnen Beispielen belegt worden; aber die Beispiele kbben sich vermehren, und es lassen sich aus ihnen weiter* gehende Conbequenzen ziehen. Ich will hier zunächst die Stellen zusammenstellen, welche bei dieser Frage in Betracht kommen.

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Christ: Zu den Canttca äa> l'lautuö.

55

Upt. 234 f. :

Quod sibi volunt, dum id impetrant, Bmi smU: sed tUti idm penes sSse habent, £» loms pissmm et fraüduletttimm Fbmt, mme 4t mM iS tolo esse, wSUhmo.

Bier wird der Uebeigang ans dem bacdusdieQ RhyÜi- Ulis in den krefcischeii dadurch Termittelt, dass der letzte

bacchtsche Fuss hoXient unvollständig ist und gleichsam seine ErgänruDg durcli die erste Sylbe des folgenden Verses, durch ex, erhält. Behält man, wie A. Spengcl (Pautus S. 140) thut, die wenig passende Lesart der Hdsch. sunt bei und zieht dann jenes ex noch in den Torhergehenden Vers hinauf, so gehört doch die Stelle zu unserer Frage, da die Trennaug der Präposition von ihrem Casus durch den Versschluss eben die geringe Sclieidewand bezeugt, welche die beiden Tetra* meter von einander trennt.

Cas. IV, 4, 10:

(H, Date ergd, daiurai ei umquam esHs, mi hodie ux^rem 8i, Jhiie Mro, An, aimdbo, Megrae aique imperUae huie Jmpireiio. Ol fuiürumst.

Hier erleidet die sohliessende Sylbe des ersten bacchisohen Tetrametere Elision Tor dem begiunenden Vokal des aweiten

Verbes. Geppert hat den cibti^a Vers durch Umstellung von umquam estis zu einem vereinzeint stehenden iam bischen Oltonar umgestaltet; auch Müller PI. Pros. S. 760 ist nicht glücklich ia der Behandlung der Stelle. Idi habe nur das siil^ was der AmbrosianiiB nach uxarem hat, an seine rieh« ^ Stelle TOT hodie gesetst.

Cure. I, 2, 19 ff.:

AJibö. rcdi et rcspice ad mc, Leaeiia. Le. im- j^atör quis est? 1% vk^ polUtis, lepidus 14-

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56 Sititmg der phUos.-philoi CImm wm 7. Jßmtar 1871,

her, tan screanU skeae shmsmnnai, aäfert pMionm U siHm tu&m seda^m tf.

B(d Aonahme einer doppelten Wortbrediaiig am Schlnsse des Verses lasst sich so ohne j^^de Aendening diese Stelle

lesen. A. Spengel (Philol. XXVI, 355) geht hier sehr frei mit der Ueberlieferuug um, iudem er nach Ausstossimg von adiho und mit dem Zusatz toh euge folgende Le&ung vor- schlagt:

licdi et respicc dd wc, Ltalna. Lc. imperdtor Quis est? Th euge vini polltns, Upidus Liber, Tihi qui scremti siccae seinisonime Adfert poiiönm et eitim tuam seddtum it,

Eiier könnte man in diesem in kleine Sätze zerschnitteueu Duett kleinere Verse in folgender Weise annehmen:

Quoia vox sondt procul?

Fh. Censco [hanc] appclldndam anum, Adibö. redi et respice, ad nte^ Leaend,

Le, Imperator quis est?

Fh* Vini pcUens^ l^ndm Uher^ Tibi qui sereanti sieeae semisomnai Adfert pötionem it sUim sedaium it.

Und dieser Messung möchte ich vor der obigen namentlich desshalb den Vorzug geben, weil die doppelte continaatio

numeii neben dem Hiatus in den engverbundenen Worten semisomnac adfert eine kaum erlaubte luconsequenz iu sich schliessen würde*

Epid. II, 1, 1 u:i l 0:

Is adeo tü*s. quid est, qu6d pudendiim siet

Gittere naidm bono paüperem t6 d&mum

Dücere uxirem? praesSrtim eatn, qua ex tibi eom*

mumrc^ haue, q^uuc domist, fUiam proynatam.

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Ckrkt; Zu dm Oa»tiea dMPkathu,

57

Fe. Bevereor flHum, Jp. ai pol ego et erididi m~ 6rem qtiam tu ixiuMsti pudere ka8equi.

Hier eudigt zweimal der kretische Tetrauieter mitten in einem Worte. Die zweite Continuität des Hbytiimus bat Hermann Eiern. 316 durch eine allerdings leichte Con- jectnr gehoben, indem er eredidi | quam tu uxorem ext»- IM schrieb; die erstere kann man, nnd wohl mit Recht, dadurch beseitigen ^ dass man mit tUn den vierten Vers schliesst, und daun einen aus einem katalektisclien Diuiuter und einem Ithyphallicus zusammengenetzten Vers herstellt. Diese letztere Messung hat um so inelir Wahrscheinlichkeit for sich, als sich ganz derselbe Vers auch im Eingang der Soene findet Diesen schreibe ich nämlich entgegen den Versnchen G. Hermanns ond A. Spengels (Plantos 166) im engen Antdünss an die Handschriften:

Flerique hannnes, quos, am nil rrfirt^ pudety M puden-

dumty*)

Ibi eo9 demU pudor^ \ q^itom 4auB est ut p&deai,

McD. 571 ff.:

üt hoc ütimur mdxume mSre morö Molestdgue nudtum^ atque uti quique «tm^ Opiwm mdxum^ morem hahent hune: ClienHs onmes vohmt i$$e mtäiÖs;

Bonine an mali i^int, id hand quaeritant: mayü quacritury quam clieniüm fides Cmüstnodi clueat.

Ich bin im Vorstehenden ganz der Verstbeilung des Vetus gefolgt, nur dass ich die clausula ciuusmodi clmat, die in B noch dem voraus gehenden Verse angehängt ist, gesondert geschrieben habe* Es erhält demnach der letzte

ü) Nichtiger YielkiGhi ubitfl ^udcndum.

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58 Siiiung der philos.'phiM* Ckmt vom 7. Januar 1871,

baoohische Fuss des sweiteii Verses seine VerroUständigaiig durch die erste Sylbe des folgenden Verses, und das gleiche wiederholt sich am Schlüsse des fünften Verses. An der ersten

Stelle hängöu die Worte auch dem Gedaükeu nach so enge zusammen, dass man hier, wenn irgendwo, ConÜDuität des Rhythmus anzunehmen berechtigt ist; an der letzteren aber kann man wegen der grösseren Interpunktion nach quaerir ta$t^ auch einen Umschlag des Taktes, aus dem bacchischen in den kretischen annehmen; aber auch dann wird dieser Umschlag dadurch erleichtert, dass der vorausgehende bao- chische Vers katalektisch endigt. Ritschi, der kein unbe- üiugter Gegner der contmuatio numeri ist, denn er hat sie am Schlüsse des PseuduluB bogar gegen die Auktorität der lieber lieferung ungeaommeu (siehe dagegen G. Hermann Elem. 304 nnd 0. Seyfifert JDe bacchiaconm versuum uau FlanUuio p, 15), ist ihr hier aus dem Wege gegangen, indem er im Eingang der Seena schrieb:

Vi hde uHm^ maxumS more in6ro molistogne miSiHm, Aique, uti guique sunt öptumi tndxtmi^ m6rem habent hünee.

Auf solche Weise erzielte er eine Gleichheit der Grösse der zwei ersten Verse und stellte dem schliessenden kata- lektischen Hexameter einen gleichen im Anfang zur Seite.

Aber er wich dabei nicht blus vqü der haudschriftlichen Vers- theilung ab und änderte das überlieferte hunc in himce, sondern nahm auch emcn unerhörten Umschwung des Rhyth- mus mitten im Satze an, wo er durch rein gar nichts motivirt ist. Enger an die Ueberlieferung schliesst sich Brix an, der die Stelle also sehreibt:

üt Me uimür nuixumi more moro MoUstcque mäUumt atqite, mH quigue stint

hahM hmc: tMnUs

Sibi ömnes volmt esse mültos» honine an

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Ohrui: Zu de» CanUca de$Iiautu8,

59

MM sini id haiid qmientmii. res niagis

Quaentür,, quam clumtum ßä^s, quoiüsmodi Clueat. sisi jHiu^er ....

Der fortlaufeDde Rhythmus ist dabd gut erkannt, aber

im hüciisieü üraJe Btörend ist die dreimalige blaike Icter- panktiou vor dem letzten Versfuss und das Hinübei ziehen des elBzigeü Wörtclieos clueat in einea Vers, der einen ganz Denen Gedanken entwickelt. Za dieser wnnderlichen Vers* tbeQoQg Bchemt Brix nor gedraeht worden zn sein, weil er tn dem tetrameter catalectos in dnas syllabas

Opdumi maxumi fnorem habent hme.

übermässigen Anstoss nahm. Dem gegenüber will ich zur Rechtfertigung der Ueberliefernng nicht vorbringen, dass es sich hier überhaupt nicht um einen einzelnen kretischen Tetrar BMter, sondern um eine baochische Periode von 11 oder 7

Füssen Landie ; deüß bo leicht dürfen wir uns die Sache doch nicht machen, da jedeufalltj die einzelnen Theile jenes Sjrstems , auch wenn sie keine Verse im strengen binne des Wortes, sondern nur Kola einer Periode smd, eine regel- rechte Form haben müssen. Aber eine solche hat eben anch der in Frage stehende Vers, wie folgende ganz gleiche Beispiele erweiieu; Mo^L. 732, Capt. 213, Gas. II, 1, 16:

Hmc nobis dmnia haec ixcidermU, (s. Stndemund Gant. p. 19).

8ed brevem crdÜanem ineipisge,

ÜTöa pcH per Umpus iUr Mc m mcepi,

lÜD. 759:

Harn res plurumas pessumaSy quam ddvenit, dd^ fort, quas si aütumem omnis, nimis Imtfus sermost.

Ritsehl ändert das überlieferte adfer§ mit der ersten

Hand von L iu ftrf und schiebt dann im zwiitcn Vers mit Bathe tarn Tor auiuinem ein. Brix nimmt richtig Ooatinaität

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60 SUnmg der phiUm.'phüd. Qam wm 7. Januorr 1871,

des Rhythmus an, zieht aber das ganze a^eri zum zweiten Vers. Die Sache bleibt dabei dieselbe; doch empfiehlt sich sdion nach den Handschriften, weldie jenes adfeti zam ersten Verse btelleu. die von mir befolgte Theilung ad-\fert. Die bciiii essende Sjlbe von advetiit ist also hier laug ge- braucht and demnach ein weiterer Beleg der Länge der Endung U von Yerbis der 4. Conjugation, worüber Fleck* eisen Jahrb. 61, 62 und Müller H. Pr. S. 67 gehandelt haben.

Hobt. 880:

Solus nunc eo adiö/ d>uht ero cx plüt H in is, Hoc die crdstini, quam erus resctverit, Mdle caaUgdbit eos ixuffiis buMie,

im erbten Vers folgt auf pluramia noch der erklärende Zusatz servis, den Ritscbl mit Hecht gestrichen liat ; alsdana erhalten wir einen katalektischen baochischeu Tetrameter« dessen letzter Fuss gewisser Blassen seine Ergänzung im folgenden kretischen Vers erhält. Ritsdil hingegen wollte auch den eröLeu zu eiDCiu kretischen Tetrameier ge-

stalten, indem er cgo nauh solus einsetzte, gewiss mit Un- recht, da gerade die Bewegung des Vorwärtsgehens der bacchische Rhythmus am besten begleitet, wie man aua folgenden Stellen ersehen kann: Gas. II, 1, 13 nach kreti- schen Versen:

Nunc huc meds fortunäs eo questum od tncindm.

Pseud. 250 nach Trochäen: Oeceddmits hae ^bviam, Ba. JuppUer

Pars. 854 nach Jamben: Abi intro od crticem. an me hk purum exircitum hisci, Vergleiche uberdiess Amph. 551, Bad. 288| Thic II, 7, 1.

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Okfitt: SBm im Camtka äea PlmifHi,

61

Poen. I, 2, 12:

Binae Hngtäis quaS äaiae nShts mMaey

T.ae fios lavcnido, ilucndo opcrdm (Udere dd' (fcrmiddg^m aqua sunt viri dud defessi.

Hier liegt uns eine doppelte oontinoatio nameri Tor;

doch kann die erste leicht durch die bereits von Botlie empfohlene Umstellung dotae ancillae iwbis oder durch Reiz* Verniuthnnsr data^ 9f(nt unciilae entfernt werden; auch die zweite nnterlieijt einigem Zweifel, da die Handschriften de^ äerunt and nicht dedere haben; doch glaube ich, dass Reiz und Hermtnn (Eiern, p. 297) mit dieser letzten Emendation enlBdiieden das Richtige getroffen «liaben. Zu weit geht von der üeberliefeniDg RitscU (Ind« lect htb. Bon. 1858) ab| der liier schreibt:

EtU nos comünda, lavdndo^ eluendOf Operdm dedidSre: aggerundaque ogtid $uni Vitt d¥0 deftBsL

Poen. 2, 36:

Ems semmB mulieres süni msUUae ad"

moitm aiqjue htvemmtai 9%ne mmäUia et mmptu.

Nach dieser Teztesconstitation nrasi die erste Sjlbe Ton odmodwm noch mm Toraaagehenden Verse gezogen wo^dm» Doch ist die Stelle sdir nnsicher. Zwar glanbe ich nicht, dass die Worte eius seminis mulieres sunt ein fremder Zu- satz sind, wie Kitsehl behauptet; denn danach schauen sie wahrlich nicht aus; aber der Vetus besrinnt den zweiten Vera mit insulsae nnd hat eine Lücke nach culmodum, so daae ich der Lesong Ritschra

Insulsae adntodum incommodae dtque invenüstae

aabedtngt beiträte, wenn mir nicht der Trimeter eiu»9eminiB wmUens tmd za bedenklich schiene*

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!

62 Siteting der phüo8,-ph%ki, doste vom 7. Jumtar 187L Pseud. 1330:

Si i$f out dimidium anU phi$ etiam faxo hfyte ferea, 8i,

€0 duc mi, ^

Fs.gmdmme? nämqiad iräiua es oM mihi aid /l- Im propter Kos riSf Brno? 8i, prvfeetö.

P. i hac. Si. U sequor: quin vocas spedtUoris Simul?'') Ps. her de nie isti haüd soletU Voedre negue ergo ego istos.

Hier hat bereits Hermann die Zersehneidimg yoq fiUa dnreh den Versechlnse anerkannt Ritsehl ist derselben aas

dem Wege gegangen^ indem er mit vielen Streichungen und Zusätzen schrieb:

8i is, aM dimidium aiU pkis eUam faxo Mhc feire$, 8i. eoi due me quo vis Pseadnle* Ps, quid wine iam9

Num quid irdius es mihi aut filio

Propter has res, Simo ? Si. inl profecto, Ps, i modo hac.

Aber ub gesehen von der willkürlichen Behandlung der UeberUefenmg ist diese Messung schon desshalb tadelnswerth, weil sie in ein Ganttcom mitten swischen Anapäste und Baochien swei iambische Senare bringt. Durch Ritsdhrs

Text verleitet ist A. Spengel (Plaut. S. 143) noch weiter von dem Pfad des Richtigen abgewichen.

Bad. I, 6, 6:

Pa, Jv^emus te Sahire, ma(Sr. Sa. salvetS

FueJlae^ scd nnde Ire vos cum üvida Vestc dicam, obsecrOj Tarn moestOer vestitas?

In dem sweiten Vers, in weldiem ich blos mit den Heransgebem die Stellung der üaudschriften vos ire geändert

7) Wer an die Möglichkeit einer Verlängerung der toUieseenden Sylbe TOn «fm«2 nicht glaabt, kann simitu ichreiben.

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Christ: Zu den C<mtica desFlautus.

63

habe, erhält der letzte Fuss seine Erfränznng im folgenden Vers; man könnte nbf^r nuch statt tlieser zwei Verse geradezu eioen katalektischen Hezametar herstellen. Bei Flaokeisens Messung ^

PuS!ae^ sed ikide hoc Ire ffos cum ilMäa ifSste dieamf Spseero

bleibt der Debergang der Baccbien 2a kretiacheo Venen gun mid gar unmotiTirt.

Kud. I, 3, 17:

Is naoem aigue Snmia perdidit in man*. HaSc Imoruim eka mni relicnae rÜiquiiaß,

Ego nme sola swm, EHam quai 9emul vSeta meeum In geaphaai, ix-

ciditf quac mihi st foret sdJva saJtem, Labor lenior esset hic mi eius operd.

Dieses Beispiel von Wortbrechang in baodiiscfaen Versen

beruht nnr anf Conjectiir. Die Worte ego nunc sola sum stehen na in lieh in den Handschriften nach cxcidit ; da aber alsdarm das Relativum quae einen sehr schlechten Anschlusa hätte, nnd des Metrums wegen weitere Aenderungen nöthig waren, so glaube ich, dass jenes Sätschen in Folge einer allsa spitzigen Erklämng ans seiner nrsprnnglicben Stelle gerndd nnd an einer fiilsdien eingeschoben wnrde.

Terent Andr. IV, 1, 9:

£$ Hmeni H tarnen nös premii äinegare:

IH tum eorum impudenÜssuma orutiost.

Hier wird der sdiliessende Vocal tob äemgaire vor dem Anfiuigsfokal des folgenden Verses elidirt, was am so weniger

befremden darf, als der Dichter in allen kretischen Vei-sen dieses Canticnms am Schiasse die Freiheiten der sjll. anci^ps nnd des Hiatns znzalassen Termieden hat.

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*

64 Sitssung der phäos.-phüoi. Qm»e vom 7. Januar 1671.

Varro Sat. Menippeae p. 195 ed. Riese:

Quemnam te esse dicdtn, Fera qtii manu corporis fervidas fönt- ium apcrU lacus sanguinis Uque vitd Levaa ßrreo ensL

Wir wissen zwar nicht in diesem yoii Nonins uns über- lieferten l'ra£,'metit, mit welcliem Worte der Vors begonnen hat; aber man mag die Worte vertheilen, wie man will, eine VVortbrechung ist in keinem Falle zu umgehen ; wesshalb echon Hermann Elem. 303 diese Verse als ein offenbares Beispiel der continnatio nnmeri angezogen hat.

EnniQS bei Gieero Orat. 55, 184:

Qucnwam te esse dicdm, qui tarda in senectiHe

wenn hier nicht mit Lachmana seneciute in senecta za emendiren ist

Zu den aofgezählten Stellen tr^n noch einige andere, wo durdi den Verssdiluss zwar ein Wort nicht durchschnitten, aber zwei aaf das engste zusammengehörige Worte auseinander-

gerissen werden, nämlich Pseud. 1334:

Vert^m SHlfis adplaudcre atque ddprohare hunc Gregem et fähtdam, in crdstinum v6$ vocabo.

Rud. I, 5, 12:

erffo aequius vos erat Cändidatus venire höstiatdsque ad hoc Fänum: ad isiune modum n6n veniri soUt

Aul. n, 1, 2:

Velim te urhitrari mc haec verba, fraiet\ Mcat fidci tuatque rri

Causa fdcere^ ut acgudmt germandm sororem» Terenti Andr. IV, 1, 5 :

Tdne est tferum? imfno konmumst getius pSssumumt m

Dmeyando modo quis puäor paulum aäest.

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Okrittt ZuL den CuhUm du flftiifitf-

65

Most. 98.:

Ego esse aütumo, quutuJo dicta audietis meüf ai^ter hau dtcetis.

Endlich lassen sich auch die bacchischen Hexameter, nameDth'ch diejenigen, welche, wie im Poen. I, 2, 48, zwischen oder nach Tetrametern stehen, und nicht in Tetrameter und Dimeler serlegt werden können, als Belege fiir die oontuDU- atio naineri geltend machen.

In den besprodieneo Stellen ist nns eine doppelte Gr- sdieinmig entgegen getreten; entweder wurde dnrdi den Vers» schloss ein Wort mitten dnichsebnitten, oder es warde in demselben Satze ohne innere Motivirung von dem bacchischen Rhythmus zum kretischen so übergegangen, dass der letzte Foss des bacchischen Tetrameter ura eine Lange zu kurz I liub. Die erste Erscheinung hängt damit zusammen, dass die Pä- one, Ton denen die Bacchien nnd Cretici nnr Unterarten bilden, mcfat als ft^f^ sondern als fv^fußi anfsntreten pflegten, (s. Aristoteles rhet HI, 8, et Cicero Orator 55, 184). Von solchen Rhythmen im Gegensats ta den Metra bemerkt Quintilian an der unterrichtenden Stelle IX, 4, 50: Sunt ei üla discrimma, quod rhythmis lihera spatia, niefris finita Sftnf, et his certae clausulac, Uli, quo modo rijeperant, cttr^ nmt usque ad fjistaßoXrJvy id est iransitum ad aliud rhyih' mi genus.^) In den baocbischeii and kretischen Cantica dnrfen wir daher keine Verse im strengen Sinne des Wortes

8) Ein" solche Fortspf/un? dc^ T^bythmus bis Tum rmscblap in einen ander« Rhythmus iässt sich sehr schön an einigen Beispielen des PUutas nachweisen, nämlich an CaptlY, 1, 3 ff.:

Pompäm, penum, patdUonti, iätmitatm, fMiium, ',\ See quoiquam homiui BÜpj^Ucam «^dam ecrMmil mtkt: Nam 9A pndem mukc pomm «tf nmwicii fkden.

[1871,1. Phil bist CL] 6

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66 SiUsung der phUos.-philol. Classe vom 7, Januar 1871,

suchen; in denselbrii buhen wir mir Perioden un<l Kola auzuerkennen, uud weoD auoli sicherlich oicht die Periode

Ita hic me atiioemtdte awoffm amoenus <>nn-ai'it dies. l\ Sine sacris hereditatem aum aptus ecfertissumam. Aunc dd seneni cursum cn^^esaam hunc Higionemf ([uoi boni Tantum ädfero , , .

Stich* II, l, If.:

JfcrcilrjfM, JwU qui wianUus j^erkibäur, imm^ttom aequi pairi Suo wAnUum Upidmn ddiulU, quam ego n&nc meoe nuntidbo erae, | ItaqM OHusium p^dua porto UtHUia lubhiUaque: Nique UM nisi gUMaae guiequam prolöqui profeeto. || AmohntaUs imnium venerum H vemutahtm adfero, Bipieque euperat mi dtque abmdat pktva laeUtid mmm.

Fseud. 161 if.:

Tibi proieipio, «1 fiitennt aede$: häbes quod fadas; pröpera, oM

iniro.

Tu isto leetisUmiator. tu drgetUum eluito, itidem exstruito, Haec, quom ego a forö recortar^ fdcite ut o/feiiddm parata, Vörsa» eparsaf Ursa, straf" Im'ifd structaque ömnia ut sint. ^| Nam mi hödie natalis dits est: decet cum omnis vos concelebrare. Femäm, cailum, gktndium, aumen faeito in aqua iaceant. sät in

awlis ?

Maynificc volo ine minnxos viros acciperf, ut rem mi esse rtantur. Intro abiU alque haec ciU> ccleraU, ne möra quat sit, cocus quom

trnidt. 1

Ego eo in macel1u)n. }>.t ptscium qm'rquiä ibiat pretio prac^tmem, I, jnhre, prae: cruimniim- ne quusi^aam pcrtundat, cauUotft. Vtl opperir«: est quuii donii fui, pame üblitus dicere, Äuditi}ie;' ro/><,>, mulieres, hanc hdbeo edictioncm. Von, quae in mundiiiis, moUitiis ddiciiaqm aetdtulam dyitis Viris cum summiSf indutae amicae: nunc ego scibo atque hddie ex-

pei'iar, j

Quae cdpiti, quae ventri öperam det, quae mal fei quae eommd studeat.

Hoffentlich werde ich durch dieaeii Nachweis der praktischen Durchführung der Lehre des Quintilian die verschiedenen wiUkär* liohen Bebandloogen dieser Stelle für immer abgetohnitteu haben.

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€fkM: dm CMiea de» ttanthu.

67

tiete sSmmtlidie oBne ünterbredkims »ufeiiuindw folgende bacdusdie oder kretische Fasse nmfasste, so bildete doch ebenso wenig jeder Tetrameter schon eine Periode^ galten dieselben yielmehr immer, wenn mit ihnen der (iedauke nicht abschloss« nur als Glieder (mSIo) der Periode. Bei Plaatos aihem ach die baodusoheiL und kretisohea Tetrameter Bchon rndir als bei Aristoplumes (s. meine YerBkotiat des Horas S. 3) dem Begriffe eines Verses, iodem der römische Dichter die Auflü:?ung der schliessenden Länge ausschloss, Hiatus und s^l- laba anceps nicht ängstlich vermied, und den letzten kretishen Fuss in der Regel rein hielt. Ich sage indess mit Vorbe- dadit *iD der Begel*; demi ich n^me Anstand, alle Chori* amben and Moloeee an dieser Stelle mit den Heransgebem aassnmerzen, wie Adn. 133: «

FeUecebrae, pemicies, ädukscentutn Sxitium

denn an mnoa bacdiischen Tetrameter mitten unter kretischen kann ich nicht glaaben; femer Bacofa. 659, Capt. 207, Most 882, Psead. 12481, Capt. 216:

V^tipeUem frugi cönvenit isse ho9mnem*

EUtschl wirft frugi aus und stellt esse haminem vor c&nvenit.

M fugam fingUis: shiHo qudm rem agUis»

sentio hanc rem agiiis schreibt Biix, während A. Spengel im Pliilol. XXXV, 735 an dem Choriambus festhält.

Mdle casügdbü eoB hSMü ixuvUs,

tj^uviis bfibtUts schreibt Ritschi mit grosser Wahrschein Itch- keü, da hier zngleich die Periode schljesst

Nam hercle si cecidero^ vostrutn erit fldgitium. Fhgitin pergereP ah sermundüm mi hodiest,

Rilsdü stellt anch hier flagitium imtrum erU um und ent- fernt hodie, was B in verkehrter Abtheilung aum folgenden

Verse zieht.

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68 SÜMirnff der jriMot.-^ MIoL CSam wm 7. Jmmar ISTl,

Ambe vobi9 simm pröipkr htine rSmf qwm, quae V&hmu$ no$, eöpiae fdciHs nüe cAnpoies.^)

Haben nun aber auch die lateinischeu Dichter den bac- cibischen ond kretischen Tetraroeter der Natur emes Verses ang^eo&hert, so zeigen doch die aufgezählten Fälle toq fort- lanfendexn Bhythmns noch deutlich, dass andi sie die nr- sprüDgliche Behandlung des paonischen Rhythmus noch nicht ganz vergessen hatten und desshalb Wprtbrechnng an dem Schlnss der einzelnen Tetrameter nicht mit der gleichen Strenge, wie am Schluss eigentlicher Verse, vermieden. Qewiss ist es desshalb auch nicht reiner Zufall, wenn öfters eine grössere R' Jhe von Tetrametern ohne jeden Hiatns, ja ohne jede zweifelhafte Sjlbe fortläuft. Zur Veransehaulieh- nng dieses Verhältnisses setze ich die wichtigsten Perikopen der Art vollständig liieher:

Gas. m, 5, 1 ff.:

Nülla sunty nuUa sunt! tofa fofa occidi!

Cor meiu tnörtuamst, memhra miserae tremmU,

Nfscio unde auxili, prai$idi, pktfugi

Mi aui €pum e6pkm eämparm aui ixpetam.

9) Ritscbl hat sogar einmnl äle AnflosunEr der lotzten Län(^9 aiigenommeQ und mit der continuaUo numeri entachuldigen wollen, Dämlich im Trin. 277:

Pater, ddsutn: imperä quidvis, neque tro in vtord Ubi Nee läUbrose me dp$ tuo conspietu oeeuUdbo.

Aber die Hndiebriftan haben tibi in in mora und vermitlel'it Con- jeetnr darf man lioheriioh nicht eine gtss Terainielt «tehende Auf* ISniog herbelfSihrei]. Sehr achwierig ist ea indeis in ^apren, wie Plantsa geeohriehen hat; ieh mochte folgende Meneng in Vorschlag bringen:

FaUr, oätMn, impera quidoii negu$ ero in mo¥a nie Xolfbrotl med ofw tuö omupeeln öceidtabö.

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CMl: ^ den CtmHea desPkuam.

Tänta faciü modo mtra miris tnodis Infus nidi, novam atque integram aniddekm, Cäve tibi Cledstrata : abscede ab ista, 6b9eoro, Ni quid in U maU \ fäxU m pSreUn.

Cure. 147 ff.:

Fimli, keus piatuU, v&$ sahOö Jubena, V&s amo, v6b volo^ vös peto atque öpsecro, QSrtte amanti mihi mörtm amomissumi. Fite caus i )nea lüdii harhari: Süssuliie, opsecro, et miitiie istdnc foras, Quae mihi ttdaero amanH ia^nbU 8ä$igui9iem»

Ebenso Cure. 105—9; sodanü Men. 115 ff.:

Quo ego eam^ quam OfOM, qM ii$gaH gmtm, QM pekm, qM fenm, qM fana igerim. FMUvrh^ datmm ätisei: Ha amnim mihi Bim fieeesae ^^qmai, quicquid egi atque ago.

Andr. IV, 1, 1 ff.:

BSdnesi ered^He aüt memorabile,

Tdnta vecördia innafa cuujtaim üt siet,

Lt jnaJis yaudtaiit atque ex incommodis

Alt er ins sua ut cömparent commodas' ah

Iduest vmm? immo id kominum ht gmus pUawmtm,

DinegandS modo qufa jmmJot pmUum adest:

Fast ubi Umpwst promissa iam pSrfiei,

Tüm coacH neeessdrio se dperimt:

£i iimmt H tarnen res premit denegare;

Ihi tum eorum impudetUtssuma onitiost:

Quis ius? quis mihi'sP Ij cur meam tibi?

O^it. V, 1, ift :

Jovi disque aya yrdfias fninto ftiafmdSf (^m reddücem iuo U pairi reddidcrwUi

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70 BUamig der sMoB.-plM, Oam vom 7. Jamar lB7i.

Quomque ex miseriis plürumis me exemcrünt, QuaSt dum te caretidum hic fuity süstenMdm, Quomgue iskine can^neio in poiestäte umtra^ QwMM^ huius repertM fides firma miUs.

Ich komme nua zum zweiten Fall, wo in demselben Satz ohue Umschwung des Gedankens von einem katalek- tisobeii baocshisohen Tetrameter auf kretiBdie Verse Über- gegangen ist Jeder der nur einigermasaen aof den Unter- schied EwiBohea dem Obarakter der baoehischen und kretisdien Rhythmen geachtet bat, wird sich hier nicht mit der einfachen Bemerkung *?on den bacchiaci geht der Dicliter zu cretici über* abspeisen lassen. Vielmehr ist der Uebcrgaug in diesen Fällen durch die Continuität des Rhythmus vermittelt, indem sieb der erste Vers im aweiten fortsetzt und so gewisser- massen der letite Fuss des bacchisoben Tetrameter in der ersten Sylbe des kreti8db«n Versee sdne firganiong erbält^^) Es liegt also bier ganz die gleiche Eredieinung vor, irie In den zahlreichen Fälleü, wo bei Plautiis em Satz, der in einem katalektischen trochäischen oder lambischen Vers begonnen hat, sich in einem Vers von entgegeugeeetztem Tonfall fort- setzt, wie;

Pbeud. 146 f.:")

üt ne perisfyromdia qwidem oegtie picto 9kU Campdmea Negue JUxandnm Muata i^nsUia tapiHa,

10) Eine ähnliche Erscheinung im iambiachen Versmass hat üennaoa Epitome doot. mstr. §. 188 im Amph. Y. 1| 15 nachgowieseo.

11) Hflin Frenod üsener (Paeud, Howt. acena «ee. p. 4) lässt im

Einklwig mit Bcrgk (PhiloL XVII. 30) den iambischen Rhythmtu aobon mit v. 146 beginnaii; aber dann bliebe der Uebergang von don Trochäen zu den Jamben unmotivirt, and würde Tiwischen Vers 145 und 146 mitteo im SaUc eine höchst störende rhjrthmiiobe Kluft (— "v* I V geechaä'en werden.

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Ckn$ti Zu den Cantica det^mtus.

71

Pseud. 226 f.:

Quae pacisci modo scis, sed quad pacta*», nonscis sölverct Fkoenieium, Hin ego haee loquor^ ddidae summatwn virum.

IVrs. 33 f.:

H(i€C dies summa hödiest, mea mi amica sitne Ubera, An sSmpUermm servitutem serviai. Sa, quid irgo '/

AuipL. 1072 f.:

Sed quid hoc? quis hic est senex, Qui ante aedis nostras sie iacet? mmnam hmc pcrcussit

Jüppiter?

£qo. II, 3, 75 f. :

Po. QM ita? Ck, rogHaa? sAmma forma simper eanr

servdm ämni Vtdibit, conloquetur, aderU üna in unis aidibus.

Gore. 110 f.:

Canem esse hatte quidem mayis pdr fuit: sagdx nastm

habet, Le. amdbo,

Quaia vox sondt procul?

Elm. II, 3, I f. : Ocddi.

Keque virgo est usqwm nique ego, qui ülam e ean^»ee$u

dmisi meo.

Ziehen wir nun aber diese analogen Fälle heran, so Itot oßk daraus eine vichtige SchlusafolgemDg Uber die Betonung der bacchischen Verse ziehen. In diesen iambisch-

trochäißchen Perioden wird nämh'ch der beginnende Fuss

des zweiten Verses genau mit dem Accent bezeichnet, wel- dein unvollständigen Fuss des vorausgehenden \ erses (ukoiumen sollte. Denn gleich für die beiden Verse des BmadmkiB habon wir folgende» metrische bchema

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72 Bitamg der pkOo^-phiM, CUme «o» 7. Jmmar 1^71. I . t « 1 I .

yj ^ \j yj vr -~— %J w

: . t . j . t .

u V w V w w w w

es setste sich aUa hier genatt der Bbyttunus des ersten Verses in dem des xweiten fort. Die Analogie und das

natürliche Sachverhältniss berechtigt uüs , das gleiche Ver- hältniss auch bei dem üebergang katalektischer bacchischer Verse in kretische zu erwarten. Dann müsflen die Yerae in den Men. 572 f.:

Molestoque muUum atque, uti quique sutU Optumi maxumi, morem habent hunc

nothwendig eine Ton den xwei folgenden fietonongen gehabt haben ; entweder

\J w V '— ' w

: . I t .

w %j -~ %j

oder

t t .1

\j u \J ~~ V

t . ( . i. . t

oder mit anderen Worten: entweder mass der bacchische Fuss die Betonung ^ und dann der kretische die

Betonung -2- ^ gehabt haben; oder wenn der kretische Fuss V betont wurde, so konnte der bacchische nicht anders als - betont werden. Oana ausser Betracht lasse ich die Betonung ^ - ^, die man ans der Vergleichung unseres Fusses mit dem ionicus a minore, der bekaiiiitlicli gleichfalls den Nanun ßaxxtiaxoQ novg führte, abnt'hiiieu küimte. Denn dauu würde die Senkung zur Hebung im Verhältniss von 1:4 stehen, einem Verhältniss, das in der Uhjthmik der Griechen nach den ausdrücklichen Angaben der alten Rhythmiker nicht Torkam. Das obige Dilemma aber hüte man sich, nach dem blossen GefiShl ent> sdhetden an wollen; nnser rbjthmischea Gefahl ist fiellMh

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▼OD der lieben Gewolmlieit ins Sciüepptau genommen, und während wir heut zu Tuge

üt h6e fiHmut maaoimi more

va lesen pflegeu, las man zn Taubmanns Zeiten: üt hoc ütimur mcucume more moro,

AusBerdem beachte man audi wohl, dass wir in tmaerem Geföhl Ton der blossen Redtation ansxDgehen pflegen; bei den Alten aber wurden die Päone gesungen uud Cicero (Orat. 55, 184) sagt nach AnfuhruDg der Worte dus Ennius

^iiemfUMi U €896 äkaim^ qm tatUa ieneckUe

daas dieselben ohne die Begleitong des Fldtenbläsen remer ^osn ShnKdi sehen.

Wir liaben aber zur EnUcIieiiluDg unseres Dilemmas eiii viel vLTlässigeres Kriterium als unser verwöhntes Gefühl; ich meuie die Angahe der alten Rhythmiker, die doch viel besser, als wir, wissen mnsaten, wie päoniscbe Rhythmen Tonotragen seien. Und nun sagt Aristides Qnintilianos Ibql /MvOix^g p.38 ed. Meib. aasdrUddieb: IBv %f numpmf

/lax^i xal ßQa^etag Ttal fmxQag a^öemg. In diesem

alten Abschnitt ist von Aristides durchweg ^s'oig nach dem alten Sprachgebraach im Sinne des guten Takttheiles ge- braucht, und der Creticus, den hier Aristides nalcava dio-

"pnov nennt, hatte demnach die Betonung ^S^. oder

J- ^ Qibl man mir nun mein Dilemma an, nnd dasn, denke ich, ist man geawnngen, so folgert ans dem Gesagten fir doi baediiaeiis die Betonung ^

Diese Accentuation des bacchiacus verstösst gegen die herkömmliche Lesunt^ , ist aber schon vor mir von Stude- mund in seiner Schrift De canticis Flautinis p. 33 aufgestellt worden ; ob aus den gleichen Erwägungen, weiss ioh nicht, in* dem dezaelba seine Grlbde erst spftter an entwickeln verspricht.

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Sümmg der ^hüos.-pt^Üid» Classe votti 7. Januar 1871.

Da aber gewiss viclo darüber ungläubig den Kopf schütteln werden, bo will ich uocli einige weitere theils erläuternde, theils begründende Bemerkungen beifügen. Wenn Hermann

meinte , dass bei seiner Betonung u die zweite Länge

völlig in die Senkung falle, so wiederlegt eich diese Meinung schon durch Plautns selbst. Bekanntlich hat nämlich schon Bentley das wichtige Gesetz gefunden, dass einsylbige Wort» cheo bei lateinischen Scenikern in der Arsis vor einem Vokal nicht elidirt zu werden brauchen. Fleckeisen hat zwar die Zulässigkeit dieses Hiatus weiter auszudehnen versuclit, aber nur in der Arsis ünden sich von demselben zahlreiche und verlassige Beispiele. Nun findet sioh aber dieser Hiatus audd einige Mal in der Auflösung der zweiten Länge des bacchius. IHe Stellen sind folgende: Amph. 640:

Sola hic mi nunc videör, ^uia üle Mnc abest, quiui cgo

amo praäer omnSs,

Aul. il, 1, 15: üt iuam r6m ego tecum hk loguerer fämüiarSm,

Bacch. 1123: JJarmii, gmm hae euni sie d pecu paiikaU^.

Freilich wird audi einmal (Gas. m, 5, 38) in der Auf- lösung der ersten Länge efü einsylbiges Wort nicht elidirt,

aber dieser Fall wird weiter unten sciuü Erledigung' üudtu.

Gegen die von mir aufgestellte Betonung des bacchischen Fusses wird man sich weniger wegen des widerstrebeuden Wortaocentes im Allgemeinen als wegen des Tonfalls des letsten Fusses sträuben. Denn die Prüfung des nächst besten CSantiooms wird ergeben, dass bei unserer Betonung in den eisten Fflssen des Tetrameters eher eine grössere üeberttn- stinimuDg des Wort- und Versaccentes erzielt wird; aber für die Schlusscadeoz scheiiit bich weil maiii die Betonung

i-ais v--^ ^zu empfehlen. Ich dachte daher

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dmtti Zu dm Otmtica duHoMtiu,

75

selbst einmal an die iüchtigkeit der BetODung Meroiers und Taubmauxis

woüacli der bacchische Tetrameter als ein katalektisclier kretischer Tetrameter mit vorgesclilagenem iambischen Auf- takt angesehen werden müsste. Auch wird der Anfänger bei Zagnmdeiegung dieses Schemas gioh die liohyge Red* tatioii der Baodiien wesenUicb erleichtern und eine gefiOligere Betonung in den Schlnss der Tetrameter bringen. Aber in der Theorie lässt sich dodi diese Analyse nicht aufstellen. Es spricht ebuü mein als eine Erwägung dagegen : zuerst, dass die Alien einen wirklichen bacchischeu Fwm kannten und demnach unseren Vers in die vier Füsse

u ^ I w j Cl j w

Mrl^en ; sodann dass die Griechen mit der zweiten Länge gern ein Wort zu scLLieaaen piiegien, wie Acöcii^l. Eiuu. 616. Sept, 105, Prem. 115:

2tevaim; %i fävt^t dvaoiata naXiwatg;

Endlich widerstrebeu entschieden die Freiheiten, welche sich Piiuitas am Ende des zweiten Fasses erlaubt Denn wenn aodi bei den Lateinern dnrchanB nicht regelmässig mit dem zweiten Fuss ein Wort sdiliessti so findet sich doch hier einigemal der Hiatus und eine syllaba ancepa zugelassen, weiohe ebm entschieden für die Analyse

and m weiterer Folge fiir die Zerlegung

I I I

zu sprechen scheinen. Müller in seiner Plaut. Prosodie hat freilich auch diese Licenzen wegzufegen gesucht; aber einige Stellen rerbieten gewaltsame Aepiderongen, da au ihnen jene

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76 Siieimg der phäot.-pküoL CUum wm 7, Jmmar 1871,

Freiheiten mit Interpunktion und Personenwechsel zusammen- fallen, wie Fseud. 258. 1272, Capt. 505, Trnc. II, 5, 10:

Ba, 8urdu$ 9um P». jarofeeid. Ba, uumUoquus es tü, 8ed postqmm Ssimrrexij armt mSä ui saUSm.

Tandcni ahii dd pradürüii, ibi lix requievi* Vosinet iäm videtiSt ut omdta incedö.

Man muss daher an der Betonung

w u w V

festhalten, bezüglich dee Tonialles am Schlnsa aber «in dop*

peltes bedenken: einmal, dass dia Bacchien fortlaufende Rhytiimeo sind und demnach eine so starke Schlusscadens, wie w am Ende jedes Tetrameters sehr unpaaseod wäre; sodann dass melufere Bacchien fast durchweg mit einer iambischen Giansala abschliessen, wie And. 481 C:

Ädhuc, ÄychdiS, quae ddsoloit quaequc oportet Si^a esse dd salutem, öuotui huic Ssse videö: Nunc primüm fac ista üt luvet: poste deinde^ QmkI iussi H dati bibere et guan^m imperaid, Dote: möx ego hm revMcr.

Ein solcher Bau wäre kaum erklärlich, wenn schon der letzte bacchische Fuss jene starke Schlusscadeoz hätte, er wird umgekehrt sehr begreinioh, wenn der bacchisdie Tetrameter mit einer Hebung der 8timmang absohloss. Im Uebrigen halte ich es selbst für sehr nnwahrsebsinlich, dass

im letzten Fu^s die zweite Lange vor der ersten stark durch den Iktus hervorgehoben wurde. Die Melodie wird sich hier mehr der Betonung ^ als der ^ -i. -L genähert haben, so dass sich etwa folgendes Schema als das wahr-

seheinlidie herausstellt

t . } . t

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oder

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Iii dqh ftbcp ansere BeUmang das Bacohitu die richtige, 10 cigabai rieh daraus Tereohiedeiie weit tragende Folger-

angen; idi will nur eine hier berühren and näher ausfuhren. Der ßacchias mit der Betonung ^ -i- steht zunächst dem Anapäst ^ ^ Diese Verwandtschaft zei^t sich

bd Plaotna darin, dasa der Dichter ganz gewöhnlich Ana* paate den Baochien Toraneschiekt, oder iwischen denselben einlegt, selbst wenn kein Personenwechsel nnd keine grössere Interjmiiktioü trennond dazwischen tritt, wie Aul. II, 2, 25 ff., Bacch. 1082 ff. (s. A. Spengel Plautus S. 129), Capt. III, 2, 1 ff., Gas. in, 5, 30, eist. IV, 2, 20 f., Merc. II, 3, 2 ff. (s.

Spengel im Philol XXIII, 673), Mostell. 318 ff. (s. A. Spen* gel Plantos S. 132), Rnd. I, 3, 15 (s. Maller Plant Pro«. S. 190), Persa 496 ff. (nach RitseUs Messung, anders Müller S.405), Truc. II, 5, 1 ff., II, 7, 3 f. und IV, 2, 1 f. Hieher gehören auch die Falle, wo Bacchien mit einer anapästischen üUosala abschiiessen, wie Amph. II, 1, 24:

Verum kaut miniwr risque iUi fdeUt, dieö.

Am. Homo hic thrius est opfnor,

PlKod. 1272:")

ilbt deeubantiSj potantis, ammiiis

Cum scoriis reliqni H meum scorium ibidem Cordi ätqtte animo suo opseguentis,

Dean an beiden Stellen kann auf diese Weise die hand- schriftliche üeberlielVruDg aufrecht gehalten werden, während an der ersteren A. Spengel (Piuloi, XXVI, 720), um die ge- wöhnliche iam bische Claosula an erhalten, die allerdings

12) Für den Wechsel von Bacchien und An&pa?itin sind im PNodalas noch 7wpi Stellen v. 581 f. und 5i)3 f. 2:eltcrid gemacht ▼Orden; aber au der ersteren Stelle können die beiden die Bacchien uagtbenden Verse ebenso f^ut mit Ritsehl trochaisch, wie mit Spengel iPlfttttiit S. 13d) auapastisoh gemetten werden, und an der letzteren

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78 SiUtmg äer jMot.-tMX. Clasäe wm f. Januar 1371.

emfache Aenderuog ebrimsi Tomimmt, und an der sweiten Bergk (In(L leä, Ed, 1858159) mit Verletzung der strengen

prosodisciieu Gesetze der Bacchien

Corde dtque animo 9im 6hsegm8.

flohreibt.

Aber nicht bloss liebt es Plantns Anapäste mit Bacchien

zu verbinden, er erlaubt sich auch eine gleiche prosodisciie Freiheit in Anapästen und Bacchien. Bekanntlich brauchen nämUch einsylbige Wörter in der Thesis des Anapäst keine filision zu erleiden. Ganz die gleiche Freiheit , wiewohl bisher von den Gelehrten gröestentheils verkaimt, findet sich nun anch in der Thesis der Bacchien. Ich habe mir folgende Beispiele angemerkt , diu zum grössten Theil von den Herausgebern durch Interpolationen entstellt wurden:

Gas. III, 5, 38:

Quid cum ed negoH tibi est? St, StJ jpeccavi.

Men. 576:

8% est paüper atque haut malus iiequam habetur,

Most. 870:

Si huic idm pareho, probe tectum habd)6.

Psead. 244:

Eedi et respice ad nös: tarn etsi öceupatüs (tamets^f oe-

cupalua Fleck.)

Pseud. 1331: I hae, Si. U sequar: quin vaeas tpSdatar^P

Hessen sich die Bacchien nur mit starken AendcniiK^en gewinoen, wesshalb ich eher zu den Anapaston Müllers (Plaut. Pros. S. 121) neige. Dann haben wir in un"?orpr Sci iie eine ntoCoifoc Trtchytj^i^ixi^ , indem dieselbe mit Tiwei annpaatischen Tetramet fin bL<,':iint und mit zwei ffleichen V «rson schlitjsst, in der Mitte aljer zwei bacchische Tetra- meter von ungleichen trochäischen Partien uauchlossen sein lässt

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Christ : Zu den Ca^ca des l'iautus.

n

Thic. II, 5, 7 mit möglichster Schonung der UeberHefernng: tNoß h%mc ausa ieaitüm dolum sum ddgrediri.

Tnc II, 7, 3:

Xam hoc qui sciam, nt quis id qiia&rat ex m',

M. 193 (den Hiatus entfenit Fleckeisen und MäUer S. 620):

Die Stelle in der Aal. II, 1, 1 : Ydim te ärbUrari me haee vMOf fraUr.

führe ich niclit als Beweis an , da es hier erlaubt ist , mit Hermann und WacrntT durch Herstellung der alten Form den Hiatus zu beseitigen« Aber nicht verwerfen möchte ich die Annahme Lachmanns m Lttcres p, 388, dm in dem ?6ne des Poen. I, 31:

8mr cögita, amdbo, iUm n^a perhiheri,

der Hiatus und damit zosammenhängend die Kürzung des a in cagUa zu dulden Ist; aber nicht ans den Gründen, welche beibringt, sondern wml sich JUmliches anoh bei den Griechen in ploniscfaen Versen findet, wie in Sophod. Aia8 412, Tracii.846, Oed. Bez. 167, Pindar01.II, 9L 101:

JIOOOI dXXfQQO&Ol.

^ü. isov oiod Ofävw,

Auf diese Sätze baue ich nun schliesslich einen Schlnss, dar mich zn dem Pnnkt zuröckföhrt, auf den zu antworten ich oben (S. 54) ?ersprodien habe. Der Bacchins steht also in Betonting und Umfang zunächst dem Anapäst. Wie nun die griechischen Komiker in den fambisehen Hassen statt des laini^iis aucli den nächst vei wandten i usa, den Anapäst, zuliessen, ebenso erlaubten sich die lateinischen Dichter,

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80 SUmmg dir phSM,-pfM. CUuh «om 7. Jammr 1971.

indem ne einen kleinen Schritt w^ter gingen, in den nnn- pSstiscben Venen etatt eines AnapSsten ancii einen Baeduns

tu setzen. Damit erledigen «eli wie mit einem Zanbendilag alle Schwierigkeiten in den Anapästen des Plantos nnd Terenz. Dass die gewöhnlichen Regeln über Synalöphe nnd Vokal- kürznng, wenn auch in reichlichem Masse angewandt, niciit ansreielien, nm die anapästiscben Verse des Plautna zn messen, seigen die massenhaften Verändernngen , die sich Hennann, Ritsehl nnd Fleckeisen in der Behandlang Jinapästtseher Veree eilaublen; und doch haben sie worüber jetzt kaum mehr ein Zweifel besteht gfir oft ^vi^kliche An;ip;i^tf3 in die Zwangsjacke von Trochäen gespannt. Ich stimme daher Müller hei, der die Ueberliefernng aneh in Versen, wie Ciat. II, 1, 5, Most. 895, Pers. 845, Psend. 1320, Tme. II, 7, S nnd ähnlichen nicht anzutasten wagt:

P^eror, differGr^ äiistrahor, diripior: üa nubüam metUem

animi hdbeo,

Si silbriuB sis, mak n6n dicas. Ad, tibi cptempermf qwm

tu wXhi nequeasP Quid ais? 8a. hieine JhrddluBt leno, qui hie liberas dr-

gines mercatur? Chiera hunc hommcm atque tne consequere hac. Si. ego

isiüne onerem ? Ps. oneraUs^ scio. Satin f qid aimai, neguit quin nihiU sit atque imprMe

ariibue ee ixpoUat?

Ja ich gehe in der Annahme von ungewöhnlichen Ana- pästen zum Theil noch weiter, und messe auch den ersten Vers in den Adelph. IV, 4:

Disenueier nnimi, hocine de improvieö mcdi nU ohOei idnium, Men. 357 f. :

Set M (Best, quem eoques 4mU aedie aU ieeef atque

emn video^ qui

Miet 48ui et plunmum fridest.

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Chritt: Zu ämCmtHea daPlautus, 81

onbrdpnklich aoapästisch und nehwe in den Capt. III, 2,

Quid est suävius quam hene rim gerere B<mo pMieo sieut fiei ego heri,**) Quem emi kösee hominea» uhi qutsque mdent, JEkint öbviam gratulanturgue eam rem.

md im Pseod. 1262 f. :

Mamt ednäida eanikarum duh^erum Ftüpm&re am%eiB9mam amidHam^^)

lieber hiuter frei gebildete Anapäste als eine Mischung von baochiscben tind aoapästischen Versen nnd Füssen an. Aber ich leugne, dass je das is in improbis, das m in Uberas 0:1er maehinas (Pen. 785), das es in pedcs (Stich. Sil), das a im Ablativ pollcntia (Cas. IV, 3, 3) und ähnliche durch Ltuge des Vokals und durch Position geschützte lan^p Sylben kurz von Plauins ^'chiauoht woi tlen s. icn. Hätte sich Phuitus in Anapästen alle jene Kürzungen eriauijt, die ihm Müller, gestutzt auf die Uandschrifben, zumuthet, dann hätte für ihn wenigstens in diesem Metrum kaum mehr eine prosodiscfae Geltnng bestanden. 8tnd die überlieferten Lesarten an jenen Stellen aufrecht zu erhalten, so muss eben nach einem an- fielen Erkläruiigsgiund gesuciit weiden, und der hat sich uns ungezwungen aus der Untersuchung über die Betonung der

14) Die HandBchriflcn haben sicut ego feci ; dio überlieferte Lea- Art würde einen tetr. bacch. catal. bilden , der für mich an ond für »ich nichts ansiössigns haben würde, aber hier inmitten VOD Biia«

pi«tis'^-})pn Dimetem mir wenig wabrsclicinlich dünkt.

15; Bergk im Ind. Uct. Hai. 1863163 p.VJ hat hier mit Recht gef^en Ritschl die handschriftliche TTcberHefening- in Schutz genommen; aber seinf Armaliine von einem aus einem docbmiaouB and dimet. crei. catal. gemischten Yers

ist uogebeiierlich and wird schon daroh den Man<^el der in einem ■okhen FaQ bei Plaotiu gewiss sn erwartenden Gamr widerlegt.

[1971,1. P)üLhiii.a] 6

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82 Sttffun^ der philos.-^hilol. Cloise vom 7. Januar 1871,

Bacchien ergeben. Dieser mein Erklärungsversuch wäre indess ungeniipond, wenn die Annahme Müllers richtig wäre, dass sich natuilaDge Selben auch an der Stelle der ersten Kürze der Aoapäste gebraucht fänden. Diese Behauptung ist aber eise entschieden irrige. Sehen wir von einigen Ton Müller falsch gemessenen Versen ab, die hier zu besprechen zu weit führen würde, so erledigen sich Messungen von Fue(/nium (Pers. 772), nequior (Bacch. GIG), tnneam und aurea (Cure. 139), ßio (Dacch. 1076. 1168. 1175. 1206 Trin. 839), iniurias (Stich» 16), graiiam (Truc. I, 2, 15), pra^m (Pseud. 182) als Anapäste nicht durch die abentener- lidie Annahme der Kürzung der ersten Sjlbe, sondern durch die gewöhnliche Erklärung Ton dem Zusammenfluss der zwei aufeiuanderiolgendeu Vokale. Müller geht nämlich bei allem Ernste seines wissenschaftlichen Strebens auch einer reinen Marotte nadi, nämlich der, die Syoalöphe wie den Uiatus 80 gut wie ganz aus Plautus und Terenz zu entfernen. Aber gerade in den Anapästen, wo sich Müller durch jenes Phan- tom zu den wunderhchsten Aufstellungen verleiten Itess, koiiiint dieser Eckpfeiler seiner Lehre zum Fall. Für meine I'eli.iuptung aber, dass Plautus sich in den Anapästen einen Bacchius statt eines Anapäst zu gebrauchen erlaubte, sprechen endlich nicht am wenigsten die zwei sicheren Stellen, wo im ersten Fuss eines anapästischen Verses Plautus sogar den zu einem vierten Päon aufgelösten Bacchius setzte, nämlich Gibt. 11, 1 , 11:

ixperitur: Ha meüm frangU amanten* dnimum,

und Gas. II, 2, 1 (siehe Müller S. 144) : iSRe^fMtiil emUea in pr6xuimm me huc.

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Flaih: Üeber chinesische Enct/doj^ädien,

88

Herr Plaih hielt Vortrag über

„Die 4 grossen chinesischen Eocjclopädien der k. Staatsbibliothek,"

ünttr den bändereichen Werken der reichen chine- ttsehea Literatur haben ihre £ncyc]opädien schon langst voRugsweifla das Interesse der europäischen Gelehrten erregt, da sie über alle Fragen, die CShina nnd die Geschichte,

AlterthüDier und inneren Verliältnisse dieses Landes und auch mm Theil seiner Nachbar! Inder, welche uns iiiteressiren, be- treffen, Auskunft gewähren, und das Beste, was die verschie- denen earopaibdien Gelehrten geh'efert, haben sie nament- Ikb dem merst xa nennenden Werke entnonunen. Die Staatsbibiiotliek besitst deren Wer, über deren Inhalt wir «De nähere Xaehricbt geben wollen, den Wen-hien-thung-khao ▼00 Ma-tuau-Hn in 348 Büchern, den Yü-hai auä dem 12. Jahrb., gedruckt 1351 in 21 Ablhl. und 204 Büchern oder Heften, den San tsui-thu-hoei Tom Jahre 1586 in 116 B. snd den Ynen^lden-lm-han Tom J. 1710 in 43 Abtl and 450 B.

h Der Wen*hien«thitng-khao von Ma-tnan-lin

nt die bekannteste. Vtsdelou, Degnignes, Rlaproth, Abel

R^musat, Julien, Bazin u. Liot lialx n daraus Auszüge gegeben UQ^i dt.n Stoff zu ihren schätzbaren Abhandlungen über chinesische Verhältidsse geschöpft. Wir brauchen über Ma- tüAD-lin's Person nnd Werk nicht weitläufig ZQ sein, da Abel Beamsat^) schon eine Notis über ihn gegeben bat, deren lohalt wir nidit wiederholen wollen« Wir bemerken daher

I) Kou?. MeUag. Aiiat. Paris 1Ö29 T.2 p. 166—178.

84 Sittnmg der phÜM.'flhiUL CHam tm T, Mmmt iS7i,

nur, dass er im 13. Jahrhunderte eine bedeutende Stelle am Hofe der Kaiser der D. Suog bekleidete, nach dem Sturze dieser Dynastie durch die Mongolen widmete er sich bloss seinen literarischen Arbeiten und schrieb dieses grosse Werk. Er folgte dabei Tu-yeu*), der unter der D. Thang im 8. Jalirliundertc ein ähnliches Werk, den Thung-tien in 200 Büchern, sdniel), das über nur bis 755 geht. Ma-tuan- lin erweiterte dessen Werk von 8 auf 19 Abschnitte und fügte noch 5 weitere, über Bibliographie, d^is kaiserliche Geschlecht, Besoldungen, Uranographie und Phänomene hin- zu. Sein Werk, wovon die Staatsbibliothek einen sdilechten Abdruck auf grobem Papier in 10 dicke Bände hier gebunden, besitzt, würde 20 25 unserer Quartbände füllen. Man hat in China und jetzt aucii iti Paris ein Supplement in 254 Büchern vom Jahre 1586 und eine weitere Fortsetzung desselben^)

2) Ta-yen hatte aehon einen Yorgäuger den Lieu-Y, Yer- fsMer des Tscbing-tien in SSBftcheni« Ta-yea aber erweiterte den Plan und tbdlte sein Werk in 8 Abschnitte: Politiaobe Oekonomie, literarische Grade, Beamtang, Branche (ü), HuBik, Kriegsdiicipltn, Geographie und National-Vertheidignng. Sein Werk, dae bis in die Hitte de« 8. Jabrbunderte geht, wurde auch bis auf die neoeite Zeit fortgesetzt im Khin ting bo thnng tien in 144 Büchern 1767 und weiter im Khin ling hoang tschhao thung tien in 100 Büchern bis 1763. 8. den Antrag dee kaiBerlichen Katalogs K. 8 f. 6. 8 sq. und Wylie p. 66,

3) Den So wen hien thunp khao Ton Wang-klii. Es setit Ma-taan-lin^s Werk, das mit der I>. Snng scbliesst, fort dun Ii die J). Leao, Kin, Yuen und Ming und es erschien auf kaiperlichou Be- fehl neu rovidirt in 252 Bücher 1772 Mn-tuan-Hn's Plan ist bei- behalten , aber durch 4 neue Äbsclmitte : chronolopische Bestimm- ungen, die Wasaerlänfe, die Schrift-C'liaraktrre und die Genealogie vermehrt. Die 2te Fortsotzunff hat den Titel Khin tin": hoang tschhao wen hien thung khao in 2G(j B. und noch einen neuen Abschnitt über den Tcmpcldieuät; s. d. Auszug des kaiserlichen Kata- logs IL 8 f. 7 V. fg. und Wylie p. 65 fg. Sadbaroff^ (s. 8. 88} benatste HaHoan^lin mit beiden Fortsetrangen auch Tn^ynen.

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bn ins 18. Jahrhimdci*t in 266 Büchern, die leider der Staate* ^ babliothek ffhlen. Das Werk serßillt in 24 Abschnitte und

34vj Düchtin. Abel K* ulu^:lt ]i it eine, aber nur allgemeine üebersicht der 24 Abicboitte gegeben. J. Klapiutb*) in acioer Notiz über dieses Werk gibt indess auch luebnuaU fön ihm abweichend den Inhalt der Abschnitte an und übeiv •eist dann die Einleitung Ma-tuan-lin*8 K. 1 f. 4 t. 34 t. Diese gibt aber zwar eine interessante Andeutung der in jedem Abschnitte besprochenen Verhältni>st5 n)it dem ürtbeile Ma-tuan-iiD*8 über die (jesialtung dursylbcn; aber fiir die Benutzaug dieses, wie die ähnlicher Werke, reicht nach un- lerer Meinung diese, wie d*e allgemeine Inhaltsangabe des eiuelDen Abschnittes nicht aus, sondern man mnss, wie A. Reinnsat bei der 8. g. japanischen Encyclopadie gethan hat, den Inhalt detaiUirter und wenigstens den der einzelnen Bücher speziell angeben , um sclinell über einen besonilern Gegenstand sich daraus unterrichten zu können, zuuml die cbineäiäübeD Weike keine ludices haben, ihre sehr guti^ lohalls-Anaeigen des Werkes TOme oder Yor den einzelnen Bechern aber bei ihrer Kürze ofteia erst noch einer Er« klamng bedürfen. Wir geben daher zunächst Ton Ma-tuan- liu's Werke eine solche spezieile Uel)er>icht des Iüb;dts nuL den uüthigstcn kurzen Erklärungen und verweisen bei den spätem auf die Stelle, wo dieselbe Materie in dem l'iüheren Werke behandelt ist, damit man gleich Alles, was sie be- baudeb, übersehen kann. Es genügte uns das aber noch nicht, sondern wir haben auch den Quellen Ma4uan-lm's und wie er sie benutzt hat, nachgeforscht, wobei wir freilich hei der Ausdehnung des Weikus uns auf die alte Geschichte China'«, die wir bisher vorzugsweise behandelt hatten, be-

4) A. Abel Remusat. Melan^. Asiat. Paris 1826 T. 2 p. 407 (gg. J- Klaprollfs Xütice de IMCncycloyicdiö litterairc Ma-Luau-liu etc. SoiT. Juur. Asiat. Icä2. 1. 10 p. 1 sq.

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86 3ilMm0 dar plUlo$*-i^M» Ckm «om 7. Jonuar X87t

schränkea mussten'; wollten wir auch auf die spätere Zeit eingehen I bo würde unsere Abhandlung zu umfangreich ge- worden sein. Wir denken epäter eine Analyse der 24 grossen Geschichte werke za geben nnd können dann darauf snrfickkommen. Man gewinnt so erst den richtigen Masstab för die rechte WärdiguDg desselben und hütet sich vur üiücr Uebei Schätzung. Das Ganze ist nämlich eine grosse Cünipilatiou aus den King, der grossen Geschichte China*s u. a. Werken, allerdings mit Iliuziifügung der Scholiea dazu einer gewissen Critik und einer versuchten Aus- gleichung der widersprechenden Nachrichten. ludess seigt sich so , dass er die ezcerpirten Werke oft nur sehr bmchstück- artig und mit Auslassungen ausgeschrieben hat, so dass man, wenn einem die Quellen, welche er ausgezogen hat, wie die King, die grosse Geschichte von China u. A. zu Gebote stehen, immer besser thut, auf diese selbst zurückzu- gehen*'^) und erst dann seine etwaigen Bemerkungen zu be- rücksichtigen, wie ich auch bei Hilters Gompilation über Asien es am zweckmässigsten gefunden habe, auf die unten citirten und ausgeschriebenon Werke, wo sie mir sugSngHch waren, Eurückaugehen und erst dann seine wenigen Bemerk- ungen au berficksichtigen. Diess ist freilich bei Ma^tuan-hn Tie! schwieriger, da die Chinesen überhaupt nie genau citiren, und er namentlich manchmal seine Quelle, aus der er schöpft, gar nicht angibt, oder nur die Uebersehrift des C:ipitels 2. B. des Li-ki oder Tscheu-li angibt , die man daher schon kennen muss; genauer ist schon der Yü>hai. Ma-tuan-lin hat alle Gegenstände nach den Materien und diese chrono- logisch geordnet; dabei aber manche Unterabtheilungen zu selbststandig verfolgt, a. B. die Nachrichten über die ein* seinen Beamtenstellen durch alle Dynastien hindurch. Dies gewährt keine vollständige Einsicht in die Verhältnisse irgend

6} So artheilte auch lieamann Asiat. Stadien Bd. 1 & 154 fg*

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I^hi lieber chinesische IkeydopääuH,

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einer Leatiniinton Zeit. Diese sorgfaltige Analyse nöthigt daher, das günstige Ürtheil über soiüen Plan etwas zu mo- difidrcn. Bei der Ma&senhaftigkeit und dem Umfaoge der chinesiscben Literator and dem compilatonscben Charakter der fielen Schriften dieses schon früh alternden Volkes, das schon lange seine literarischen Schatze so sn sagen eingefahren hat, eilticlitert eine sulchc Analyse uu 1 Zerleguiig ihrer bändereichen Weike, wenn sie cinnjal ganz durchgeführt ist, auch das Studium derselben sehr, da man die wiederholten Ansachreiber fast ganz überschlagen darf, wenn man anf die Qoellen selbst zarackgeht. Anderseits konnte man, wenn man den Plan eines solchen Werkes gänzlich inne hat, nnd einciu die llauptquelkü , aus welchen es geschöpft ist, wie di- grosse Geschichte von China, die Geographitn u. s. w. zn Gebote stehen, wenn einem z. B. das Supplement zom Ma*tnan-Hn abgeht, dieses leichter nnd besser als Freinsheim die fehlenden Bücher des Livins erganzen, da diesem dessen Qoellen nicht zngänglich waren, sondern er viele spätere NütiZiu benutzen luusste. Wir geben jetzt den In- halt der einzelnen Bücher von Ma-tuan-lin und wollen bei denen , welche von Europäern schon übersetzt oder be- nntzt sind, in der Anmerkung noch anf deren Schriften verweisen. Man sieht so, wo man einige Proben der Be- handlung der Gegenstände durch Ma-tttan*lin findet

Bd. 1. Sect. 1. B. 1—7. Die üeberschrift Tien-fu-kao bedeutet eii?entlich nur die Untersuchung über die Abgabe von i eidern i der Abschnitt enthält aber auch die Vertheilung des Landes in alter Zeit. Bemusat und Klaproth geben den lohalt Terschieden an; jener über die Eintheilung und den Ertrag des Landes, dieser nnd Biot über die Lage des Grundbesitzes in China. Diess rührt daher, dass das alte China kein Privateigeuthum an Grund und Boden kauiite, sondern dieses erst zu £ude der 3. Dynastie sich entwickelte

88 Sitzung der j^hihs.-^hilol. Glosse vom 7, Januar 1671.

UDd der Staat nnn eine Abgabe davon erhebt, statt dass

früher ein Thuil des Laades für ihn bebaut wurde.

B. 1 geht TOM Kaiser Yao (2357 v. Chr.) bis zu Ende der West-Han (55 n. Uir.).

B. 2 Ton dem enteD Ost-Han Chi-tsu bis Thang Thai- tsung (779 n. Chr.).

B. 3 TOD Thaog Hitten-tsung (847) bis Heu Thang Ltt- waDg (936).

ß. 4 von denlIeuT8m(936) bi9SnngScliiu4sung(108G) u. B. 5 vou T&chi-tbung(l0b6) bis Niog-Uuug (1195- 1224).«)

Um einen Begriff von teinor Arbeit ro geben , fügen wir noeh eine detaillirte Analyse des Anfanges des ersten Buches hinzn. f. 1 beginnt mit der Beschreibung der 9 Provinzen Ghina*s nnd ihrer Clessifizimng nach der 9 fach verschiedenen Bodeubeschaffeuheii nnd dem entsprechend den 9 verschiedenen Glessen von Abgaben nnd dann der Eintheilnng derselben in die Yerschiedeneo Abtheilangen (fu). SS. m. Abhaadl. die Verf. und Yerwalt. China's unter den ersten 3 Dynastien S.40. (beide sind ans Schn-fcing Cap. Yd-knng IL 1 (2205 V. Chr.), immer mit Erläuterungen aus den Scholien. F. 2 v. kommt er dann gleich auf die Landrertheilnng Wen*wang*8, als er noeh am Berge Khi wohnte (1122 v. Oir.), fahrt dabei eine Stelle ans dnn spätem Sse-ma-fa (S. Arniot Ml-ih. T. 7 ) nher die Landmasse nnd die Eintheilnng der Ländereien, und wie viele Pferde, Ochsen nnd Kriegswagen auf ein Khieu und die anderen Abtheilungen kamen, an, and vergleicht damit eine Angabe Meng-tseus's III, 1, 3, C, dass die Abgabe in alter Zeit immer nur ^/lo betrug. F. 4 gibt dann die Stelle ans dem Tscheu-li (Sui-jin B. 15 f. 8) über die Vorthcilung der Felder und deren verschiedenen Kanäle. F. 4 v. aus dem Suppb rnonte dazu, dem Khao-kung -ki H. 43 f. 41 fg. Tsiang-jin , wie die Kanäle angelegt wurden, ihre verschiedene Breite und Tiefe mit vielen Er- läuterungen dazu; dann f. 10 aus Tschoa-li Ta-sse-ta (B. Ü £ 27j wie

6) Diese Section legte Biot seiner Abhandlung Mcm. s. la con- diiion de la proprieto territorial on Chine, depuis les temps ancien-? par E. Biot in N. Journ. Ae. Ser. III T G p. 255 33G zu Grunde. 8. auch Sacharofl": Uelier das GrundpiLri ntlmn^ in China, in den Arbuitcu der k. russischen Gesandtschaft in Pe-king über China. Berlin 1858. B. 1 S. 1-40.

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viel Land Jeder crliielt, nach der verschiedenen BodenhoRchafTenheit des- selbeu und darauf eine ähnliche blelle aus dem Abschnitte vom Sui-jin (B. 15 f. GO) und f. 10 V. aus dem vom Siao-sse-tu (B. 10 f. 8), wie viele Meuscheu nach der verschiedeneu Bodenbeschaffenheit auf ein be- atimmtes Stück Land gerochoet wurden, und aus Li-ki Cap. Wang* twhiS f. 3, Torgl. Heag^tae« II, i, 16 (2), wie viele Menschen 100 Mea nedi den B vendiiedenen BoniUten des Ackers erntiiren massten. F. 11 gibt dnnn noch eine Stelle ans Pan-ko's Oeschiebte der West« He& im B. 24 fg. 8dii-ho-ksohi Aber die Aekerrertheilang unter den (Ilten) heiligen Königen, F. 13 ms Tscken-U Tsai-ise (B.lfi f. 28%., 34) über die Auflagen , die diMer Beamte ?on den verschiedenen Feldern n. s. w. erhob. F. 18 v. führt dann aus dem Absefanilte Lui-sse (B. 12 f. 39) an, dass, wer im Volke kein Yieh siehe, auch keinen Ochsen opfern dürfe u. s. w.

Man sieht, wie Vcrechiedenartiges hier zusammen excerpirt ist. Dieses Alles geht auf die Zeit, wo es noch kein Privat-Grundeipen- thom in China gab. F. 15 bis 18 v. gibt er dann die kxirzen Stellen au« den Chroniken Tschhün thsicu, Tso-schi's, dem Lün*iü (12,0) und Meng-tseu III, 2, 8 (I, 5 p. 7G), wie später eine höhere Abgabe von den Feldern erhoben wurde, worauf allmählig das Privateigenihum sieb ausbildete. 8. unsere Abb.: Gesets and Becbt im alten China, in d. Abb. d. Ak.X,8 S. 600— 97. F. 28 kommt er dann auf die Bestenerang anter der 4. D. Tbsin, F. 23 t. auf die unter der 5.D. Han; doch brechen wir hier die weitere Analyse ab.

B. 6. SchuMi-liau haDd« lt von den unter Wasser ge- setzten l' eldern. Der erste Fall t:$t aus der Zeit von Wei Siang*wang (334 bis 318 Chr.), wo der Tschangfluss ab- geleitet wurde; die folgenden sind ans dem Reiche Thtiin

und daDQ f. 3 aus der Zeit der Hau utid der späteren Dy- nastien.

B. 7. Tiia-ticn handelt von dun Feldern, welche die Sol- daten anbauten,^) etwa wie die östcn eichischen Grenzer. Diess begann unter Uan Tschao-ti, Per. öchi-yuan a. 2 (85 y. Chr.);

7) H, Biet M^m. 8. les Colenies militaires et agricoles des Chinois Jonrn. As. 1850. 8.17. T. 16 p. 888 nach Ha-tuan-lin und dem YiV haiB.177.

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90 Sitzung der philos.-^hüol. Qasse vom 7, Januar 187L

f. 24 V. Kuan-tien, Tsi-tien, von den Beamtenfeldern und dem Saatfeld, das der Kaiser bearbeitete, beginnt mit dem Untcr- sciiiede zwischen dem Staatsfelde (kuug-tien), welches das Volk für den Staat bearbeiten mnsste ond dem, welches es für sich bearbeitete nach Meng-tsea XU, 1, 9 (I, 5, 4); dann folgen die Stellen über die Ackerceremonie aus Lt-ki G. Yue*!iog 6 f. 24 und Tscheu«!! B. 4 f. 41 and wie der Kaiser Siuen-wang diese Ceremonie vernachlässigte; vgl. Kue-iü 1,25 und Sse-ki B. 4 f. 20; 8. m. Abhandluug über den Cultus S. 85. F. 27 erwähnt, wie Han Kao-tsu im 2. Jahre dem Volke die Parks und Lastteiche überltess und die Ackeroeremonie wieder ein- führte n. 8. w.

S.2. Tsten-pi-kao. UnterBUchungen über das

Metall- , Papier- o. a. Geld. B. 8 Ton Thai-hao (Fo-hi) bis

Thtu.g Tschao-tsuiig (904).

B. 9 von dem Heu-thang Tschuang-tsung bis Sung King-tsung.

Ma-tuan-lin hält sich nicht bloss an die King, eondern I&ast B*8 scbon Fo-hi und die folgenden Kaiser Münsen hahcn, was die europäische Kritik mit Recht verworfen hat, s. m. Ahh.: China vor 4000 Jahren. Mönchen 181.9 (a. d. Sitz.-Ber. d. Ak. II, 1) S. 89. Er gibt die Namen , die sie angeblich schon unter den ersten Kai''ern führten, nn, erwähnt dann, wie Kaiser Schin-nung Märkte erölTncte (nach dem AnhuTirre zum Y-king Hi-tse 3, 4 B.II, 530), gibt darauf eine Stelle aas ivuan-tseu. F. 2 V. folgt die Stelle aus Tscbeu - ii Wai-fu B, G f . 1 über die Ausgaben und Einnahmen am Kaiserhofe; F '.) aus dem Abschnitte vom Tsiuen-fu B. 14 f. 2G 31, wie der da^ Älarktgcld einnimmt und verweudet, F. 4, wie der Kaiser King-waug a. 21 (524 v.Chr.) eine leichtere Münze einführen will and die Vor- tteUang dagegen im Kue-iÜ (vgl. de Mailla T. 3 p. 193); F. 5, wi^ Tachueng-wftDg you Tabu (618 bis 690) die Mfloke verändert mid kommt denn anf die ansführtieben Nacbricbien fiber das cbinesiscba Mäntwesen nnter den Djrnasiien Tbain, Hau und den darauf fol* genden.')

S) Damath E. Biot: Sur le ^tteme monetaire des Chinois im loom. Asiat. 1887 8er. III T.8 und

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Halft; Mtr chinent^ Ene^dopäiien,

91

Das Papier*Tc1d erst fliegende Contraktc (Fei-kinan'^ , spater T?chao-yii genaaüi, datirt erst seit den Dynastien Thang und iSung tir d dessien Geschieht« wird von Ma-tuan-lin nicht besonders be* haudeli.

S,3. ß. 10 uud 11. Ha-keu-kao, wörtlich ^lie Unter* Godmog über die Thürea und Mäolar, d. h. über die Be- TÖlkeroDg und den Wechsel (io der Zjihl) der Familien (bn) und Personen (keu).

B. 10 von der Djrnastie Uta bis zu den (spätem) 5 Fa- milien C960)

B. 1 1 unter der Dynastie Sung.

Xa-toan-lin gibt adioii eine BeTölkemogmngabe China^t ans der Z«Ü KAtwrT&'t (2205 bis 2107 v.Chr.) und zwar von 13,553.923 Ein- wohneni «od unter Ttclieu Tscbing-wang (1115 bis 1078) von 13,704,923 Einwohnern. Legge Classics Prol. T. 3 p. 77 weiset »her als die äl- teste Quelle der ersten Angabe die Chronik der Kaiser und Könige Ton Hoang phu mi (f 282 n. Chr. , citirt von dem Heransgebi^r der Geschichte der ppäterti Dyrmf^tte TTa?i, Tschi Ii 10 f. 1), bei dem sie rur auf einer nnznlä^sigen C'alculation beruht, nach. Wir nio^-^ten si« daher in uns. Abii. die Glaubw. d. ältest. chin Geschichte aus d. Sitx.-ßer. d. Akad. ISüO I, 4 S. 571 verwerfen. Pauthier Journ. As. 1868 T !1 p. 314 hat sie zu leichtglänbij; jregen Um vcrlheidigt. Dann stellt Ma.-iuau-lui nur die Notizen über ilie Vornahme der Volkszählung •OS dem Tchcu-li Siao-sse-tu (B. 10 f. 1), Hiang Ta-fu (B. U f. 2 fg.), T«i-*se (B. Ii t 35) and Liü-sse (f. 39), Sai U-fo (B. 15, f. 25), Siao- See-kea (B. 3b 1 80) und Kiün-jin (B. 13 f. 12) snnininen, die wir in mcrer Abliaiidlimg: Gateti ond Eecfat im elteii Chine, a. d.Äbli d. Ak. X 3, & 706 fg. mi^eikeili beben. F. It. gibt eine Stelle am Tedkong-ecbang Pa-kien ttber die Yolkis&hlang. F. 5 bat er nock eine YolkniUnng ans der Zeit Ton Tsoheu Tiekoang-waag Ao. 18 (68ST.Cbr.), we sieb die BeTdlkerang China'« angeblich auf 11,941,923 Einwohner vermindert hatte. Dann kommt er gleich auf die Dy- nMÜen Thain, Ban and die sp&teren.*^) DteYergleiohnnginttPan-ka*!

9 ) b. J. Klaprolh : Sur 1 urigine du papier monnaie im Jouru. Aa. 1 p. 257 und Mein. rel. a 1. 'Asie T. 1 p. 875.

10) I'arnacli F. Biot Jlt'm. sur la popuifttion de la Chino et ses variatiüos depuia i'an 2400 a. J. C. jusqoau Xlil siäle de notre ere

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92 ßÜMung der phüoa.-philol. CUme wm 7. Januar 1871,

TtitB Hm-Mhn K. 2S «ohftng und h«, dem Ma-intn-lra die Angabe über die BeYÖlkerang (Hima^s nod der Dynattie Han a.2 ii.(%r. wa 12,283,062 Thfim (Familien) nnd 62,694,978 M&ulem (Penonen) ent- nimmt, seigt bei Pan-ko eine Dutail-Angabc jeder derProvi&ien und Reiche (kifin nnd kne) nnd den damaligen Umfang des Beichei.

Ein Anlt.üig zu B. 1 1 i. 26 fg., Nu-pei, handelt vou den Sklaven und VuDg-jiD von den gemiethetea Dieoeio.

In alter Zeit soll es in China keine Privat -Sklaven gegeben haben,«ondeni nnr snm Staatsdienste vemrtheilte Yerbrechor. Er cltirt nnr Tschen-li Ta-tsai (B. 2 f. 24). Erst als unter Han Keo-tsa

fnaoh den langen Bftrgwkriegen) den Armen erlaubt wurde, ihre Kinder au verkaufen, entstand die Privat-Sklaverei.^^)

S. 4. B. 12 und 13. Tschi-ye>kao. Untersuchung über die Aemter und Dienste.

B. 12 vou Uoang-ti bis Sung Schin-tsung (lO^G).

B. IS von SungTscbi-tsong bis Ning-Uang (1086—1224).

Ich weiss nicht, woher er ditj Nachrichten über die Aemter unter Hoang-ti zu Anfange bat; er gibt dann die verschiedenen Yolksab- theilungen, wie 6 Hlnser einm Fi , 5 Pi einen lifi bildeten nnd waa jedem oblag, aus dem Tschea-la Ta*sse-tu (B. 9 f. 89) , dann Aber die verschiedenen Vorsteher dieser Abtheilnngen, den Pi-tscbang (ans B. II, f.86), TBO-sse(B.ll £25), 8ni-jinlB.16 f. 3), Liu-t8chang(B. 15 f.88), Li-isat (B. 16 f. 85), Tsan-tcbang (B. 15 f. 88), Pi-sse (B. 16 f. 83) nnd Hien-iRching (s. m. Abb. Verf. nnd Verwalt. China's n. d. 8. D. a. d. Abb. d. Ak. X. 2).

F. 5 hat einige Angaben über die Yerhältnisse in einzelnen Va- sallenreicbun unter der Dynastie Tscheu, namentlich die Eintheiluug die Knan-tschung, der Minister von Tltsi Huan-kung,^'') (685--648)

im N. Joom. As. Ser. XU T. I 1886 p. 889 nnd T. II p. 74, vgl. Saeba- roff in den Arbeiten der mssischen Qesandtsohafl in Peking. Berlin 1858 B. 2 8. 181 fg.

11) 8. £. Biet Memoire sur la condition des esdavee et dee serviteurs gsg^ en Chine im N. Jonm. As. 1687 Ser. III X. 8 p. 246—299.

12) In uuserui Ma-tuan-lin sieht wohl durch einen Druckfehler Wei-knsg.

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9a

9Acht«, nach dem Kae-iQ. F. 6t. spricht von den Veränderangen, ««lebe der Miniaier Schanf-srang' in Tbnn ToroaliiiL Daon komini «r Mf Hau Eaa-tso.

S. 5. 6. 14~19. Tsehiug-kio-kao, Uotereocbuog über die Aljgaben and Zölle.

B. 14. Tscliinj?-sclmug handelt ?on den Abgaben der Kauflcate, dann Kuan schi (von den Abgaben) auf den Märkten and an den Thoren. Die Stellen , die er für die alte Zeit beunUt, aiiid Tschoa-li Sae-fichi 14 110)» Tscfaen-jin (B. 14 f. 18), verglidien mit Meug-tseu 1, 2, 28, II, 2, 10, 7. Wir haben in unserer Abb« Gesetz und Recht im alten China, a. d. Abb. d. Ak. X, 3 S. 717 fg. 725 davon geredet F. 2 kommt er schon auf Han Kao-tsu.

B. 15 und 16. Yen tbie handelt von Abgaben auf Sals and Eisen, auch auf Fan, dem Alaun und zwar

B. 15 TOn der D. Tscheu bis Sung Tscbin-tsnng (1022).

B. 16 yon Suog Schin^tsung (1068) bis Ning^tsuog.

B. 17. Kbio-ku , die Acciae auf den s. g. Wein und KoD-tsiea, die Weinverbote.

Die letzteren datiren schon von Tscheu Won-wang nach Schu- king C, Tsieu-kao V, 10 und sollen btp zu den Han bestanden haben. mn»i citirt er nur Tscbeu-li Ping-schi (B. 37 f. 26). welcher Beamte die Weinconsumption überwacht haben soH. Alles Folgende geht schon auf die Dynastie Han and die späteren Zeiten, aus welcher auch erst die Abgal)en Btaramen ; letztere erst aus der Zeit von Han Wu-ti an« der Periode Thian-han Ao. 3 (97 v. ihr.).'*)

B. 18. Kbio-tscha, vom Theesolle. Dieser stammt erst aas der Zeit von Thang Te-tsung, aus der Periode von

13 > Klaproth p. 20 sagt irrig: Die Abgabe sei erst anter der DynaatieThn (479— 601 n. Chr) aufgelegt, nach Ma-tuan-lin geschah dies« al^r schon voto Minister Kaan-tseu anter Thai Hoan-kung

643 v.Chr.); aber aas alter Zeit weiss er weiter nichts darüber otid kommi F. 4 icbon auf Han Kao-taa ond seine Nachfolger an apKcheo»

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04 SUnmg der phaoM.'9hiiUL Oam mm 7. Jammr 1871

Kiea-tschaiig Ao. 1 (780 n. Chr.)* Die alten CSimesen kann- ten bekanntlicih den Theo nodi nicht. F.21y« Ehangje Yon Ornben and Schmelsereien«

B. 19. Tsa-tsdhing-khtn (andere han), Ton Termisehten

LiceozeD, Schan, tse, tsia-thu Yoh Bergen, Marschen, Fährton. Aue alter Zi it citirt er nur den Tschea-li (13. 16 f. 10), Wei- jin , der ciuc Abgabe vou Brennholz und Ih n , und den Tsai-sse (B. 12 f. 32) , der Vi* stel von Marscheu und Wäl- dern erhob. l>nnn kommt er schon auf Han Kao-ti.

S. 6. B.20 ttiid 21. Schi-ti-kao, vom Marktverkaafe nnd zwar

ß. 20. Schi, Tom Markte. Er citirt Tsdieu-li, Tiisinen-fn (B. 14 f. 26) mit den Schoh'en. Nach F. S errichtet Han

Wu-ti in der Periode Yutu-fu Ao. 1 (110 v. Clii.) das Amt des Schu-kien-sclm zur Ausgleichung der Waiu anpreise.

B. 21. Ti, TOm Einkaufe (von Reis), um diiich öffent- Kommagazine eine beständige Ausgleichung der Kornpreise zu erzielen. Euan-tschang , der Minister lIu,Ln-kang*B von Thai (685^643) begann solchen Ankauf Ton Staatswegeo, ebenso Wen-hen Ton Wei (660—685 t. Chr.). F. 4 T. kommt er dann auf die Han nnd späteren.

S. 7. B. 22. Tu-kung-kao, Untersuchung über die Abgaben aul ürund und l'oden. Er beginnt mit der Stelle des Schu-king C. Yü-kung (II, 1), wo die Produkte, weiche jede der 9 Provinzen als Abgabe lieferte, aufgeführt werden ; dann kommt er gleich auf Tscheu-li Ta-tsai (B. 2 f. 38 und 39) und F. 2 auf Ta-jin-techi (a 38 f. 23) über die Abgaben der Terschiedenen Abtheilungen (fu), und hierauf au Han Kao-ti« F. 7—22 gibt er dann die Jährlichen Abgaben der Provinsen des Retdies unter der Dynastie Thang. Jede Provins hatte nämlich ihre eigenen Produkte, die sie an den Hof lieferte; er fügt die Namen dieser Provinzen zu seiner Zeit hinzu. Man sieht, wie grosse Lücken hier in diesem Be- trachte in der chinesischen Geschichte sind.

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AoA: ÜOer Mmitt^ Bncydopädim,

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5.8. B.23— 27. Eue*yaDg-kao enthalt die Unter« sQcfaiiDg nber den Bedarf oder die Ausgabe des Reiches

uud zwar:

B. 23. Die R< ichsausgabeu von der Dj^nastie Tscheu bis SuDg Thai-tsa (976).

ß. 24 TOD SuDg Tscbin-teuDg bis Ning-tsung (998 bis 1224).

&23 Ltgiiint mit einer Stelle aas Li-ki C. Wang-tschi 5, 23 v. AerTtcbang-tmi ordnete dieRetcbtausgaben nacli dem Jabresertrage. dem Ttchea*li Ta-t«ai B. 2 f. 28 Aber die 9 Arten der Abgaben der fliapttttdt o. 8. w. und deren Yerwendang ib. F. 82 fg. der Grosi* idMtimeieter (Ta-Ib B. 6 f. 1) Tertheüte die Stoffe. Die Stelle F. 8 r. tu Kia-schan*tei gibt Klaproth p.24: Kaeh F.4v. batten die West- Hiii einen Staatsadiats, «elehe der Ta-sae^nung» der grosee Arbeiter ^ien, und daneben noch den PpTatscbata deeEaiiere, 8cbao*fa, dae UeiaeBareaux und Schai-hing, die Wasserwaage genannt. DieTbang battea „den Wald der kostbaren, rotben Steine/' die Sung ausser den SBoreaax, die lom Finanx-Ministerinm abbiagen, noch den lyinnttn Sebau der Bure".

B. 25. Tsao-yiin handelt von dem Wassertransporte (^er Naturalabgaben, von der Dynabtie Tb^io bis buQg JS'ing-

t»Dg.

B.26. Tsdiin-eio von der Hülfe, welche der Rtnat dem Velke gewährte. Ans alter Zeit bezieht er sich auf T8chea4i T-jin, den Mann der Gnaden, B«ld f. 7, und Lin-jin, den Komtnagazin - Mann B. 16 f. 42. Dann kommt er F. 1 y.

gLich auf Hau Kao-tsu. Soweit geht Bd. 1.

B. 27. Kii)en-th?ii, yom Erlasse der Abgaben; sie beginnt foa Hau üiao-wen-ti 163 T. Chr.

5.9. B. 28— 39. Sinen-kiü-kao, von der Wahl und Eriiebnng zo Aemtem, zerfallt in 2 Abschnitte.

B.28— 35. Kin-sse von der Wahl oder Beförderung tm Gradoirten (Sse) und swar:'^)

14) 8. £. Biet Eesai aar IHuitoire de l'instnustioa p. 18.

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96 SUgtmg dir phHot.'fhäol, Oam wm 7. Jomar tsn,

h. 28 von der Dynastie Tscheu»'') bis zurDyn.Suy (617). B. 29 von ThangKao-tsu (618) bis Tschao-Uung»«) (904). ß. 30 TOD LeADg Xhai-teu") (907) bis SoDg Tbai- tstiiig (997).

B. 31 von Sang Jtn-biang (1023) bis Khin-Uuog (1126).

B. 32 von SuiiK Kno-tsung f 1127) bis Ning-tsung>»).

B. 33. liian-liang von dt n VVeisen und Guten und von den Regicrangskuudigen (Fang-tsching) seit Uan Weo-ti Ao. 2 (178 V. Chr.)| die befördert wurden.

B. 34. Hiao Lisd, toh den Frommen nnd Rc^chtschaffeoen seil; Han Wen-ti Ao. 12 (167 Chr.), F. 15 Wu-kiü, Kriegsr, die befcirdert worden. F. 21. Jtn-tsen, Söhne von Beamten (die befördert wurden)**).

B. 35. Tliung-kho, die Classifizirung der Jungen, aus dem Siao-hio (der untern Schüfe), Li-tao, der Weg der untern Beamten (Li) (K. 7 v. werden die unter den West-Han namentlich aufgeführt): Tseu^tsien-tsin-na, Beförderung we- gen Vermögen nnd lleiGhthum. Die 600 Schi Reis lieferten, erhielten Stellen, die 4000, wurden Ta-fa, die 7000, Ta*schu« scbang.

16) Aas alter Zeit citirt tr B.28 Ttdi6Q*li Ta-iMhtn (B. 9 f. 43), Hiang Tn fu fB. 11 f 5), Tscheu-tscfaang (B. 11 f. 23), Tao-ne (B.U f:95), Li«kiW«Dg-taclii C.6» Kue-ifi, TbiiHoaii-kQDg.

16) B. 29. F. 25 tnt 89 V. gibt er eine Litte aller 8m and Tiai. die von Thang Kao-tia und feinen Kaehfolgem in jedem JAbie su dieier Wfirde erhoben wurden.

17) B.80. F.ev.~9 eine fthnltobe liete aller, die von den der Djnaatte Liang jedee Jahr befördert worden sind.

16) B. 82. F. 88—88 eine Ihnliche Litte aller Ton den Snng je- dee Jabr Beförderten.

19) B. 84. F. 9—10 die einidnen HinoLien, welche die Ott-Haa beförderten.

20) F. 22 werden die Einzelnen nnter den West-Han, F. 27 dia unter den OetpHaa Beförderten namhaft gemsoht.

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PlaUr. Ueber chinesische Enajclopädien.

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B. 86 bis 38 Kiü-knan von der Erhebung zu Aemtern und zwar

B. 36 vuu (-Schün) bis zur Dynastie Sui (618). B. 37 von Thang Kao-tsu Tschao-tsuns: ( 005). B. 3d voa Ueu Thang Tachuaug-UuDg (923) bis Sang Ning-lsung.

B. 36 beginnt mit Scha-king II, 4. Kao-yao'a Rath- schlage über die Vervaltung, dann C, Tschen^knan V, 20.

B. 39. Pt-Kiü » Vergldchong (der Zahl der Beförderten), wie viele Beamte unter den 3 ersten Dynastien der Kaiser, dann wiu viilo ein grosses, dann ein kleines Reich etc. hatte, wie viele später unter Ihm Wen, Periode Heu. F. 13 v. Kao-ko, von der Prüfung (des Verhaltens) der Beamten. Er beginnt mit Schün, der nach Sclm-king C. Schün-tien II, 1, 27 alle drei Jahre eine solche Prüfung seiner Beamten yornahm.

S. 10. B.40— 46. Hio hiao kao, Untersachung über die Schalen und Collegien'*) und swar

B. 40— 42. Thaf*h!o, von dem grossen Studium oder den höheren Schulen, naailich

B. 40 von (-Schün^^j ^an Ling-ti (190 n. Chr.).

B.41 von Wei (der 3 Ueiche, 221) bis zu den Heu ü-tai (960).

B.42 unter den Sung.

B. 43 und 44. Sse-tsi pao-taeng-sien Schlug, sten Sse, Lo-hen handelt Ton den (^fern und Ceremonien (in den

21) E.Biot Essai Sur rbisioire de rinstruction publique en Chine et la coryoratioii des lettre«, depuis leg anciens temps jtn»qu'ä 1103 joors. Paris 1845. 8 nach Ma-tuan-Iin S. 10 K. 40—16 und dem Yü- bai K. III— 113 und meine Abb. Ueber Scbule, Unterricht und Er- oebuDg bei den «Iten Ohmeeen. München 1868. 8. a. d. S.-B. d. Ak.

22) Die Stellen über die alte Zeit aus Li ki Wang-tschi (C. 5), Wctt-iruig^i.taea (C. 4) , Ming-tang-wei (C. 10) , Tsi-y (C 24), Hio- kl(C.lB)» Kui-UeCC. 12), Meng-twaUI, 1, 3, 10 (1, ü, 11) unddemSoh«- kiDg «.rw. gibtBiot p. 11 fg.

[1871,1, niLhittCLJ 7

98 SiUmg äer phHos.-phikl Chm vom 7. Jamm 1871,

Scholen), die früheren Heiligen oder Hochstweisen und frtthe* reo Lehrern zu ehren, und zwar

B. 43 Ton der Dynastie Tscheu'*) bis Song Tschii^

tsung (1022).

B. 44 von Sung Jin-tsung (1023) bis Ning-tsung. Unter dieser Dyuastie hatteo sie sehr zagenommen.

B. 45. Hing-bio, Yang-Iao, berichtet von den Be8ucheii der Kaiser in den Schalen (des Hofes) nnd den Gastmalen, die bei diesen Qelegenheiten in den Schalen den Greisen gegeben worden.")

B. 46. Kiiin-kue, Hiang, Tang tscLi liio, von den Schalen in den Proviozen, Keichen, Districteu und Cantons, Tergl. Yü-hai B. 113.

S. 11. B.47 67. Tschi Kaan kao, Unteisachoog der Fonetionen der Beamten.

B. 47. Koan-tschi-tsong-siO, allgemeine Uebersicht über die Anordnung der Aemter. Er beginnt mit Fo-hi*8 angeb» liehen El in unuiigen , dann wie Yao den Hi uad Ho mit astronomischen Beobachtungen beauftragt, nach Schu-king Yao-tien I, 3 fg., gibt hierauf Kaiser Öchün's Ernennungen 20 Aemtem, Schu-king II, 1, 17 fg. o. s. w. F. 7. Li-tai- koang-so, die Ansahl der Aemter im Laofe der Zeit. Die ältesten Nadirichten sind wohl sehr ansicher; Thang (d. i. Tao) soll 16 Beamte gehabt haben, Yfi (-Sdiün) 60, die Dynastie Hia 120, die Dynastie Yn 240, ilie Dynastie TbclicU 63,675 (wohl alle auch die in den Yasalieareichen mitge-

23) Nach Li-ki Wen-wangf ScTii-tseu (C. 4) , Wang-tschi (C. 6)^ Yuei-ling (C. 6) und Rio-ki (C. 18), Tscheu-li Tai-siu (B. 22 f. 62) und Yo-tBchang (B.2S £53). F. 7 ist er schon bei Hau Kao-tso.

24) Die ältesten Stellen sind: Li-ki Wen-wang Schi-tsea (C. 4) und Wang'tsohi (C. &). Er dtirt wach den Schaiig-toIiQ (Sohn-king)

Ta-tchucn, den grossen Commoiitar zum Schu-kitig von Ma-yung aus dem Anfange der christlichen Zeit. S. Mem. T. 2 p. 206 u. Legge Prol. T. III p. 26} er existirte noch som Theil auter der Djrnattie Svng.

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fkdh: JJ^btf ckinetitehe Enesfektpädien,

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rechnet), die Dynastie Han gar 130,286, ^die Hcu-hau (die bloss einen Tfaeil tod China besassen) nur 7567 a. b. w. F. IS-— 31 gibt an, wie viele von jeder Art im Amte waren. In den folgenden Büchern 48 67 wird nun Ton jedem

einzelnen Amte gehandelt und dieses sehr sonderbar durch alle Dynastien hindurch rerfolgt, wie wenn wir von den Ministem , Assessoren u. s. w. , von Karl dem Grossen bis KarlV, oder Kaiser Franz II handeln wollten. Es war d«8 nur in China thnniich, wo die Yerwaltung seit der äl« testen Zeit, wenn anch modifidrt, sich erhalten hat and selbst die Eroberungen von Theilen oder ganz China's durch fremde Barbaren, wie die Lo:io, Kin , Yuen und Mandsclm , im Ganzen keine neuen Verwaitungbformen ins Lebeu gerufen haben.

Wir haben in unserer Abb. über die Verfassung und Veriraltuug China^s unter den 3 ersten Dynastien, aus den Abb. der Akad. X, 2 S. 75 fg. eine Uebersicht sämmtlicher Beamten der 3. Dynastie nach dem Tscheu-Ii mit einer ohn-

gefahren Ucbersctzung der Namen (iLr-clbcii gegeben, dabei aber schon bemeikt, wie schwierig die ist, da dio Begränznng einer Anitssphäre schwer anzugeben ist, auch die Wörter in den rerschiedenen Sprachen sich nicht decken. Wir uüsstea solche Uebersichten über die Beamten aller folgen« des Dynastien haben, um nur eine leidliehe UeberseUung tttch aller dieser geben su können, die aber fehlt, und um 10 schwieriger wäre, weil die spateren Benennungen zum Thcil seljr eigen sind. Alte Namen von Aemtern komn.en itb uud werden durch neue ersetzt, die aber auch durch die früheren wohl wieder verdrängt werden ; so der des Tiiai-sse. Es kommen aber auch neue Stellen dazu, wie z. B. das Gollegittm der Han-lin. Staats* und HoflUnter werden in China nicht gesdiieden, Civil* und MilitSranstellungcn nicht <lnrchaus getrennt, aucli Cultus- uud Unten ichtswesen be- greiil der Staat dort zuux Theil mit in sich. Dann werden

1*

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lOO SiUtmg der phitoi.'phikl Okme vorn 7. Jamtar 1671,

in jeder AbtheilttDg auch die untern Beamten bis zum Dienstpersonal nicht vergessen. Die Aemter, deren Namen einigermassen verständlich sind, geben wir an.*^) Ma-tuan-

lin beginnt mit den höchsten Staatsämtem in ältester Zeit, k*>innit dann auf die Stellen der Centralvcrwaltuiig im Ganzen und Einzelnen und guht hinab bis m den Provincial- SLaUt- und Dorfbeamten , dio aber nur kurz wegkouimen, während das Uuterpersonal der einzelnen Stellen detailiitter angegeben wird.

B. 48. San Eung tsung siii , San Sse , San En und die dazu gehören. Die 3 EuDg, 3 Sse, 3 Eu waren die höchsten Aemter, die ersten etwa Premierminister. Nach Scliu king V, 20, 5 un^l G C. Tsclu'U-kuan (die Aemtir der Dynastie Tscheu) haben wir unter dei na^tie Tbchou eineu Thai-sse f.9v., Thai-fu f. 10 und Thai-piio f. 11 v. (die SKung), dann Assistenten derselben, den öchao-sse, Schao-fu und Sdtao-pao (die 3 Ku; Thai heisst gro>s, schao klein). Legge übersetzt die 6: the grand and junior Tutor, Assistaut und Guardian. Im Tscfaeu-li kommen sie nicht mehr vor, unter der Dynastie Hau aber ein Thai-sse u. s. w. Lo khing, för die G ersten Minister findet sich schon im Schu-king V, 20, 13 und im Tscheu-li, hier auch für die in den Feudalreiclicn (21, 5. 2d, 22). Später heissen sie San oder Lo (die 3 oder 6) biüg.

B. 49. Tsai-siang und die dazu gehörigen, wörtlich RegieruDgsbeistände , auch bloss Siang, Oehtilfen a. s. w,, heissen dann später die Staatsminister. Tschhung-tsat fdr Premier-Minister findet sich schon unter der Dynastie 2 und 3 im Schu-king (IV, 4, 1. V, 17, 1. 20, 7), so oder Ta-tsai

36) Der Ynen kien lai hsn SeetS B. 61—117 gibt eine Unliche Uebersicbt der ehinesiaohen Civil- und Milit&rbesmten bis auf leine Zeit, ans derHorrieon unter dem Charakter EniuDiotl 1, p.607f|Br* einen Aoeaug gibt, der ana aebr dienlich war.

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101

f. 12 auch im Tscheu-li (I f. 3 und B.II; da auch ein Siao- tsai, Nui-tsai u. s. w*). Ma-tuau-lin hat hier noch don Thai- wci f. 13, d. i. den grossen Berubiger, eine Art von Befehls- haber eil cbef, dann den Sse-ta f. 15 ▼., Sse-kang f. 17?. und Ta-sse-ma f. 19 , tod welchen der Tschea-li in besonderen Büchern handelt

B. 50. Men- hia sing, Beamte am Palastthore, liandclt von vrrsdücfU nLn llofbcaintcM, z E. don Scbi-tschung, Dienern im Innern ( 'lie das Essen, die Ar/.neien, dir Kit ider de? Kaisers l e>orgten), Schi-lang u. a.**) Die Kien i ta-fu, seit der Dyna- stie Tbsin sollen, wenn befragt, ihre Meiuong in Regierungs- angelegenheiten abgegeben haben; die Ki sse tschnng sollten Bot Behalten an den Kaiser und von ihm überbringen. San-ki, Diener sn Pferde sein; Khi>kiü, die (des Kaisers Worte und TLaten) yerzeichneten, Schi-i, die Vernachlässigtes sam- meln. — nnd Pu-kine. die Mangel ergänzen, waren Beamte. IrtihUnier (!■ s M<niarchen zu bezeichnen; die Tien-i bitten bei den grossen Staats-Ceremonien zu thun; Tsching meii lang waren Auf'sehi r über die Stadt- oder Citadellthore ; Fu yao lang, die Bewahrer des Siegels, und Ilung wen kuan war das Amt fdr die Abfassung der olBcieUen Schriften.

B, 51. Tschung schu sing. Tschung-schu sind Schrdber im Innern, die Beamten, welche die Befehle des Monarchen seinen Rathen oder die sie aut-zuführen hatten, überbrachten. Ma-tuin-lin hat unter dieötu den Tscbung-scbu Ling wieder einen Scbi-iang, Sehe-jin, eine Art Secretnre^ ursprünglich Ceremonii-nmeister , dann den Tung sse sehe jin; Tnng-sse Bind Dollmetscher und Uebersetzer für den Verkehr mit Fremden ; Tsi-hien thien, Literaten am Hofe, die kaiserlichen

2n) Sio kommon In verschiedenen hchprn Tribunälen vor; T/u«;!, eiijcntlich ein Pavillon, ist so viol als Sso, ? Sekretär. E. Biot s. l'iü- ttnict. p. 699 gibt Tscbi-lang Vicepräsident

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102 SUtung der phüoB.-phÜd Ctatte wm Juiwor 18TL

Erlasse zu bf aufsiclitigeji.*') Sse- (oder Schi-)kuan, das Amt der Sse; liistoriograph ist ein zu enger Begriff. Schaag* 8chu sing; Schang-scbu, geehrtes Bach oder Schreiber, heisst jetzt der Präsident einer der 6 Tribonäle. Obiger Beamte kam nnter der Dynastie Thsin (200 Chr.) auf und hatte die Aufsicht über die Erlasse. Lo schang-scliu war unter den Hau ein hohes Amt, Scliang-schu Ling da der Premier- minister ; Po-sse, eigeiitlich Titel eines guten Schützen ; Tso- yeu tsching, Minister zur Rechten und Linicen (des Monarchen); da noch der Tso-yeu Sse lang tschung.

B. 52« Li tai Schang sehn, die Präsideoten der 6 grossen Tribnnäle in den verschiedenen Zeiten. Zuvor noch vom Hing-tai-8in?, ein Amt, das aus der Dynastie Tsin (im 5. Jahrh.) stauiiiii, Civilbearate, wclclie das Heer begleiteten. Dann von den 6 s. g. Tribunalen (!o pu) ; der jetzige Name Pu datirt erbt aus der Dynastie Sui, Anlang des 7. Jahrhunderts n.Chr.; unter der 3 ten Dynastie Tbcheu sprach man von Lo- tien, unter Uan Kuang*wa-ti im 1. Jahrh. n.Chr. von den Lo-tsao. In jedem einzelnen Tribunale kehren ziemlich ge* wisse Beamte immer wiedi^r; so der schon erwähnte Schi- lang, der (Tu schi) lansf-tschunf»; der für die Ausgaben, Yuen wai laug; dt-r Li-[iü hat den Sse-fiing laug-lbchung , den Sse-hiün und den Kao-kung. Die eiuzelnea Tribunale habi n unter bich aber auch noch einige von ihnen abhängige , nur das Tribun tl der Ernennungen (Li-pu) keines;

das der Finanzen (Hu-pu) den Kin-pu über (des Kai- sers) Schatz und Tsang-pu über die Kornmagaziue (des Hotes) ;

das der Gebräuche (Li-pu) den Tse-pu, über die Opfer

und Schen-pu über die (kaiberliche) Tafel uud eins für die icaiserUchen Gäste Tbchu-ke;

27) Das Amt datirt au der DynatHe Thang (740 n. Chr.), unter den Ming kam es an das CoU^am der Han*Iin.

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Fialh: JJikef dmutUdf Ette^ehpAüm. 103

das d^«i Krieges (PJn,i?-pu) den Tsclii-fang pu für die Auf- nahme dee Reichs, Kia-pu über das Gespann (dieWftgen QDd Pferde des Kaisers) u. Kba-pii für die Rtistkaoimer;

das Straftribanal (Hing-pu) das Residenxamt (Tu^koan) ISr die Polizei, Pi-pu für das Recbsunipwesen and

Sbc-mcn die Thorben niton ;

das der öffentlichen Arbeiten (Kung-pu) hatte unter eich ThÜD-tien die Soldaten felder und Schui-pa das Amt über die Gewässer (Flüsse and Kanäle).

B. 53. Yü-sst- (od« r Fchi) htessen unter der 3. I). Tschea die kaiserlichen HistoriograpUeo, später aber Beiichtei-statter im AUiiemeinen. Ma-toan-lio spricht hier speciell vom tni, Yu*sse Ta-fn, Yll-sse tsehang tacbiog, Tschi sehn fichi 7il*8fl6, Schi>yu-fise, Thi<rn Uchmig sdbi jti*ste, Kieo-tscbha sdii yü-6se, uod Tü^sse tsdra-pu, die Terscbiedenen Depar* partemeots vorstanden.

B. 54. Hio-sse yuen. Hio-sse sind die Literaten, Yueu ist die Hülle. Hier wird gehandelt vom Collegium der Hao*tin, einer Art Akademie, aber lU l höber gestrltr, angesehener und etnflasereicher als die eniopäisch< n. fis wnnle er^t 750 D. Ctir. QDter Ynen-tsung von der Dynastie Tbang gegrandet und besteht noch. DHronter führt Ifa-taan-Hn auf: Han-Iin iiio-sse thching tschi , dm ilau-lin, welche die kaiserlichen "Willensuieiiiuiig cit-piaugen und mittlieili n uu I andere be- sondere Ab.heilunKt-n, wie Uaii-ün Sclii-to hio-sse, die sieben und (dem Kaiser) vorlesen, Uan-lin Öcbi-kian^ hio-sse, die 6t*4ien atid an ihm sprechen oder ihm erklären (z. B. die Kinif), schon unter Tbang KaoHsang 680 n. Chr. Diese Hio-sse werden ans den Terschiedeucn Dynastien dann nach den Tersehiedcnen Klassen angeföhrt; die Sieutschan hatten dii Aufsicht übrr die Abfasf^unc; der üe^chichten.

B. 55 und 56 Pi i iclit von fien verbchiedenen Khisscn der ikbing. Der iuei KUiug kommt schon im Schu>kiug unter

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104 SUtung der ^hilo8,-philoL Classe vom 7. Januar 1871,

m

dui 3_teu Dynastie und früher vor, hat aber zu verschiedenen Zeiten eine sehr verschiedene Gcltuni^ gehabt.

B. 55 spricht von verschiedenen Klassen von Khiog, dem Tschu-khiug und dem Schao (kleinen) Khing, dann dem Thai tschang (dem grossen nnd dauernden) Khing für die grossen Staats-Geremonien und die heilige Musik. Der Thai- tschang schao hing assistirte ihm, reichte das Räncherweric und die L cliltr. Lnttibeamte dis Thai-tschang waren auch hier der Tsching, Töcliu-pu, Po-sse, der Thai-tscho (der üross- Beter im Xsclieu Ii 25, 1 fg.), lür die Zauberei (Thai-i) und Wahrsagung (Thai-fu, vgl. Tscheu-li 24, 1 fg.), die Musik da- bei (Thai-jo) und für das Eom und die Opferthiere (Lin-hi). Der Kuaug-Io khing hatte die Aufsicht über die Seitenthore des Palastes, die zu den verschfedenen Amtswohnungen und zur Küche führten. Auch hier und und bei den folgenden ver- schiedene gleiche und einige andere Unterbeamte; so beiuiWei wei khing aus der Zeit der 4. D. Thsin zur Bewachung der Palastthore; zu di -sem gehörten der Wu khu ling , der Kung tsche h'ng, der Sse-ma liog (über Wagen und Pferde) nnd andere Unterbeamte. Der Tsung tsching khing hatte die CJontrole über die kaiserliche Verwandtschaft und unter ihm ein Schao-khing.

B. 5b. Der Thai po kbing war über die kaiserbchen Wa^f-n, rferde und Ställe, üeber die Stalle (kien), die Hirten (mu) und Wagen (tsche) waren besondere Aufseher (tien).

Ta-li khing mit einem Schao- khing soll eine Art Justiz (court of equity) geübt haben* Auch hier Yei soiiiedeoe Untei^ beamte.

Hung*') lu khing hiessen zuerst unier der Dynastie

ILiD, die die Etiquette b< i Eijjplaug von Besuchen am Hofe leiteten. Unter« den verschiedenen Dynastien haUen bie ver- schiedene Mamen , unter der oien Dynastie den von üing- jin (im T&cheu-li Sd, 1), doch entsprachen die Aemter ein-

28) Hung ist der Schrei Ton Hesrden wilder Oftnso,

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Haih: U«ber chineauche Encydopädien,

105

ErifUi nur theilweise. Unter den Beamten, die dazu gehörten (Kuan-scho) , nenot er eineu Tscliiag, TscLü-pu, den Sse-i scbu und Tieo-ke-Bcba.

Der Sse nang khing mit einem Sehao-khiiig hatte uDter sich den Ackerbau. Aoch hier Bind mancherlei ünterbeamte für MagasinCi Wälder ti. a.

That fa khiog hieseen seit der Dynastie Liang im 6. Jahrhunderte die Vorsteher des kaisei liclu n Schatzes (Gold, Seidenzeuge u. s. w.). Auch hier waren Tschiug (Jontroleure, Tschu-pu Schreiber u. a.

Pi schu kien, Aufseher über die geheimen Bücher, liiess seit Plan Hiuan-ti (170 n. Chr.) der Aufseher über die Na- tional-Archire, unter ihm war der Schao-kien. Andi hier Tsching und Lang n. a.

B*57. Tien tschnng kien sind Aufseher über das In- nere des Palastes. Besondere Abtheilungen bilden der Schang- schi über die Spt ist n (des Kaisers), Sehan}»-yo über seine ArztMieit n ; Schang-i über sein«- Garderobe (Kleider) ; Schanc- <uche über seine G^^miicher; Schang-aching, über seiu i?' Uhr- werk.

ScbaO"fn kien war der Aufseher der kleinen Magazine. Dieses enthieti den Ertrag Ton Hügeln, Seen und andern Wassern ffir den kaiserlichen Haushalt. Auch hier wie heim

Folgenden mancherlei önlerbeamte.

Tsiang-tso kien waren Aufseher über die verschiedenen Han(] werker, die auf deo kaiserlichen Domainen beschäftigt wurden.

Eue tseu kieo, der Aufseher Über das Reichs- (Hof-) Colieginm. So hiesa er seit 610 n. Chr.; erst Kne-tseu tsi tsieu mit dem Zusätze: der Spender (Opferer) d«a Weines, weil der ilteste Anwesende (der Mutter Erde) den Wein spendete.

Andere hiiher gehörige Aeniter sind derSse-nie, Tsa-kiao, 6e- Lülfen beim Unterrichte, Po-sse für alte und noue üesciiichte, dann Lia hio Po-s&e desgieichen für Musik, Siuen hio Po-sse

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106 8anm§ der jiküoMj-phiklL CUim «m 7. Jemnar 1B71.

für das Studium der Zahlen, Wn*blo ffir das Kriegs^ Studium u* v.

Eiün ki kicn, der Aufseher über das Heeresgerathe,

ntt dem Nu-fong-scho und Eia-fang-<icho über das Magazin mit den ArmbrUbtea (nu) und Rüsluiigeü (kia) und dem Thu schui sse tsche, dem Aufseher über die (kaiserlichen) Wässer, dem über die Brücken und Schiffe auf dem (Hoang-) ho und Han, Ho, Han liang tscheu»

6.58 handelt unter andern von Terschiedenen Befehls- habern, deren Erörterung im Einzelnen su weit fuhren vfirde. Ma*tQan*lin beginnt mit dem Oommandeur en ehef Tschhn mi yuen und den dasu gehörigen ; Tsiang-kiün heisst der Heer- führer seit iier Djn istio Tscheu. Tso-yeu wei, Tso-yeu liiao (khi) wei, Tso-yeu wu wH u. a. Tso-yeu heisst zur Hechten und Linken, Hiao (Khi) die Cavallerie, Wei die Garde. Es gab dann Tso-yeu VVei-wei und Ling-kiün. Kien-mea sind die (Palast-) Thoraufseher (Waehen). Sonderbar ist der Aus- druck Tso-yeu tsien nteu, „die 1000 Ochsen cur Rechten und Linken", Dir gewisse SchwerttrSger der Leibgarde, weil die Eaiser im 7. Jahrhundert n. Ohr. ein 8chwerdt tragen , das „die 1000 Ochsen" hiessl Tso-yeu Yü-lin, l edei-WüM hiess eine Art Eluengarde; Tso-yeu Schin tse kiün war die linke und rechte Armee der göttlichen Kriegslisten 750 n. Chr. bis zu den Kin; Tien tsien sse der Vorstand (der Garde) vor dem Palaste; Schi wei uia kiün sse der BefehUbaber der Garde sa Pferde; Seht wei {w kiün*Bae dei' der Garde SU Fuss u. B. w. *

B. 59 handelt weiter Ton den Eriegsbefehlfchabem. Der Titel Thai tsi;ing-kiiin . der grosse Armeebefehlshaber, kam zur Zeit der Bürprerkritge zu Ende der 3. Dynastie auf; Tu-to hiess ein Übe i bef« iilshaber; Siuen wu ss« ein Oftizier, der abgesandt wurde, bei Calamitäten das Volk zu beruhigen; Kiü-ki tsiang-kiün der General der (Kiiegs-) Wagen und Caval- lerie; Wei tsiang-kiiui der Befehlshaber der Garde (um den

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Hath: Üdter chinesisdte Kncydo^adten, 107

Kaiser); Tsien-hea tso-yeti tsiang-kifin die Befehtsliaber der

Fronte und des Nachtiubs zur lUcliton und Linken; Ssc- tscliing- , Ssc-tschin-, Sse-ngau-, Sse ping immer Genernle (tsian^-kiüQ), zu be^iegeOi zu beruhigen u. s. w. die 4 (Welt- gegenden).

Kien-kiün waren Armee -Inspecioren, « Tsia ta 886 QDter den Thaog Befehlshaber in GegendeD, wo ein Aufstand enssabrediea oder Ranber eininfallen drohten u. 8. w.

B. 60. Tnng-kung kuan tsnng siQ, handelt von den

Beamten des ösiliclieu Palastes (Harems), erbt im AKgemeinen, dann im Einzelnen. Dazu gehören des Erbprinzen 6 Wäch- ter, der Lehrt-i' Thai-tseu 1<) f u , Thui-tseu Piii-ke, dessen Gäste, 4 alte ürauköpfe um ihn; Tiiai-tseu tschen-sse, die seinen Haushalt controUren^ Thai-taeu (tschung) sdia tsen, die lur seine Erziehung sorgten und fiele andere, die wir einzeln hier nicht auffuhren können; Yü*te (tsdiung yfin), tsan scheu, seine Tugend zu iordern ^ bis iu seinem Pferde- Wascher (Se-ma), Tsung wen kuan-bio (sse).

Djr Thai tseu kia Jing bf Borgte die V^erwallung der Prinzen. Thai tseu-po war eine besondere Art peisönlicher Diener desselben, &o auch noch Andere. Tbai-tseu tso-yeu tbi! g tao so fu scheinen Wegreiniger desselben zur Rechten und ionken gewesen zn sein ; Thai-tsen tso-yeu kien men so ftt halten die Aufsicht über seine Thore zur Rechten und Linken, Thai-tsen Itn pin tschung lang tsiang war ebe Att Militärbefehls- haber, der ihm attachirt war ; Thni-tseu tso-ycn noy so eine Leihgarde desselben ini Innern. Zuletzt kommen uücli Th ii SÜD kuan, Beamte der hoh«'n kjusjrlichen Enkel. Die meisten dieser Aemter stammen erst aus der 4. Dynastie Tbsin.

B. 6L Sse Ii kiao wei war eine Art General -Inspector am Hofe und in den Provinzen. Tscheu-mu tse schi; Tscheu* mn, die Hirten, hiessen die GouTemeure der Provinzen, Tse-ecbi die Aufiteher derselben unter den Hau. Tu-to und Tsunij- kuaa waren etwa General - Gouverneure. Siim-ftt

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1 OB StUung der philot.'phücil, Qasu vom 7* Januar 1871,

hiess Bpiitcr ein Vice-Gouvcrnciir. Hier werden noch mehrere Beamte aufgelührt, die scliwer zu bestimmcu sind.

B, 62. Tschi tschi sso war ein Militärbeamter unter (leoTbang, der eine Art tod bewaffneter Polizei unter eich hatte. King lio sse ein kaiserlicher Commissar mit ausge> dehnter Gewalt, der In unruhige Districte geschickt wurde.

Tu ta ti kiü tscha ma tsche, der Generalaufseher über Thee (tscba) und Pferde (ma), in der Per. Ili-ning (1068—78 n. Chr.) eotstandcn, hatte unter sich den Austanscli von Thec ge^en Pferde an der Nordwestgrcnze zwischen den 1 nt ^ren Hoei-he und den Chinesen, der schon unter der Dynastie Tiiang begann. Der Ti kia seht pe war ein Gommissionär zur Zeit der Dynastie Tbanfif, der die Erhebung der Abgaben von Handels- schiffen unter sich hatte. Dergleichen Ti-kiü gab es noch einige u. s. w.

B. G3. Kiug-jn, der Gouverneur der Residenz, hatte unter den verschiedenen Dynastien verschiedene Namen. Zu seinem Stabe gehörte der Tu*siang. Dann gab es Provinzial- und Districts-GouTerneure Kiün tai scheu» Kiün-wei, Eiün- tsching n. s. w. ; dieser zur Unterstützung des vorigen, Tschang* schi, Sse-ma, Tung-scheu, Tung-puan, deren Geschaftskreis zu bestimmen , mehr Raum forderte. Lo-sse thsan kiün hif'ssen (?) Srcietäre, die über die Autlührung von Beamten ihre Meinung abgaben; U kuan lo, untergeordnete Beamte, zum Stabe gehörig; dann waren daSse^tsang, Sse-ping, Sse- li, Sse-fa, Sse-hu.

Hien-liug war der Distiicts- (hieo) Beamte; unter ihm der Hien-tsching, der Tscbn-pu sein Sekretär, Hien-we? unter dem die bewaffnete Polizei stand. Tschin bchu ku.in sehi war eine Art bcwatioete Patrouille gegen Diebe, Räuber, bei Feuer u. dergl.

B. 64 fg geben Uebersichten, B. 64 über dieCivitbeamten (Wen san-knan), f. 16 über die Kriegsbeainten (Wu san- kaan), f. 26 die im Dienste des Fürsten (Hiüu-kuan) u. a.

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n. 65. Lo-tschhi die tmprüogliche Ordanng und die Eiukünfte der Beamten vom Lande nnd tpedell f. 27 Tschi-tien.

B. 66 a. 67. Kuan-phin ming sa über Rangstufe nnd

Zahl der Beamten, Tshin-tsio su die Zahl der Rungsttife unter r Dynastie Tsliin, unter der Dynastie ilau (Han lo schi su), dann von der Dynastio. Wei bis zu der Dynastie SuDg. B. 66 von der ersten bis zur 6. Rangstufe Suog pUia en, tseu i pbin tschi lo pliin; B. 67 von der 7. bis aur 9. Tsea tsi phin tachi ideu pbin.")

S. 12. B. 68—90. Kiao Sche-kao, UnterBUchnng Qber die Opfer Kiao nnd Sehe oder dem dea Himmels nnd der Erde, nnd zwar:

B. 68 72. Kiao, von dem Opfer, das dem iiimmel dar- gebracht wurde, nämlich :

B. 68 von Yeu-Yu bis (zu Ende der) Tsclieu (256 v. Clir.j.

B. 69 ?on da an bis zn Ende der Ost-Han (220 n. Chr.).

B. 70 von der Dynastie Wei (264) bis zu Ende der Djnastie Tbang (905).

B. 71 Yon der Dynastie Liang (907) bis Snng Tachi- tsung (1100) und

B. 72 voQ Sung Iloei-tsung (1101) bis Ning-tsung.

b. 73— 75. Ming-tang, yon den Opftra im Miug-taug, eigentlich der lichten (gliinzenden) Halle und zwar:

B. 73 Ton Hoang-ti bis Thang Kao-tsung (684 n. Chr.).

B. 74 ?on Thang Wu-heu (684) bis Sang Kao48Ung (1162).

B. 57 Ton Snng Hiao^taung (1163) bis Ning-tanng.

B. 76. Sse-hen-tn Ton den Opfern der Königin Erde.

Die iiia opferten im 5. Monat der Eide (Ti)} die Dynastie

29) El gibt in China 9 Bmgstafen (kiea phin)« die darch kleine Kageln TOn TerMhiedenem Steff nnd Farbe nntenehieden werdeui die oben anf der Hutse getragen werden.

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110 SüMung der phüos.'phtkiL Ctam fm Jamtar 187t

Tu im 6. Monat, die Dynastie Tschea im Sommer. F. 7?« ist er edion bei der Dynastie Thsin.

B. 77. von den Opfern, um Regen zu erbitten. Sie kommen bei Tso-schi, im Li-ki Cap. 6 Yuei-ling und dem Tscbeu-li B. 9 vor. F. 9 t. ist er schon bei der Dynastie Uan.

B. 78. See u Tt von den Opfern, die den 5 alten Kaisern

dargebracht wnrden. Sie kommen erst im Li-ki Cap. 6

Yuei-ling und im TscLeu-li Siao-tsung-pe (19, 2), Ta-sse- keu {'6b, 14), Siao-sse-keu (35, 28), Sse-scbi (35, 49) u, 8. w. Yor. h\ 14 ?. ist er schon bei Hau Wen-ti.

B. 79. See Ji Ynei von den Opfern der Sonne and des Mondes. Sie erwähnt der Tscheu-lt Ta^tsung-pe (18,3) zuerst. F: 7 v. ist er schon bei der Dynastie Thsin.

B. 80. Tsi sing tschin von den Opfern, welche den Sternen dargebracht wurden. Sie erwähnt zuerst der Li ki Cap, 6 Yttei>ling. F. 4 ist er schon bei der Dynastie Thsin.

B. 81. TsiHan «chu von den Opfern, welche der Kälte

ond Hitze tiargebiacht wurden. Sie erwähnt der Li-ki Cap. 23 Tsi-fa und Tsclieu-li Yo-tscl^ang (23, 52). F. 8 Tsi Lo-tsung, Tsi sse-fang von den Opfern, die den 6 Verehrungs- würdigen*') und den 4 Weltgegcnden dargebracht wurden. Die ersteren erwähnt der Schu-king schon Gap. Schnn-tien II, 1, 6; Li-ki Cap. 23 Tsi-fa und Tsdieu-Ii Ta tsong-pe (18, 4); die zweiten der Tsdien*1i Ta^sse^ma (29, 28) und Ta* tsung-pe (18, 10) ; F. 16 ist er scheu bei der Dynastie iiau. F. 15. Tsi Faug-ming, diese Opfer erwähnt der J-ly.

80) DieM sind naeh Klaproth N. Joom. Ai. T. 10 p. 86 die riw Jahreneiten, Hitae und Kftlte, die Himmelskörper (Sonne, Mond und Sterne) , Wasser und Dürre, was wohl kaam riehtig ist So indess diü chinesischen An8legerKgan-koen.a. Legge I p. 34 mdot gewisse Geister, die diese Phänomene beherrsehten, und (?) in verschiedenen Sternen ihren Sitic hatten. Letzteres ist wohl kanm richtig. Der Ansdruek ist aber sa anbestimmt.

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Floth: Vchtr chinesitche Encjfclaj^ädien.

III

B. 83. Tbi Sehe-tst von dea Opfern, die dem Geiste

des Feldes und der Saateu dargebracht wurden. Sie kommen Tiel im Tschea-li Siao-tsung-pe (19, 1), Tsiang-jin (43,24), Fmg-jin (12, 1), Siao-sse-ta (10,25), Nei-tsai (7, 9), Tscheu- tschang (11, 15), Ta-sse-ta (9,3), Sang-tscho (26,31) Tor. Dieee StoUen tiehi er ans; F. 16 ist er achon bei Haa

KlO-tilL

B.83. Tsi Schan Tschaen Ton den Opfern der Berge

nnd Flüsse. Sie kommen schon im Schu-king (Jap. Schüa- tien II, 1, dann öfter im Tscheu-li anter dem Titel Sse-wang Tor; so hier im Gap. vom Ta-sse-yo (22, 14), Nan-wu (25, 39), Ta-tsdio (25), Siao-Uang-pe (19,2), Sse-fo (21,11), Wimm (12,12) a.s.w.

B* 84. Fang Sehen Ton den HSgeln nnd ebenen Platzen (nm Opfer). Er enrihnt sie nnter Tbsin Scbi-boang-ti, aber F. 1 T. auch nnter Thsi Huan-kung.

B. 85. Kao-mei Ton den Opfern des hohen Heiraths- mmittiers. Diese entstanden erst unter Uan Wu-ti a. 29 (III T. C^.)s Erbprinz geboren wurde. F. 8.

Pi-tsa Ton dem Opfer am Ende des Jahres; es kommt im nnd aonst ?or.

B. 85. ü-sse von den 5 Opfern, die den Scfautxgeistern

des Hauses oder Laren dargebracht wurden.

B. 87. Tsi-tieu vom Kaiserfelde, und Tbi Sien-nung von den Opfern des früheren (ei-sten) Ackerbauers ; der Li-ki er- wähnt ea. F. 3 spricht er schon von Uan Weo-ti. F. 29. Ibsin-tsaii, Tsisientsan, ?on der Pflege der Seidenwürmer ■od dem Opfer, das dem frQberen (ersten) SeidenzSchter dsrgebradit wurde.

B. 88. Fo Jaug von den Opfern Fo und Jaog (Unglück abzuwind.'Tn).

B. ö9. Kao-tsi, von den Anruf- oder Bittopfn a Dia Oberabtheilung (Schang) lastet: Li-ldün bei Einsetzung eines Firsten, Kien*ta bei Gründung einer Hauptstadt, Fung-kne

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112 Sitgung der pluUt9,*p1ttlol. Claate «om 7, Jamar 1871.

bei Errichtoog eines Lehnreiches, TsuDg-miao-fu bei Einrieb tung eines Ahnentempels tmd F. 14 7. die Unterabtheilung (Hia) Siün-*8Cliea bei der Visitatiansreise (eines Kaisers) und Tsching-fa bei einem Angriffe oder Kriege. Was die Ein-

Stützung eines Färsten betrifft, beginnt er mit der Kaiser^: Schün'8 (lurcli Yao, uad Yü's durch Schüa im Scliu-king I, 1 und II, 1, spricht dann von der Thang's und Wu-wang's (der Stiller der 1. and 2. Dynastie).

B. 90. Tsa-sse handelt noch von Tcrschiedenen (andern), wie dem Opfer Ho ; F. 4 ist er schon bei Thsin Schi-hoang«ti.^*)

S. 13. B. 91—105. Tsang-miao kao, Untersuchung Uber die Ahnenteropel und den Ahnendienst, und zwar

B. 91 94. Thien-tseu Tsuug-uiiao von den Ahnen- tempelü der Kniser, nämlich

ß. 91 von Thang-Yü^'j bis (zum Kn ie der) Xscheu.

B. 92 von der Dynastie Thsin (255 v. Chr.) bis zur Dy- nastie der Ost-Tsin (419 n. Chr).

B. 93 Ton Nan*tschao Suog Wu-ti (454) bis Sung Jin- tsung (1063).

B. 94 von Yiig-Lsuiig (1064) bis Ning-tsung.

B. 95. Hen fei miao iiher die Abneutempel der iiaisei in und der Nebcufrauen und Sse-thsin-miao die der Verwandten.

B. 96—99. Tsi sse schi hiang von den Ahnenopfern Tsi und Sse und den Darbringungen in den (4 yerschiedenen) Jahresseiten und zwar:

81) Wir hätten in unserer Abhandlang über den Gallus der alten Chinesen noch einen AbschmU über die verschiedenen Opfer geben sollen, wir fürchteten nur zu weitläufig z\i worden. Diese üeber- •ioht kann als eine Ergänzung der Abhandlang dienen. Man sieht daraus , wie die Chtnesen nichts weniger als irreligiös, sondern das ganse Leben mit Religion dorchwoben war.

82) B. 91 F. 13 euthält Tafeln über die 5, und F. 15 über die 7 Miao der Tscheu.

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Bathi Veber ekinnUek$ Sneyelopädim, IIS

B. 96 von Yeu-Yü bis zur Dynastie Tscheu. Uoter hiess das Frühlingaopfer Yo, das Somroeropfer Ti, das Herbstopfer Tscbang, das Winteropfer Tsching.

B. 97. von den Han (202 Chr.) bis m den 6 FasuHen tai, 960 n. Chr.).

B. 98 und 99 unter der Dynastie Sung (960).

B. 100 102. Hia Ti; von den Opfern Ilia unclTi und zwar

B. 100. Ku Uia tsi Ii, die Gebräuche im Alterthume beim Opfer Hia.

B. 101. Ka Ti tsi Ii, die Gebräuche in AUerthnme beim Opfer Tt, dann aber anch Ton beiden unter der Djna- atie Han bis Thang (202 t. Glir. bis 906 n. Ghr.)j aad

B. 102 unter der Dynastie Sung seit 960.

B. 103. KuDg tscliin pLei-hiai g von den Oj f* rii , die gemeinschaftlich fpliei-hiang) verdienten Beamten larj^ebracht wurden. F, 12. Sse sien tai ti wang; hieu tschio sieu-ling- ma-fu von den Opfr^rn , die den Kaisem und Königen der früheren Familien und Weisen und Beamten von ihren Unter- ihanen auf ihren Grabhügeln dargebracht wurden.

B. 104. Tschu-hai Tsung-miao von den Ahnentempeln der Vasallenfürsten ^ F. 10 spricht er schon von den spätem Ilan.

B. 105. Ta-fu, sse, schu tsung- mi.io von don Ahnen- tempeln der Ta-fu (Grossbeamten), der Sse und des Volkes. Schihiangli, die Gebräuche bei Darbringung In den (vier) Jahresaeiten.

8. 14. B. 106-*127. Wang-li-kao, Untersuchung der kiiserlicben Gebräuche und swar:

B. 106 108. Tscluio-i, die Gcbränche am Hofe, nämlich:

B. lOG von der Dynastie Tscheu bis zur Dynastie Thang.

B. 1Ü7 von der Dynastie Thang (Periode) Kai-yuen (713) bis Sung Yng-tsung (1067).

B. 108 von Schxn-tsung (1068) bis Hiao-tsung (1194).

B. 109. Siün-schen von den Yisftationsreisen (der Kaiser) ; F. 6 ist er schon bei Thsin Sohi-hoang-ti. [1871.1« PhiLhiata] 8

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1 14 8itjnmg der phüosrphüol, Clas$c wm 7. Januar 1871,

B. 110. Tien-Ia, von den Feldjagden ,•*) beginnt mit Thang der 2. Dynastie ; F. 1 1 ist er schon bei Hfin Wo-ti.

B. III 113. Kiün tschin kuan mien fu tschang von der Fürsten und der Beamten Mütse (üat) und daza gehörige Tracht imd zwar:

B. 1 11 vom höchsten Alterthmne bis (Ende der) Dy^ nastie Tscheu.

B. 1 12 von der 'Dynastie Thsin (2ü5 v. Chr.) bis zu (Ende) der Dynastie Than^? (OfiO).

B. 113 unter der Dynastie Sung seit 960.

B. 114. Heu-fei, ming*fu i-hia 6c))eu-8chi-fu tscbang tschi in Ton dem Kopfputxe nnd der Tracht der Kaiserin, der Nebenfraaen nnd der titnlirten Franen bis abwärts.

B. 115. Knei pi, fn-tde, si-tsie Ton den Tafeln, Pass- zeichen, Siegeln (Si-tsie) u. b. w., welche die Vasallen! liisten und Grossen führten.

B. 116 118. Tsching-iii, kiü-khi, lu-pu, von den ver- schiedenen Wagen nnd dem Gefolge bei einem kaiserlichen Attfimge and awar

B. 1 16 Tom höchsten Alterthnme*^) bis rar D. Say (617).

B. 117 von der Dynastie Thang (618) bis in den Snng.

B. 118 unter der Dynastie Sung.

B. 119. Heu, fei, ming-fu i-hia kiü-lien lu-pu. Lien ist ein Wagen , der durch Menschen gezogen vrurde ; Lu-pa wieder der Wagenzug bei einem öffentlichen Anfzugo. £s ist also von diesen die Rede bei der Kaiserin, den Neben-, franen , den betitelten Frauen nnd abwärts, F. 14 v. von den Wagen des Erbprinsen, der andern Prinzen, der Knng

88} Üeber die Jagden 8. m. Abb. Beschäftigung der alten Chi* neten 8.163 fg., über die Tracht m. Abh. Nthrong, Eleidong u. i. w. a ^7 fg.

88*) Er beginnt mit Hoang-ti, aber detaillirte Haöfariöhten gibt ei erst über die Dynsatie Taohea im Taebea*!!} F.ll iat er sohon bd der Dynastie Tlirin,

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Plath: üeber chinttisehe EncydopMUn,

115

(Gnfeo), Khing (Minister) und abwärts. F. 14 v. Hoang-thai- tsea, Hoang-tseu, Kung, Khing i-Iiia kiü-lien, lu-pu.

B. 120—122. Kue sio, des R. icbes Trauer. Der Titel ist undeutlich; es handelt sich um die Trauercercmonien boini Tode des Kaisers, xonächst der SchÜQ*8 nach Scbu-kingll, 1, 13 nid dann der spatereoi und von eiDzelnen CeremODien dabei und zwar

B. IIK) von Yen-Yü (d.i. Schün) bis zu (Ende) der Dynastie Tscheu.

B. 121 von Hau Kao-t5u (202) bis zu den Hen-Techeu.

B. 122 von Heu-Thang (923) bis zu den Sung.

B. 123—127. Die Ueberschrift , Schau ling, Berge und Hagel oder Begräbnisshügel, ist wieder undeutlich ; es werden die aogeblicIienBegräbnfssplatze der alten Kaiser von Thai-hao, der Nifi*wa, Yen-ti's (des Feneriraiser's) , Hoang-ti's u. s. w. angoffcben , darauf die von Yno. Schün, Yü, Tsching-thang, Tai-wu. Wn-ting, Tschou Wen-, Wu- und Tsching-wang bis Wei-Lie-wang, dann die Begrübnissgebräuche (Tsang-li) im All- gemeioen und Einzelnen F. 2 v. fg. und zwar diese

B. 123 Tom höchsten Alterthume (8chang-ku) bis zur Ojosstie Tsdieu inclnsiTO.

B. 124 Ton der Dynastie Thsin (221 Y. Chr.) bis m äea Ost-llan (seit 25 n. Chr.).

B. 125 von der Dynastie VVei bis zu den .5 (späteren) iamilien (U-tai) 9 CO.

B. 126 und 127 unter der Dynastie Sung seit 960.

S. 15. B. 128—148. Yo-kao, Untersuchung über die Hsrik und zwar

B. 128 180. Li-tai yo tschi. Die Ordnung der Musik durch die successivon Generationen (li-tai).

B. 128 vom höchsten Alterthume^*) bis zur Dynastie Wei (227 n. Chr.).

34) Er gibt die Namen der HnrikerTonFo-hi, Sehin-nuig, Sobio-

8*

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1 16 SüMmig ier flhüoi,'philoL Clam «om 7. Jamar 1971.

B. 129 von der Dynastie Tain (265 d. Giir*) bis za den 5 Famflien (U-tat 960).

B. 130 nnter dor Dynastie SuDg, seit 960.

B. 131. Li-tai Tsdii-tsao lio-liü, die Folge der Erfindung der Mnsiknoten (Lio-liü). Heang-ti soll sie yeranlasst haben. Dann ciiirt er noch den TscLi u-li Ta-sse yo C. 22 f. 7 und kommt F. 1 v. gleich zu Han Wen-ti.

B. 132. Lio liü tschi thii, die Abmessung derselben. Die Stelle über Hoang-ti wird wiederholt ; F. 3 ist eine üebersichtstafel der Noten.

B. 133. Tn, leang, heng, vom Maass und Qewiohte. Nach Li4d C. 5 Wang-tsdii beginnt er mit der Erklärnng der Langenmaasse der Tschen nnd gibt dann die Stelle ans dem Tschen-li B. 41 f. 25, wie der Li-schi die Fassmasse verfertigt. F. 2 spriclit er von den alten Maassen iin Reiche Tlisi. F. 6 gibt er eine Stelle aus dem Sf^o-ki, wie Kaiser von der Dynastie Hia die Maasse bestimmte ; F. 7 spricht er schon von der Dynastie Han.

B. 134 139 handelt dann von den einzelnen musikc* lisdien Instrumenten, die er nach den Stofien* deren man sich dasn bediente, abtheilt, nnd in jedem Buche macht er 3 Abtheilungen Itens Ya-po die correcte Classe (die der Chinesen), 2iens llu-pu, die der Barbaren oder Fremden, und 3tens Su- oder So-pu, die gemeine o icr die des Volkes. Jedes Buch beginnt er mit einer allgemeinen Abhandlung über das gebrauchte Material nach Ischin«schi*s Bnch über die Mnsik (Xo*8chu).

B. 134. Kin-tsdii-scho spricht von den mnsikalisdien Instrumenten ans Metall. Die Erfindung wird nadi dem

hfto, Ttohnsn-hio, Ti-ko, nnd Hnsik Yao*t (Ts-tiebang gennnni), der 8ehfin*i (Tn-tsohio)^ Ya's (Ta-hinX Tsching-Uinng's (Tn-hu), Wn*

wang's, Tschea-kung^s (Taobo); i. m. Abb. Cbinn tot 4000 Jabren (S. 116 fg.) und über die mosikaliscbe indoitri«, m. Abb. Übet die Indnitm. F. 18 kommt sr in den flia.

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lUHh: Vinter dumß»i$eke Enejfdojfääien,

III

Bodii ^( hi-pen und Liü-schi's Tscbhün-thsieu von Hoang-ti veraulasst. Aas m Khao*kbuDg-ki im Tscheu-li B. 41 f. 3 wird dann die Verferügnng der Glocken im AllgemeiDen be- tcfarieben. Die vencliiedeDeD Arten ?on Glocken bilden das Tornebrnste muslkaliscbe Instrument aus Metall. Mo-to ist die Glocke mit hölzernem Schläge).

B 135. Schi-tschi-tscho enthalt üiubikalische iDstrumente aas Stein, gemeinen Steinen (Schi) oder dem oder chi* Desischen Jaspis. Das hauptmusikalische Instrument ist hier der Ebing, ein musikalischer Stein, der aufgehängt wardOi deren es verschiedene Arten und Verbindungen gab. Das Volk hatte auch steinerne Trommehi, ausser Glocken, Hör- nern und Flöten. F. 14. Tu-tschi-scho kommen dann die irdenen musikalischen Instrumente; dahin gehören die ir* denen Trouimeln, Tu-ku, u. a.

B. 136. Ke-tschi^-scho begreift die musikalischen In- strunente aus Leder oder Fellen. Das erste heisst fu, die aadeni sind yersdiiedene Arten von Trommeln, aufgehängte, Donner- (Ijni-), Geister- (Ling-) Trommeln und wie sie weiter bfliMen.

B. 137. Sse-tschi-scbo, Instrumente mit seidenen Saiten (Hiuen) , begreift die Saiteiiinstiuiiiente. Da erscheint vor allen dir prrosse, mittlei'e und kleine Harfe Khin, von 25, 20 und 7 Saiten, dann die grosse, mittlere und kleinere Lsate Se, mit 50, 25 und weniger Saiten, der Khung-heu, «ne Laute mit 25 Saiten , die im Busen getragen wurde, die grosse und kleine Pi-pa, F. 20 ein Saiteninstrument, das III Pferde gespielt wui de, u. s. w.

B. 138. Pao-tschi-scho , von den musikalischen Instru- menten ans Kürbissen; dahin gehört namentlich der Seng, wo 13 Pfeifen in einen soldien Kürbtss gesteckt wurden und der Yü, wo es S6 waren. Diese werden wohl unimssend Oigeln übersetzt F. 9. Tseho-tschi-scho handelt von den mnsikalischen Instrumenten ans Bambu. Hieher gehören die

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118 SiUtung ibr je^wtot^-i^häoL Oam wm 7. Januar 1871,

verBcliiedeneu Arten I- löten und BlasinstruDieate ; so der Yen-öiao, eine Art Paii-Pfeife mit 12 bis 14 Pfeifen ver- schiedener Länge, Yo eine kleine Flöte mit 3 Löchern, ver* Bchiedene Arten von Pfeifen Kaan, F. 16 die grosse and kleine Tscfae, eine Flöte mit 7 Löchern, die seitwärts geblasen wui dej uud andere. BlasinstrUintuLL; aua Metall, wie die Trom- l ettn, sclieiueü die Chinesen niclit gLliabt zu haben. Mor- riäou Nr. 11,388 hat Hao-tuug für Trompete, aber dem Charakter nach war der Tang wenigstens ursprünglich ein (hohles) Bambarohr.

B. 189. Mo-tBchi*8cho, mastkalische Instramente ans Holz, begreift mehr InstrumetUe, den Takt su regeln, wie der Tscho-jü, ein holdcb IIulz, welches dazu diente, Thbin, ein Stock, der gebraucht wurde, dass die Mubik anhielt a. dergl.

B. 140. Yo-liiiicQ von der Art, wie die masikalischen Instrumente aufgehängt oder aufgestellt und auch zusammen angewandt wurden; F. 1 gibt eine Tafel, wie in der oberen, F. 1 y. wie in der unteren Halle; u. 8. w. F. 11 r. spridit

er scholl von den Han.

jj. 141 143. Yo-ko ist von dem Gesänge bei der Musik, oder von melodischen Gebängen die Rede, und zwar:

B. 141 von Yeu-Yü (Schün)^^) bis zu den 3 Ueichen (San-kue 265 n. Chr.)«

B. 142 Ton der Dynastie Tsin bis zu £nde der Dy- nastie Thang (265—906).

B. 143 von den späteren b lamilieu (Ü-tai U06) biö zu den Suug.

35) Er bopiiint mit Schu-king II, 1, 24, wio Schüu den Kaei zum iiiteticlnntcM iUt Musik ernennt und ilin unwoist, die Jugend im Gesänge Jtu untcrrichtfin : F. 2 wie bcbüu ein Khin mit 5 Sailen verfertigt, um du/u den Gei^aiif,'- Nan-fung zu singen; dann folgen Stellen aus dem Tscheu-li Ta-ssc-yo (22 f, 1 ffr.) , Ku-munp' (2o f. 27), Yo-schi-üse {26) u. s. w. F. 11 kommt er subou aui iiuu Kau-tsu.

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JM: UOer Mitmeke Eiic^ofädim. 119

B. 144 und 145. Yo-wu tod den paatomiauaGheii Tän* M bei d«r Moaik.

B. 144 vom hoofasten Alterthume bis zu den Ost-Han (220 L, ühr.).

B. 145. Zur Zeit der 3 Reicke (Sau-kue, 221 d. Chr.) bis zu iieu Snng.

B. 144 haudeit von den eiozelnen, alten religiöflen und unnchen Tiuen Toormen, Ta*hiaen, Ta-bien, Ta-tscbao, Ta4iia, Ta-bo, Ta-wn, Siang, Tscboi dann von dem Feder-, Sternen-, Fahnen-, Schilder-, Mensdien^ bis snm Kleider- Tanze.")

B. 146. So-pu-jü von der gemeineii oder vulgären Art TOQ Musik. Sie kam erst seit deu beiden üan auf und dauerte bis tn seiner Zeit. Niü-jo, die FraaenmoBik, bildet käsen beecMideren Absehniti.

B. 147. San^yo Pe-hi^ ?on der [nnregeIina8Bic;en (zer^ tb«nteo Mosik nnd den 100 (Scban-) Spielen (Hi). Sie ent- iUnacD aucli erbt Später unter den Thsin und Uliu; kommeü darunter Verkleidungeil , Seiltänzer u. s. w. vor; nach F. 1 v. kamen sie unter den spätem lian aus dem Westen zu den Chinesen, nach F. 5 v. Ton der Weatgrenze unter den Thaug. F. 11. KQ'tsehbnj Ton, der Heeres* oder Trinmph* Musik (Kii-yo), wenn der Feldherr gesiegt hatte; die Ueberschrift rohit wohl daher, dass man eine Trommel (Ku) und eine kleine i:löte (Siao) dabei brauciile. Sic wird angeblich schon auf Hoang-ti zorückgelührt.

B. 148 endlich J-pu jo handelt yon der Musik bei deu Barbaren , d. h. nicht nur den nächsten Nadibam der Chi- D^en , sondern aller fremden Völker, mit wekshen sie im Lsofo der Zeit bekannt wurden. Die Musik jener ?erwand-

86) Sie haben den Namen von der Sache, die man in Händen hidi. S. m. Abh. über dfln Clütat d«r alten ChineidD, a. cLAbd. d. Ak. im, UL, s s.m

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130 SitJtimg der pküM^'f^ikiL Ckuti vom 7. Jamunr J871,

> tea die Kaiser mit bei den Opfern. Die Stellen des Tscheu >Ii darüber Mei-sse (B.23 f. 48), Mao-jin (6.28 f,49), Tikiü- Bchi (B, 28 f. 54) werden zusammengestellt; und nach einer Stelle ans dem Pe-bn tung folgen dann die kurzen Kotizen

über die Musik der fremden Volker nach den belannten 4 AbtheiluDgcü der Chinesen: Itens F. 3 Tung-J , die der Ost-Barbaren, darunter die San- (3) Hau in Corea, im Reiche Wei oder Ji-pen, d. i. Japan; 2tcQs die der Si-Jung, d. i. der West-Barbaren, dazQ gehören die Kao-tschhang (Ui^,'iren, nörd- lich von Scha-tscbea im 6. Jahrhunderte n. Chr.), die Kuei- tseu , Su-li (d. i. Kascfagar) , Thien-tschü (Indien) , Ta-wan (die grosse Bocharei), Tn-thien (d.i. Khotan) und Fu^lin; 3tens F. 9 v. die der Nan-man oder Süd -Barbaren in Fu-nan, Lin-y (d. i. Siam), Tschen-tscliliing (Süd-Chocliiucliin i ), ISan- tschao (? in Yün-nan) u. a. nicht so Ificlit bestimuibare; 4ten8 F. 14 V. die der Pe-ti oder Nord-Barbaren j dazu ge- hören die Ta Liao und die Sien-pi (Ost-Tataren im 4. Jahrb. vor bis zum 4. Jahrb. n. Chr.). Diese verschiedenen fremden Völker werden ohne Berücksichtigung der Zeit ziemlich durdi einander geworfen. Weitere Maohrichten fiber sie enthält 8.24 B. 824 S48. F. 17. Tschi-yo spricht dann noch ?on der Entfernung der Musik (bei Sonnen- und Mondstinstcr- nissen und bei einem Einstürze von Bergen und andern Ca- lamitäten), zunächst nach Tscheu-li Ta-sse-yo B. 22 f. 36.

S. 16. B. 149— 161. Ping*tscbi vom Kriege und Heer- wesen und zwar:

B. 149 TOD der Dynastie Tschen'^ bis zur Dynastie Thsin (202 y. Chr.).

87) Üeber die 8t« Dynastie Tiohen gehen dieKsobriehten wenig binant. Er beginnt mit Tsohen-U Tette^ina (B. 29} ftber die Zahl der Heere des Keiievi und der Tat allenforeteD, gibt dann den Abeobnitt

vom Siao-sse-tu (B. 10 f. P) die Eintheilung' der Heere ; vergl Sui-jin (B.16 f. 8); F. 4 eine Stelle aae Pan-ku'a Qeaobiobte der Ban Aber

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Hott; Uibtr cMMidh« Enqfdbpädien, 121

6. 150 anter den beiden Han 202 v. Chr. bis 220 n. Chr. B. 151 mr Zeit der 3 Bdcfae (San-kae) bis tut Dynastie Tlittig (221—906).

B. 152 unter den 5 Familien (U-tai) bis Sung Yng-

t^oiig (1068).

B. 153 von Sung SchiD-tsung(1068) bis Km-t&ung (1 126).

B. 154 vou Simg-Kao-tfiUDg (1127) bis Ning-tsung.

B. 155. Kin-wei*p]ug, von der (kaiserlich od) Qarde, die du Volk abxabalten hitte. Er bricht toiu Palastconunan- dsnten (Kang*t8cbin) nachTaehoa-li (B.4 f. 1), dann von den liQ-fNHschi, der Garde, die sa beiden Seiten des kaiserlicben Wagt-üs herlief, nach B. 31 f. 24, dann den Ssc-li (B. 37 f. 9), Man-li u. a. , zum Theil frt mden Strafgefangouen, die dabei vawandt wurden. F. 4 v. ibt er schon hei der Dynastie üan.

B. 156. Kiün-kae, vou den Truppen der Provinzen und Vasalienreiche; irie viele ein grosses and ein kleines Reich BDter der Dynastie Tscfaen hatte, dann anter den Thsin, Han and den folgenden Dynastien. Kbing-ping, von den Trappen der Minister.

B. 157. Kiao-schue von den Truppenexercilien und Re- TÜen. Die Nachlichten reichen wieder nicht über die Dy- nastie T:?cLeu hinaus. Nach Tscheu-li Ta-sse-ma (B. 29 f. 14) lehrt dieser die Manoenver. F. 3 erwähut einzelne Bevüen der VassQenfttrsten , znerat anter La Sioen-knog (602 t. Chr.). ?.4 spricht er schon von den Han.

B. 158. Kiü-tschen, von den Streitwagenkämpfen. Wu- Waag hatte angeblich schon 300 solcher Streitwagen. F. 1

du Heerwesen unter der Dynastie Yn und Tscheu ; F. 6 übersicht- liche Tabellen fiber die Heeresabtheilangen, die die eimelnen Beam- ten unter sich hatten. F. B— 13 dann über das Heerwesen in Thsi, F.13— I4v. in Tsin, F.14v.~IGv. in Lu, F.lGv. 21 in Tshu, F 21 V. 22 in Tb^in und V. 29 spricht er von Thsin Scbi*hoang-ti. Wir werden in u. Abb. das Kriegswesen der alten Chinesen die SteUtti mittheilen.

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122 aiimm§ d$r pMoi.-pfM. dam 9am 7. Jmmut im.

gibt eine Stelle ans emexn untergeschobenen Werke Lo-(6) thao**) in 6 Bfichem, ein angebliches Gespräch Wn«wang*8 mit Thai-kong, das erdichtet ist; dann folgen Stellen aas dem T6chen*li, namentlich ans 6.40 f. 15 über die Gon-

Btructioa der Kriegswagen und F. 6 v. eine Stelle aus Tsin- Bchi's Buch ül>tr die Gebräuche (Li-schu). F. 12 ist er schon bei der Dynastie Hau.

F. 18 V. Tscbeu-sse vom Schiffsbefehishaber, Schui-tschen ?on den Kämpfen zu Wasser. Die alten Chinesen kannten keine See* oder Flussgefechte, sie kommen erst vor, als sich am Kiang die Reiche Tsha, U and Yaei gebildet hatten. Der älteste Kampf lu Wasser ist ein AngrifiP von Tsha auf U unter Lu Siang-kung Ao. 24 (548 v. Chr.). F. 20 spridit schon von den Hau.

B. 159 und 160. Ma-tschingj von der Leitung der Ca- vallerie und zwar

B. 159 von der Dynastie Tschea bis za den U-tai (5 Fa- milien).

B. 160 unter den Song. Unter den Tsdien worden nur die Stellen ans dem Tscheu^liC.Klao-jing, dem Vorstande des

Gestütes (B. 32 f. 89), Tso-ma {B.32 f. 52), Mo-sse (B. 32 f. 54), Ju-sse (U. 32 f. 57), Jü-jin (B.32 f. 58j und Ma-Uchi, der Pferdesdiätzer (ß. 30 f. 4), zusammengestellt. F. 5 fg. erwähnt einzelne bekanuterc Wagenlenker, wie Tsao-fu, den Vorfahreu der Thsin. F. 8 spricht schon von den Hau.

B. 161. Kiün-ki, von dem Heeresgeräthe. Er spricht von diesen onter den Tscheu nur nach verschiedenen Stellen desTscheu-li Ku-jtn, der Trommdmann (B* 12 f.4fg.)> Sse- tsehang, der Fahnenvorstand (B. 27 f*24), Sse-ping, der

88) Der YerlktNr will Lift-wsng ein Minister von Tsdben sein ; der Styl imd viele Ans^Mok« lagsn aber, daM es erst ans der Zeit nsoh der l^astie Hau lit; i. Wylie Notes on diisMS. Literstiire. Shang* bse 1867. 4?. p.73.

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UM: üeber {kime$itehe Ebsydopdldicft. 123

WaffeDvorstand (B. 32 18), Sse - kuog - schi , der Vorstand ubur Bogen und Pfeile (B. 32 f. 13), Schen-jin, gute Bogen* scbützeo (ß. 32 -f. 33)» dann über die Länge der Lanzen nach dem

Kbao-kbuDg-ki (B.40 f. 15, den PaDzerniacliern Han-sclii (15. 41 f. 31), Sche-jiu, den Pfeilmachcrn (B. 42 f. 32), Lu-jin, deu Veift-itigein der Pickeuschäfto (t>. 43 f. 13) und Kung-jin, den iiogenmacheiu (B. 44 f. 16).^^) F. 18 spricht er vom Bogen des Kaisers; b\ 21 v. kommt er zu TLsin Schi-hoang- ti. Man sieht, das Technische der Waffenverferiigang nimmt er btrim MiUtarwesen mit.

8. 17. B. 162 173. Hing-kao, Untersuchung über die Strafen (von einer Civilgesetzgebung ist keine licde; und zwar

B. 1C2— 1G7. Hing-tschi, die Anordnung der Stiafen, liämlich :

ß. 1G2 von Yea*Yü^V bis zu Kude der Dynastie Thstii (202 T. Chr.).

89) Wir haben die SteUea 6m Tichea-li und Khso-Idiaiig-Id in JL Abh. über die Industrie dar alten Qiinesen mitgatheilt, die in

B. 160, was die Pferde betrifft, bei der Viehzucht in den Abh. die Besciiäfligangen der Chinesen 1, a. d. Abh. d. Ak. 1869 B.XI1, 1 S. 148 fg.

40) Wir analysiren auch hier B. 162, welehea die alte Gesohidite

betrifft. Er beginnt mit der Anordnung der Strafen durch Sohün nach Schu-king II, 1,11; erwähnt dann nach (Tso-schi), dass die Dynastie Hia die Strafen von Yü- (Yü-hing) verfasste; dann Yü's (Tsohing- thang's) Anordnnnjr. Das folj]f>^nde sind lauter Stellen aas dem Tflcheu-li Ta-sse-keu (B. 35 f. 1 fg.), Siao-sse-keu (B,3ü f Kl), Sse-sse- 8chi (B. 35 f. 33), Hiang-sse (B.SO f. 1), Sui-sse (B.3G f.G). Ya-sse (B.3ö f 16), Sse-hing (B 86 f. 30), Sse-tsche (B. 36 f. 34), Tschung-tsieu (B. 37 f. 4), Tschang-lo (B. 37 f.5), Pu-hien (B 37 f. 11), Kin scha (B. 37 f. 16), Kiii-pao-schi (B. 37 f. 17), dann auB Li-ki C. 5 Wang-tschi und C. 4 Wen-wang 8chi-t«ou und er erzählt dann noch ansTscho-schi, wie man in Tschin and in Tain die Gesetxe in Ers eingrub. Man findet die Stellen Aber die StrafgeseU^ebang im alten China und die Erklftrannf der Namen in- m. Abh. Oeseta und Recht im alten China, a. d. Abh, Ak. X, 3 S. 729 fg. F. 26 kommt er auf Sohl hoaog-tL

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B. 163 von Uaa Kao-Uu bis Tschasg-U (202 t. Chr. bis 88 n. Chr.).

B. 164 vom OstrHan Ho-ti (89) bis Tsin Ngan-ti (419). B. 166 von Song Wen-ti (424) bis Sui YaDg-ti (616).

B. 166 YOQ Thaog Kao-tsa (618) bis Saug Tscliiog-

t8ung (1022).

B. IGT von Sung Jin-tsung (1023) bis Ning-tsung. £s folgen dann die einzelnen Strafen:

B. 168 kommt er auf Tu-lieu: vom £zil und der Ver- bannung. Er beginnt mit den Verbannungen Scbüa's nadi Sehu-kingII,l,12. Die Stellen aus dem Tsdieu-li Ta-sse-ka (B. 35), Sse-li (B. 36 f. 47), Sse-yuan (B. 37 f. 2), Tschang- lo (B. 37 f. 8) gehen zum Tlieil auf die Jiciiandlung der zu Strafai bellen Verurtheilten. Phei-fa, die Strafe das Gesicht mit Punkten zu bezeichnen, die erst aus der Zeit der Tbsin stammt, bildet keinen besonderen Abschnitt.

B. 169 und 170. Tsien*Ye, ?on der Untersuchung and dem gericbtlichen Erkenntnisse (Ping-fan). Die älteste Stelle ist von Schun Schu-kingll, 1,11, dann aus dem C. Ltii-hing V, 27, Li-ki Waug-t&chi C. 5 und dem Tu-tai Li-ki. F. 3 iat er schon bei Han Kao-ti.

B. 169 gebt von Yeu-Yü bis Thang Thai-tsung (649).

B. 170 TOn Thang EHO-tsung (650) bis SnogNing-tsung.

B. 171* Sehang (die Oberabtheilung) handelt Soho-hing vom Loskaufe von der Strafe. Er dtirt Schün im 8chn»kiog II, 1, 11, dann den Tscheu-li Tchi-kin (B. 36 f. 34) und Scha- king C. Liü-Liiig(V, 27). F. 2 v. ist er schüii bei llan Hoei-ti.

Die Untei alillieilung (ni;i) : Tschi-yeu, Kuen-sio haadelt vom Erlass der Strafe und der Amnestie; jene ist schon im Schu-kingll, 1,11, dann imC.Liü-hing(V,27), Li-ki C. 5 Wang* tschi, im Tscheo-lt Sse^thse (B. 36 f. 34) , F. 3 ist er schon bei Thsin Enl-sdii und zahlt dann alle Amnestien F. 3. r. bis 12 in geschichtlicher Folge auf. Diess setzt sich in den folgendtü Bücberu i'urt.

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125

B, 171 geht bis zu den Ost-Han (220). B. 172 TOD Wei Wen-ti (226) bk (sa End« der) Djr- iittlie Tbattg.

B. 173 dnrdi die Zdt der U-tai (6 Familien) und die

der Dynastie Sung.

S. 18 B. 174— 249. King Tsi-kao, Untersuchung der Kiog und (anderer) Bücher.

B. 174. Li-tai-tsung-9iä enthält eine allgemeine Ein- küiiDg über da« Bficherwesen nnd die Schiciraale der Li- teratnr in China. Er beginnt mit Fn-hi, der die 8 Kna erfimd, spricht von der altm Knotenscfarift (Kie-schin), den angeblich alten Büchern San(3)-fi'n, die vonFu-hi, Schin-nung und Hoang-ti handelten, wie die U (5)-tie[i**) von Scliao-hao, T?chuen.hio, Ti-ko, Thniig (d. i. Yao) und Yii (d. i. Schün), von den Pa (8) -so und Khini CO) -khieu. Die fol?pnden Stellen aus Tschee-H Tai-ese (fi. 26 f. 1), Nei-ase (B.26 f. 27), Wai-sse (B.26 f. 31) handeln eigentlich von den Terachiedenen Ge- adiiditechreibem \**) Jfi-sse (B.26 f. 33) , von den kaiserlichen Sekretaren. Der Siao Hing-jin (ß. 38 f. 30) hatte das Buch der Gebräuche unter sich. F. 4 spricht von Confncias Wiik- sauikeit für -lie King und seiner Aeusserung über diese;*') 7 von dem Bücherbrande unter Thsin Schi-hoang*ti ; F. 12 DHU dem Schicksale der Literatur unter den West-Han nnd dflo folgenden Dynattien. Unter der Dynastie Snng blähte die Literatur besonders auf. Wenn nach F. 1 n ilnfange der Dynastie Sang in der Periode {Cian*lnng Ao. 3 (962) die 3 Bibliotheken (Kuan) nur 12,000 Bände (Kiueu) enthielten,

41) 8. m. Abb. Ueber dieSammlang chineaitcher Werke aas der Dynaitia Haa aad (worin m mdk befindet) , ant dei^ SiiK.<*Ber. d. Ah. 1666 T, S 8. 6 ; das jeUige Ist aber ein vnter^eflchoben« Wwk.

42) S. über diese m. Abb. Verfassung und Verwaituug im aitea China a. d. Abh. d. Ak. X, 2 S. 579 fg.

43) S. m. Abb. Leben des Confacins 2, a. d. Abb. d. Ak. 1871.

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126 Siümg der phüoa.'phüol. Clam vom 7. Januar 1871,

war die Zahl später in der Periode Tschi-ping si schon auf 100,000 gestiegen nach F. 41v.'**) Seit der Dynastie Thang datirt auch die Eintheilung der Literatur in die 4 Classen King, Sse, Tseu und Tsi. Die üebersetzung dieser Ausdrücke ist schwierig ; man wird sehen, dass der Ausdruck „klftsai80l)e Schriften^* für die erste Abtheilnog King nicht amfasseud genug ist; Sse, Gesdiiobtsphreiber, umfasst aoch mehr, als wir daninter terstehen; Tseu, was Klaproth Phi- losophen fibersetzte, tat das gar nicht; Tsi, literarische Samm- lung, lässt sicli eher hören; s. Wylie p. 1 f^.**) Baziii im Journ. As. 1850 Ser. IV T. 15 p. 6 wollte Tseu Sciences et arts, Tsi helles lettres übersetzen.

B. 175 190 King handeln nun von den 8. g. King; es wird immer erst über jeden im Allgemeinen gesprodien, dann von den Terscbiedenen Eintheiinngen unter den ein- seinen Dynastien und darauf too den Ausgaben und Com* mentatoren der einzelnen und ihrer Theile, immer nicht nach eigenem Urtheile, sondern nach Citaten frülierer Autoren. Wir brauchen über die einzelnen King nicht weitläufig zu sein.

B. 175 und 176. Y handelt von Y-king. Bd. 7. B. 177. Schu Tom Scbu-king oder einzelnen Ca- piteln desselben, wie F. 21 ?. vom (^p. Hung*fan (V, 4).

44) Vergl. Wylie Introd. p. I sq.

45) In flcr Pc-ru do Iluang'-yeu (1010 1053) befahl der Kaiser dem berühmten Literaten "Wnng-yao-tscbin einen